FIFA

Immer wieder Ärger mit der FUT Champions Cup Qualifikation

Ein brüchiges System

Immer wieder Ärger mit der FUT Champions Cup Qualifikation

Schon seit Beginn an kämpfen die Qualifikationsturniere mit diversen Problemen.

Schon seit Beginn an kämpfen die Qualifikationsturniere mit diversen Problemen. EA SPORTS

Endlich ein gutes Qualifikations-System für die FUT Champions Cups, das war die vorherrschende Meinung, nachdem EA zu Beginn der FIFA 19-Saison von Weekend League auf Online-Cups umstellte. Denn anstatt das ein 30:0 gegen mittelmäßige Spieler und Glück bei der Gegnerzuordnung über eine Turnierteilnahme entschieden, mussten sich FIFA-Profis seitdem gegen Spieler auf ähnlichem Niveau durchsetzen. Damit schien ein gutes System geschaffen. Doch anfängliche Komplikationen bei der Regionen-Einteilung und dem Format sowie lange Wartezeiten zwischen den Partien deuteten bereits an: So reibungslos wie erhofft, verläuft der Übergang nicht. Ganz im Gegenteil. Inzwischen haben sich die Qualifikationsturniere zum Problemkind der Global Series entwickelt.

Beim Format und den Regionen hat EA mittlerweile eine passable Lösung gefunden. Dass die Cups ein gesamtes Wochenende einnehmen, ist dagegen immer noch der Fall. Mehrere neue Probleme haben sich indes dazugesellt: Zuletzt sorgten vor allem die Server für Frust, aber auch die Turnier-Admins gerieten schon häufig ins Schussfeld, wurden als inkompetent und überfordert betitelt. Vorfälle wie das durch "Schere, Stein, Papier" entschiedene Spiel beim Qualifikations-Cup Anfang März lassen an den Entscheidungen der Turnierleitung zweifeln. Häufig sind jedoch die Spieler die Problemursache.

Unsportliche Profis

Während eines normalen Turnierverlaufs sollten Admins im Normalfall nur selten eingreifen müssen. Schließlich ist alles geregelt: Zur abgestimmten Zeit treffen sich die vom System zugeordneten Spieler und treten gegeneinander an. Danach wird das Ergebnis eingetragen, vom Gegner bestätigt und die nächste Runde beginnt. So zumindest die Theorie. Tatsächlich gibt es aber bei jedem Qualifier mehr als eine Handvoll Probleme: Mal taucht ein Spieler verspätet auf, argumentiert jedoch das Gegenteil, mal wird auf Zeit gespielt, dann Bugs genutzt oder das falsche Ergebnis bewusst eingetragen. Die Turniere haben sich immer mehr zu einem Sumpf der Unsportlichkeiten entwickelt.

Das stellt die Admins vor diverse Probleme. Denn sie müssen entscheiden, wer recht hat und wie damit zu verfahren ist. Infolgedessen entstehen teils stundenlange Diskussionen ohne ordentliche Lösung, die den Spielbetrieb aufhalten und alle Parteien frustriert zurücklassen. An der Stelle wird das tatsächliche Problem der Admins klar: Sie haben kein allumfassendes Regelwerk und nicht genug Macht, um ein finales Urteil zu fällen. Wie Chatverläufe offenlegten, ist eine solche Entscheidungsperson nicht zu jeder Zeit zu erreichen. Entsprechend wurden einige Fälle bereits vertagt. Das sorgte jedoch für neue Probleme, denn nicht alle Urteile sind einen Tag später wieder umzukehren.

Wie EA SPORTS selbst über die Qualifikationsturniere denkt, ist unbekannt. Der Publisher hielt sich bislang stets mit offiziellen Aussagen zurück. Grundsätzlich ist an dem System der Turniere nichts auszusetzen, die Feinjustierung fehlt jedoch. Und darüber sollte sich EA dringend Gedanken machen, ansonsten wird die Anreihung von Problemen nie abreißen.

Christian Mittweg