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Liverpool plötzlich lethargisch: Klopps "einfache" Erklärung nach FA-Cup-Aus

Warum stecken die Reds auf einmal im Ergebnistief?

Liverpool plötzlich lethargisch: Klopps "einfache" Erklärung

Wo ist das Momentum hin? Und wann kommt es wieder? Jürgen Klopp am Dienstagabend an der Stamford Bridge.

Wo ist das Momentum hin? Und wann kommt es wieder? Jürgen Klopp am Dienstagabend an der Stamford Bridge. imago images

"Dejan Lovren", das musste auch der "Liverpool Echo" feststellen, "kann man diesmal nicht die Schuld geben." Alle Versuche, den Innenverteidiger wie schon nach Liverpools 0:3 in Watford am vergangenen Samstag zum Sündenbock zu erklären, liefen ins Leere: Er stand beim FA-Cup-Aus an der Stamford Bridge nicht einmal im Kader.

Warum aber verlor der FC Liverpool dann am Dienstagabend schon wieder? Warum schoss er beim 0:2 gegen Chelsea zum dritten Mal in den letzten vier Pflichtspielen kein Tor und kassierte in dieser Phase gleichzeitig deren acht? "Ich kenne die Zahlen", sagte Jürgen Klopp, "sie sind nicht allzu cool." Seine scheinbar unbesiegbare Elf wurde nun binnen zwei Wochen dreimal besiegt.

Klopp: "Die Leistung war komplett anders als die gegen Watford"

"Lethargisch" nannte die "BBC" Liverpools Auftritt gegen Chelsea; "die Reds sind nicht wiederzuerkennen", befand der "Liverpool Echo". Für derlei Panikmache war Klopp aber nicht zu haben: "Die Leistung war komplett anders als die gegen Watford. Gegen Watford war sie wirklich schlecht, heute nicht. 0:2 zu verlieren ist nicht cool, aber in diesem Fall relativ einfach zu erklären: Wir haben zwei große Fehler rund um die Tore gemacht."

Doch war das wirklich alles? Die auf sieben Positionen veränderte Mannschaft, zu der immerhin noch Virgil van Dijk, Joe Gomez, Andy Robertson oder Sadio Mané gehörten, traf gegen einen Gegner, der ebenfalls nicht in Bestbesetzung antrat, erneut viele falsche Entscheidungen. Wieder ließ sie die Kompaktheit und Abgebrühtheit vermissen, die sie während des 422-tägigen Laufs ohne Liganiederlage ausgezeichnet hatten. Seit der Winterpause Anfang Februar ist die Leichtigkeit verschwunden und mit ihr das Momentum.

"Es gibt nicht das eine Problem" - das macht es nicht leichter

"Doch das macht mir keine Sorgen, wir können es jederzeit zurückholen", versicherte Klopp. "Es war so lange auf unserer Seite, weil wir herausragend verteidigt haben. Normalerweise bekommt man gegen uns nicht so viele Chancen. Jetzt müssen wir einräumen, dass wir in den letzten vier Spielen zu viele Tor kassiert haben - in völlig unterschiedlichen Situationen. Es gibt nicht das eine Problem." Das macht es nicht leichter. Aber: "Ich sitze nicht hier und glaube, dass der Moment, in dem wir wieder Tore schießen und aufhören, welche zu bekommen, 100 Meilen weit weg ist."

Tatsächlich fallen all die "kleinen Dinge" (Klopp), die Liverpool augenblicklich zu schaffen machen, ja nur auf, weil vorher alles, wirklich alles monatelang sagenhaft gut funktionierte. Und der FA Cup war Klopp eh noch nie sonderlich wichtig: Erstmals stand Liverpool in seiner bald fünfjährigen Amtszeit überhaupt im Achtelfinale, in dem dann in Curtis Jones (19) und Neco Williams (18) abermals zwei "Kids" begannen (Klopp: "Du kannst es nicht zuhause im Wohnzimmer lernen, du musst es auf dem Platz lernen").

Schon in einer Woche kommt Atletico, die "wunderbare Reaktion" drängt

Trotzdem sollte die "wunderbare Reaktion", die Klopp seinen "starken Jungs" allein aus Erfahrung auch jetzt wieder zutraut, schnell gelingen: Schon in einer Woche (11. März, 21 Uhr, LIVE! bei kicker und im Stream auf DAZN) kommt Atletico zum Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale nach Anfield. Und da wird es für Liverpool nach dem 0:1 in Madrid auf genau zwei Dinge ankommen: Tore zu schießen und keine zu kassieren.

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jpe