Int. Fußball

UEFA-Kongress: DFB-Rückkehr in FIFA-Rat liegt (noch) auf Eis

UEFA: Satzungsänderung vertagt - Diskussionen erst Ende Mai

DFB-Rückkehr in FIFA-Rat liegt (noch) auf Eis

Rainer Koch und Fritz Keller

K&K-Konstellation: Rainer Koch und Fritz Keller (re.). getty images

Aus Amsterdam berichtet Benni Hofmann

Das liegt ohnehin schon alleine daran, dass am Dienstag wie erwartet Frankreichs Verbandspräsident Noel Le Graet in den FIFA-Rat gewählt worden war - bis 2023. DFB-Vizepräsident Koch, wie Le Graet per Akklamation einstimmig und ohne Enthaltung gewählt, hatte bereits im Vorfeld auf eine Kandidatur verzichtet und sitzt vorerst bis zum nächsten ordentlichen Kongress der UEFA in Minsk 2021 im Exko. Dann werden die Karten dort neu gemischt. Mit Blick auf die Pressemitteilung des DFB aber dürfte klar sein, dass Koch dort für eine volle Amtsperiode kandidieren wird. In beiden Gremien war jeweils ob des Rücktritts von Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ein Platz vakant geworden.

Erst 2021 könnte der mitgliederstärkste Sportfachverband der Erde wieder in den FIFA-Rat zurückkehren, weil dann die Amtszeiten verschiedener UEFA-Mandatsträger dort enden. Allerdings gab es vor dem aktuellen UEFA-Kongress einen Antrag, dass ein Nationalverband, der im UEFA-Exko vertreten ist, nicht auch im FIFA-Rat vertreten sein sollte. Was zwar eine vielfältigere Besetzung beider Komitees zur Folge hätte, aber auch die Gefahr beinhaltet, dass sportpolitische Leichtgewichte die Interessen der UEFA im Weltverband im Zweifelsfall nicht mit derartiger Verve vertreten können wie etwa ein mitgliedsstarker Verband wie der DFB oder die englische FA. Beide sind ja bereits im UEFA-Topgremium vertreten.

Keller bestätigt Gegenantrag des DFB

Folglich stellte man seitens des DFB einen Gegenantrag, das bestätigte Präsident Fritz Keller dem kicker am Rande des Kongresses. Dieser Vorschlag sieht eine personelle Trennung vor. Ergo: Ein Verband kann (wie bisher) in beiden Gremien vertreten sein, jedoch nur mit unterschiedlichen Köpfen. Für den DFB könnte dies bei der FIFA-Rats-Neubesetzung 2021 zu einer K&K-Lösung führen aus Koch (UEFA) und Keller (FIFA), wobei der frühere Chef des SC Freiburg nicht der einzige, mögliche Kandidat aus Deutschland wäre: Es kämen noch die weiteren Vize-Präsidenten wie Peter Peters, Ronny Zimmermann oder Hannelore Ratzeburg, um nur diese drei zu nennen, in Frage. Fürs Erste wurden beide Statuten-Änderungsvorschläge jedoch am Dienstag zurückgezogen, das Exko will die Ideen in seiner nächsten Sitzung diskutieren, die rund um das Europa-League-Finale in Danzig (27. Mai) stattfindet. Offenbar fand der ursprüngliche Antrag im Exko nicht genug Unterstützer. Vieles spricht daher dafür, dass die UEFA auch weiterhin die Vertreter eines Nationalverbandes in beiden Top-Gremien zulässt.