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Klopp gequält: "Auf diesem Niveau kann ich nicht diskutieren"

Neue Fragen in Liverpool

Klopp gequält: "Auf diesem Niveau kann ich nicht diskutieren"

Musste nach Ewigkeiten mal wieder eine Liga-Niederlage kommentieren: Jürgen Klopp.

Musste nach Ewigkeiten mal wieder eine Liga-Niederlage kommentieren: Jürgen Klopp. picture alliance

Ist das Pokalspiel jetzt noch wichtiger? Wird er nun eine erfahrenere Mannschaft aufstellen? Und welchen Einfluss hat es, dass Kapitän Jordan Henderson derzeit verletzt fehlt? "Es ist toll", strahlte Jürgen Klopp am Montag beinahe: "Endlich habt ihr ein paar Fragen. Es war ja mit der Zeit schon langweilig."

Für die Liverpooler Journalisten ist es schließlich genauso neu wie für den Trainer: Nach 422 Tagen haben die Reds in der Premier League wieder verloren. Klopp allerdings gefallen die meisten medialen Analyseansätze rund um das 0:3 in Watford kein bisschen.

Lovren wieder Sündenbock? "Ich kann diesen Leuten nicht helfen"

Es habe weder an Hendersons oder James Milners Abwesenheit gelegen, nicht an fehlender Abstimmung und schon gar nicht an Dejan Lovren, der kurzfristig Joe Gomez neben Virgil van Dijk hatte vertreten müssen und nicht immer auf der Höhe zu sein schien. Der Kroate war schon in der Vergangenheit ein beliebter Sündenbock.

"Wenn jetzt irgendjemand Dejan die Schuld an der Niederlage gibt, kann ich diesen Leuten nicht helfen", schüttelte Klopp mit dem Kopf. "In meinem Leben spreche ich oft mit Leuten, die weniger Ahnung von Fußball haben als ich. Das ist okay so, ich bin ein gut bezahlter Premier-League-Trainer, ich sollte ein bisschen mehr über Fußball wissen als die meisten Leute. Aber auf diesem Niveau kann ich nicht diskutieren."

"Eine der Fragen, die man stellt, wenn man nicht weiß, was man fragen soll"

Gegen Watfords Kraftpaket Troy Deeney "würde jeder Innenverteidiger der Welt in bestimmten Situationen Probleme haben", erklärte Klopp, das gelte übrigens auch für Gomez. Lovren spielte erstmals seit dem 7. Dezember wieder in der Liga. "Wie jeder andere auch musst du bei Gesundheit sein, dann fit werden, und dann brauchst du Rhythmus. Den zu kriegen ist das Schwierigste im Profifußball."

Wenn ihr mir einen Spieler nennen könnt, der am Sonntag in Normalform gespielt hat, wäre ich sehr überrascht.

Jürgen Klopp über das 0:3 in Watford

Die Frage also, ob es fair sei, jetzt einen Ersatzspieler wie Lovren herauszupicken, "ist eine der Fragen, die man stellt, wenn man nicht weiß, was man fragen soll", urteilte Klopp mit gequältem Blick. Nein, Watford habe aus ganz anderen Gründen gewonnen: "Es war nicht unser bester Tag, was die Einstellung betrifft." Das betreffe die ganze Mannschaft. "Wenn ihr mir einen Spieler nennen könnt, der am Sonntag in Normalform gespielt hat, wäre ich sehr überrascht."

Wie prominent die Elf sein wird, mit der Liverpool am Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker und im Stream bei DAZN) beim FC Chelsea antritt, ließ Klopp offen. "Wir haben keine Ahnung, was Chelsea vorhat - warum also sollte Chelsea wissen, was wir vorhaben?" Einige der Jungspunde, die dieses Achtelfinale beim kuriosen Wiederholungsspiel gegen Shrewsbury (1:0) vor vier Wochen erst möglich gemacht hatten, werden im Kader sein. "Ob sie auch beginnen, werden wir sehen." Sicher fehlt nur der 16-jährige Harvey Elliott, der am Dienstag lieber mit der U 19 in der Youth League bei Benfica antreten soll.

Für Klopp "wirklich schön": U-23-Trainer Critchley wechselt in die 3. Liga

Klopp hatte sich gegen Shrewsbury damals, mitten in der kurzen Winterpause, von U-23-Trainer Neil Critchley vertreten lassen. Das wird diesmal schon deswegen nicht passieren, weil Critchley nicht mehr in Liverpool ist: Der 41-Jährige ist seit diesem Montag neuer Cheftrainer beim Drittligisten Blackpool. "Glückwunsch an Blackpool und Neil", sagte Klopp. Als Critchley gefragt habe, ob er diese Chance wahrnehmen dürfe, "haben wir gesagt: 'Ja, natürlich'. Es zeigt, dass es möglich ist, dass man als Jugendtrainer auch seinen Weg machen kann." Und das sei "wirklich schön".

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jpe