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Bundesliga: Anfeindungen gegen Dietmar Hopp - Stimmen

Stimmen zu den Ereignissen in Sinsheim

DFL-Boss Seifert: "Wir haben einen traurigen Höhepunkt erlebt"

Christian Seifert

Entgleisungen wie in Sinsheim sind nicht mehr zu dulden - sagt Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer. getty images

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL)

"Die permanenten Anfeindungen gegen Dietmar Hopp sind schon lange nicht mehr hinnehmbar und auf das Schärfste zu verurteilen. Wir haben diesbezüglich einen traurigen Höhenpunkt erlebt, dafür gibt es keine Entschuldigung. Alle Beteiligten - Spieler, Schiedsrichterteam und die Verantwortlichen von Bayern München und der TSG Hoffenheim sowie sehr, sehr viele Stadionbesucher - haben in dieser Situation vorbildlich gehandelt und damit ein klares Signal an einige selbsternannte Herrscher über die Fußball-Kultur gesetzt, derartige Entgleisungen nicht mehr zu dulden. Jegliche Art von Hass darf keinen Platz haben, dies muss der Anspruch des gesamten deutschen Profi-Fußballs sein."

Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach (via Sky)

"Mir fällt es schwer, Lösungsvorschläge zu bringen. Bayern und Hoffenheim haben eine Reaktion gezeigt, wie wir Sportler uns das vorstellen. Wir wollen Fußballspiele sehen, wollen Spaß am Spiel haben, wollen versuchen, Kontrahenten zu schlagen. Wollen keine Schmähplakate und Hetzplakate haben.
Es ist ein tiefes, gesellschaftliches Problem, das ist traurig. Ich würde mir wünschen, dass wir wieder das im Stadion haben, was wir jahrzehntelang hatten. Nämlich Freude und Spaß sowie Trauer, wenn man verloren hat. Nicht, dies als Bühne zu nutzen, um schwachsinnige Gedanken herauszutragen.
Wir müssen uns Gedanken machen darüber. Ist diese Kollektivstrafe in Dortmund richtig? Wie hat man es kommuniziert? Wir müssen uns alle hinterfragen, müssen uns zusammensetzen und versuchen, das Problem zu lösen. Wir sind aber nicht die Ursache. Die Ursache ist außerhalb des Platzes. Es sind Menschen, die mit gewissen Dingen nicht einverstanden sind und das in einer Art und Weise kundtun, mit der wir uns nicht anfreunden können. Ich würde mir wünschen, dass wir die Solidarität in der Bundesliga haben und einen Weg finden, da wieder ein sauberes Stadion zu haben."

David Wagner, Trainer des FC Schalke 04 (via Sky)

"Ich habe keinerlei Erklärung, keinerlei Verständnis dafür. Jeder, der sich dazu äußert, weiß, wie hirnlos das Ganze ist. Ich halte die Reaktion absolut für angemessen. Aber das ändert nichts daran, dass solche Sachen nicht passieren dürfen."

Achim Beierlorzer, Trainer des 1. FSV Mainz 05

"Ich kann gar nicht nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die Plakate schreiben, um andere Menschen, die viel für die Gesellschaft und den Sport machen, zu diffamieren. Das werde ich im Leben nicht verstehen. Man sollte diese Menschen aus dem Block ziehen. Den Block absperren, rein, raus - Ende. Nie mehr Stadion plus alles, was gerichtlich geht. Das sind immer nur wenige, die so etwas machen. Dagegen müssen wir alle aufstehen und uns wehren. Die dürfen keine Mitstreiter kriegen."

Hasan Salihamdzic (Sportdirektor Bayern München; via Twitter)

"Zwei Siege und der 120. Geburtstag des FC Bayern. Es hätte eine perfekte Woche sein können. So war es heute ein trauriger Tag, ein Tiefpunkt. Beschämend. Hass und Intoleranz haben im Fußball und in der Gesellschaft nichts verloren. Die Bundesliga hat sich klar positioniert, der FC Bayern hat sich da klar positioniert, das haben wir heute sehr klar gemacht. Wir alle im Fußball müssen dieses Thema ohne Kompromisse angehen, wir beim FC Bayern werden das jetzt analysieren und dann werden wir auch reagieren. Toleranz gilt es auch neben dem Platz zu zeigen. Wer das nicht kann, hat keinen Platz beim FCB."

Zu den Schmähgesängen gegen Hopp in Dortmund

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund)

"Wir haben einen Punkt erreicht, der nicht mehr zu tolerieren ist. Diese Schmähgesänge und Beleidigungen gegen eine Person sind unsäglich und haben in unserem Stadion nichts zu suchen. Wir können uns nur mit aller Kraft davon distanzieren. (...) Die Bundesliga hat dieses Thema bisher nicht in den Griff bekommen. Das muss man ganz klar sagen.

Sebastian Kehl (Lizenzspielerchef Borussia Dortmund)

"Wir haben uns mehrfach als Borussia Dortmund positioniert, dass wir für persönliche Anfeindungen hier keinen Raum haben. Wir stehen für Vielfalt und setzen uns für diese Themen ein. Der Schiedsrichter hat richtig entschieden. Wir sind froh, dass er das Spiel fortgesetzt hat, so konnten wir es sportlich gewinnen. Alles andere wäre für den Fußball, für uns als Klub und für die Fans sicher nicht gewinnbringend.

kon