Champions League

Gennaro Gattuso schreibt "Helme und Rüstungen" auf seine Einkaufsliste

Trainer der SSC Neapel sortiert Top-Neuzugang Lozano aus

Barça-Stichelei: Gattuso schreibt "Helme und Rüstungen" auf Einkaufsliste

Gennaro Gattuso ist Trainer der SSC Neapel.

Barça habe sein Team maximal "ein wenig gekitzelt": Napoli-Coach Gennaro Gattuso rechnet sich fürs Rückspiel was aus. imago images

Das wichtige Auswärtstor ist dem FC Barcelona am Dienstagabend im Achtelfinalhinspiel der Champions League gelungen. Doch obwohl die Katalanen zumeist am Ball waren (67 Prozent), so generierte doch die SSC Neapel die Mehrzahl an guten Chancen - und scheiterte im zweiten Abschnitt einige Male am starken deutschen Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen. So stand an einem schwachen Abend von Lionel Messi ein 1:1 zu Buche.

Einige FCB-Akteure fanden im Anschluss ans Spiel schnell Erklärungen, warum es für den aktuellen La-Liga-Tabellenführer nur zu einem 1:1 in Neapel gereicht hatte. Die Spielweise der Süditaliener sei schuld gewesen. "Napoli hat mit elf Mann verteidigt - und es ist schwer, gegen elf Verteidiger zu spielen. Napoli hat das Spiel stillgelegt", sprach der frühere Schalker Ivan Rakitic zu "calciomercato.com". Der fürs Rückspiel gesperrte Sergio Busquets meinte: "Napoli hat mit einer Linie aus vier Spielern und dahinter mit einer aus sechs gespielt. So war es unmöglich, Räume zu finden." Und Trainer Quique Setien offerierte folgende Erklärung: "Das 1:1 ist für uns ein gutes Ergebnis, zumal wir uns äußerst schwer taten. Wir waren nicht scharf genug, um durch die Abwehrmauer zu brechen, die Napoli heute gegen uns aufgestellt hat."

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Sein Gegenüber Gennaro Gattuso, der mit den Partenopei derzeit gut in Form ist (Europa-League-Platz in der Serie A, vier Pflichtspiele ohne Niederlage), zeigte sich unterdessen immens stolz auf seine "Kämpfer". Warum auch nicht? Schließlich zeigten seine Schützlinge jene Tugenden, die Milan-Legende und 2006-Weltmeister "Rino" einst selbst so berühmt gemacht hatten: Neapel kämpfte, störte die Barça-Passmaschinerie effektiv und warf sich in Zweikämpfe.

Gattuso über Barça: "Sie konnten uns nicht weh tun"

Deswegen wählte Gattuso nach diesem Hinspiel, dessen Resultat ihm aufgrund der vergebenen Chancen im zweiten Abschnitt nicht gefallen hatte, hochtrabende Worte. Der SSC-Coach tat kund: "Wir wissen, dass es jetzt schwierig wird, aber es ist natürlich noch nichts vorbei. Wir werden uns Helme und Rüstungen kaufen - und im Camp Nou spielen." Chancen aufs Weiterkommen bestünden definitiv, findet der zweimalige Champions-League-Sieger außerdem, denn: "Wir hätten unsere Konter zwar definitiv besser ausspielen müssen, aber ansonsten hat das Team das gemacht, was es tun sollte - Barça kaum Chancen gestattet. Barcelona konnte uns im Grunde überhaupt nichts. Ich denke, sie haben uns kaum geschrammt, sie hatten kaum einen Torschuss. Sie hätten wohl die gesamte Nacht hier bleiben können und hätten abgesehen von unserem Fehler beim 1:1 (Tor von Griezmann; Anm. d. Red.) keinen Treffer erzielt. Sie konnten uns nicht weh tun, sie haben uns höchstens ein wenig gekitzelt."

Im Moment gibt es keinen Platz, weil ich nach Spielern mit anderen Eigenschaften suche.

Gennaro Gattuso über Hirving Lozano

Darüber hinaus ist Gattuso seinem weiteren Ruf als harter Knochen ebenfalls gerecht geworden. Denn wer seine Marschrichtung nicht befolge, könne sich anderweitig umsehen. Aktuelles Opfer: Sommerneuzugang Hirving Lozano, der von Gattusos Vorgänger Carlo Ancelotti noch als Mosaikstein für die Zukunft verpflichtet worden war. Der von der PSV Eindhoven gekommene 38-Millionen-Euro-Mexikaner spielt derzeit keine Rolle mehr - und dazu sagt "Rino" deutlich: "Im Moment treffe ich die Entscheidungen, und Lozano muss mehr arbeiten und sich bereit halten. Im Moment gibt es keinen Platz, weil ich nach Spielern mit anderen Eigenschaften suche." Das dürften wohl Attribute wie rackern, arbeiten, kämpfen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen sein. Eben das Gezeigte gegen Barça.

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Bilder zur Partie SSC Neapel - FC Barcelona