Bundesliga

Leverkusen in Porto - "Wir müssen es auch mit Alario hinbekommen"

Leverkusens Geschäftsführer vor Rückspiel in Porto

Völler: "Wir müssen es auch mit Alario hinbekommen"

Lucas Alario

Soll den verletzten Kevin Volland möglichst adäquat ersetzen: Lucas Alario. imago images

Aus Porto berichtet Stephan von Nocks

Die Ansage von Rudi Völler vor dem Rückspiel beim FC Porto ist eindeutig: "Jetzt nur zu verteidigen gegen so eine gute Mannschaft wie Porto, hat keinen Sinn", betont Leverkusens Geschäftsführer mit Blick auf den 2:1-Erfolg von Bayer 04 im Hinspiel. Ein Ergebnis, das den Portugiesen aufgrund der Auswärtstorregelung die Möglichkeit offeriert, mit nur einem einzigen Treffer im Estadio do Dragao ins Achtelfinale der Europa League einzuziehen.

Volland fällt wohl bis zum Saisonende aus

Diesen Sprung möchte aber der Tabellenfünfte der Bundesliga schaffen. Dafür wird Bayer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst treffen müssen. Bayers bester Scorer wird nichts zum erfolgreichen Gelingen in Porto beitragen können. Kevin Volland, der sich im Hinspiel einen Syndesmoseriss zugezogen hat und inzwischen operiert wurde, fällt wahrscheinlich bis zum Saisonende aus.

Ein schwerer Schlag für die Werkself, wie Völler zugesteht: "Kevin wird uns natürlich fehlen. Gerade, weil er auf vielen Positionen einsetzbar ist, nicht nur als Spitze - das kann Lucas Alario auch sehr gut." Doch: "Kevin kann auch als zweite Spitze spielen. Als hängender rechter oder linker Stürmer hat er schon sehr gute Spiele gezeigt. Er ist einer, der auch immer gegen den Ball arbeitet. Das macht ihn wertvoll. Und er ist ein guter Vorbereiter."

Bislang hatten wir mit Ausfällen relativ viel Glück. Da dürfen wir nicht rumjammern.

Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler

Doch der 59-Jährige möchte trotz der Lobeshymne auf den Verletzten nicht klagen. "Das Problem haben andere Klubs auch. Da dürfen wir nicht rumjammern. Bislang hatten wir mit den Ausfällen relativ viel Glück. Schade für Kevin, weil er in einer sehr guten Verfassung war. Er wird uns vor allem auch in den nächsten englischen Wochen fehlen, aber wir müssen es auch mit Lucas einigermaßen hinbekommen", fordert Völler.

Für Trainer-Legende Menotti ist nur Messi besser

Statt des Offensiv-Allrounders Volland wird nicht nur in Porto mit Alario ein ausgewiesener Spezialist in vorderster Front stürmen. Der 27-Jährige, den die Trainer-Legende Cesar Luis Menotti als den besten Stürmer Argentiniens nach Messi adelte, ist ein typischer Strafraumstürmer.

Völler, selbst einst ein Weltklasse-Mittelstürmer, weiß, dass Alario, der mit seiner Rolle als Joker in den vergangenen Monaten unglücklich war, seinen verletzten Kollegen nicht eins zu eins ersetzen kann. Alario habe "es ja schon gezeigt, dass er ein klassischer Mittelstürmer der alten Prägung ist, der von Flanken und Vorlagen lebt. Anders als Kevin. Da sind sie ganz unterschiedlich."

Trainer Peter Bosz wird das Spiel seiner Mannschaft sicherlich etwas an das des argentinischen Nationalstürmers anpassen, ohne es in der Grundidee zu verändern. Für Alario geht es darum, jetzt zu zeigen, dass er nicht nur kurzfristig als Volland-Vertreter einen hohen Wert besitzt. "Für ihn ist es eine große Herausforderung", weiß Völler, "er hat jetzt viel mehr Spielzeit als vorher. Ich glaube, er wird es gut machen."

Verdrängt Alario Volland im Sommer nicht, wird er wohl wechseln

Muss der Stürmer auch. Zum einen, um seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden und seinen im Sommer zurückgewonnen Platz im Aufgebot Argentiniens zu verteidigen. Zum anderen, um auch über Vollands Verletzungspause hinaus seinen Status als dessen Ersatzmann abzulegen. Entweder als Stürmer Nummer 1 bei Bayer - oder bei einem anderen Klub. Hatte sein Berater doch Ende Januar aufgrund der nicht nur aus Alarios Sicht zu geringen Spielanteile erklärt, es wäre das Beste, wenn der Nationalspieler im Sommer den Klub wechseln würde.