2. Bundesliga

Hamburger SV: Trainer Dieter Hecking appelliert an das "Wir-Gefühl"

HSV will nach der Derbyniederlage gegen St. Pauli wieder dreifach punkten

Hecking appelliert für "Turnaround" an das "Wir-Gefühl"

HSV-Coach Dieter Hecking.

HSV-Coach Dieter Hecking will gemeinsam mit der Mannschaft wieder drei Zähler einfahren. imago images

Zu Beginn der Pressekonferenz musste HSV-Trainer Hecking noch einige Fragen zur Derbyniederlage gegen St. Pauli (0:2) aus der vergangenen Woche über sich ergehen lassen. Wie auch bereits unmittelbar nach dem Spiel stellte er sich dabei vor sein Team, auch wenn die Niederlage "richtig weh getan" habe und laut dem Trainer für eine längere Zeit hängen bleiben werde. "Sie können mir glauben, dass die Mannschaft sehr niedergeschlagen war, nicht nur einen Tag lang", entgegnete der Coach auf Nachfrage.

Kollektiv wichtig - Krise nicht vorhanden

Trotz einer gewissen Verunsicherung im Team ist sich Hecking aber sicher, den Rückschlag zu meistern - und zwar im Kollektiv: Auch der Umgang miteinander sei daher wichtig. "Unsere Arbeit ist darauf ausgerichtet, dass wir unsere Ziele nur gemeinsam erreichen können", so Hecking. Hektik hingegen widerstrebe dem 55-Jährigen, der schon seit Saisonbeginn von einer Situation wie der aktuellen warne. "Ich habe immer gesagt: Das ganze 'Wir-Gefühl' wird sich zeigen, wenn es mal nicht so läuft." Seine Mannschaft sei zwar "seit acht Monaten gut, aber irgendwo fehlt ein Stückweit etwas". Den Dreikampf, gar momentanen Vierkampf (Hecking zählt auch Heidenheim zum Kreis der Aufstiegsfavoriten) an der Tabellenspitze hatte er für seine aktuell auf Relegationsplatz drei stehenden Hamburger aber ohnehin schon immer vorhergesehen. Nichtsdestotrotz bestehe angesichts zehn Punkten aus fünf Spielen nach der Winterpause keine Krise.

2. Bundesliga - 24. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Arminia Bielefeld
50
2
VfB Stuttgart
44
3
Hamburger SV
41
Trainersteckbrief Hecking

Hecking Dieter

Hamburger SV - Vereinsdaten

Gründungsdatum

29.09.1887

Vereinsfarben

Blau-Weiß-Schwarz

Von größter Bedeutung sei es aber, die vergangene Woche abzuhaken. "Wir müssen den Turnaround schaffen, das ist das Allerwichtigste für das nächste Spiel", so der Trainer. Beim Aufeinandertreffen mit Aue erwartet er dabei "das, was ich immer auswärts erwarte: ein volles Haus sowie einen hochmotivierten Gegner, der uns alles abverlangen wird." Schließlich steht der Tabellenneunte aus Aue punktetechnisch nicht so gut da wie am Anfang der Saison (zwei Zähler aus fünf Spielen nach der Winterpause). Aufgrund drohenden Schneefalls im Erzgebirge sei für Hecking zudem "ein reines Kampfspiel" möglich. Die Herangehensweise des Gegners sei aber ohnehin klar: "Sie werden versuchen, uns ein Bein zu stellen und uns alles abverlangen."

Fein trainiert wieder

Wieder mit von der Partie könnte Adrian Fein sein. Nach dem erlittenen Jochbeinbruch beim 2:0-Sieg über Karlsruhe vor knapp drei Wochen hat die Leihgabe des FC Bayern am Mittwoch "das komplette Training über mitgemacht". Zwar agiere Fein noch verhalten, doch Hecking sei "froh, dass er schon wieder dabei sein kann". Ein Einsatz am Samstag ist dennoch fraglich. Mit diesem würde es nur klappen, "wenn wir beide der Überzeugung sind, ihn zu hundert Prozent spielen lassen zu können". Zudem seien Aaron Hunt und Louis Schaub ebenso eine Option, obwohl keiner der beiden gegen den Stadtrivalen überzeugte. Auch Khaled Narey und Jairo, die zuletzt oft außen vor waren, könnten ihre Chance erhalten.

Die Aufstellung Heckings wäre aber keineswegs von den Wetterverhältnissen beeinflusst. Ebenso wenig interessiere ihn die gute Fair-Play-Bilanz seines Teams. Wert legt der Trainer lediglich darauf, sich keine unnötigen Karten abzuholen. Es wäre also durchaus möglich, in Aue einen etwas giftigeren HSV zu sehen zu bekommen.

Hecking würde bei Rassismus-Vorfall wohl den Platz verlassen

Was Hecking aber wichtig ist, ist der Kampf gegen den Rassismus. Denn Rassismus lehnt er entschieden ab. Sollte sein Team jemals in einen Vorfall verwickelt werden, wäre er dafür, "ein deutliches Zeichen" zu setzen. "Es könnte durchaus sein, dass ich die Mannschaft dann vom Platz holen würde", so Hecking, der sich also im Fall der Fälle vorstellen könnte, "dass wir eine Reaktion zeigen" - eben nicht nur aus sportlicher Sicht.

kon