Handball

"Ich habe richtig Bock": Schwalb brennt auf Löwen-Job

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"Ich habe richtig Bock": Schwalb brennt auf Löwen-Job

Martin Schwalb ist neuer Trainer der Rhein-Neckar Löwen

Freut sich auf seine neue Aufgabe: Martin Schwalb während seiner Präsentation als Trainer der Rhein-Neckar Löwen. imago images

Der Tatendrang und die Energie sind Martin Schwalb nicht nur anzusehen, sondern auch anzumerken, als er am Mittwoch auf die große Handball-Bühne zurückkehrt. Der neue Trainer der Rhein-Neckar Löwen lacht. Seine Augen leuchten. Und der 56-Jährige strahlt all das aus, was er dann auch sagt. "Ich habe richtig Bock auf diese Aufgabe", sagt der frühere Nationalspieler bei seiner Präsentation in der Mannheimer Arena. Schwalb al

Seit seiner Entlassung beim HSV Hamburg saß der gebürtige Stuttgarter sechs Jahre lang nicht mehr auf der Bank - und nun spürt er nur noch die pure Vorfreude auf den neuen Job beim nordbadischen Bundesligisten.

Jetzt kann ich das machen, was ich liebe.

Martin Schwalb

Seit dem Anruf von Löwen-Sportchef Oliver Roggisch am Samstagabend mache er sich jede Nacht Gedanken, wie er mit der Mannschaft umgehen, sie entwickeln wird, berichtet Schwalb. "Ich habe eine Gänsehaut und freue mich auf das erste Training, auf das zweite Training und darauf, etwas zu entwickeln. Jetzt kann ich das machen, was ich liebe", sagt der Coach, der beim zweifachen deutschen Meister einen Vertrag bis Sommer 2021 erhält und die Mannschaft als Nachfolger von Kristjan Andresson zurück in die Erfolgsspur bringen soll.

Am Samstag wartet direkt ein Spitzenspiel

In der Bundesliga geht es am Samstag (20.30 Uhr) gegen die TSV Hannover-Burgdorf, es steht also gleich ein Spitzenspiel an. "Wir werden gewinnen", kündigt Schwalb optimistisch an. Eine genaue Platzierung, wo er mit dem momentanen Tabellensechsten bis zum Saisonende noch hin will, nennt er indes nicht. Der 56-Jährige stellt lieber etwas anderes in den Fokus. Er will den Löwen wieder eine Identität vermitteln.

"Das erste Ziel ist es, dass man uns erkennt. Man soll sehen und wissen, was wir in der Abwehr, im Angriff und im Gegenstoß machen, damit der eine oder andere vielleicht auch Respekt vor uns hat", sagt Schwalb und lässt sich gar nicht erst zu irgendwelchen weitergehenden Prognosen hinreißen: "Ich werde jetzt nicht sagen, dass wir drei Spiele gewinnen und die anderen Partie anders gestalten."

Ich bin Realist und kein Fantast.

Martin Schwalb

Auffällig: Das Wort Niederlage nimmt der neue Löwen-Trainer gar nicht erst in den Mund, auch wenn er ganz genau weiß, dass seine Mannschaft nicht immer siegen wird: "Ich bin Realist und kein Fantast."

Nach Herzinfarkt: Schwalb ist bereit

Er ist aber auch so etwas wie der Hoffnungsträger der Löwen und fühlt sich sechs Jahre nach seinem Herzinfarkt bereit für diese Herausforderung: "Ich bin topfit, niemand muss sich Sorgen machen. Ich rauche nicht mehr, trinke nur noch ab und zu ein Gläschen Wein."

Außer Frage steht, dass der 56-Jährige vor allem das mit zu den Löwen mitbringt, was nur sehr wenige verkörpern und was der Mannschaft des deutschen Pokalsiegers von 2018 zuletzt ein wenig abhandengekommen war: Eine Aura der Selbstverständlichkeit. Schwalb strahlt nicht nur Ruhe, Überzeugung und Souveränität aus, sondern kann ein Team begeistern, es faszinieren und vor allem auch führen.

Jede Menge Erfolge in der Vita

Das zeigte er bereits beim HSV Hamburg. Den Hanseaten brachte der olympische Silbermedaillengewinner von 1984 den großen Erfolg. Er gewann mit ihnen den Europapokal der Pokalsieger (2007), die Meisterschaft (2011), die Champions League (2013) und zweimal den Pokal (2006, 2010) - übrigens jeweils im Finale gegen die Löwen.

dpa