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Lange Sperre nach Schiri-Angriff - Verband baut auf drastische Strafen

Gewalt im Amateurfußball

Hamburg: Ein Jahr Sperre nach Schiri-Angriff - Verband setzt auf drastische Strafen für Spieler und Vereine

Rote Karte gegen Gewalt: Der Hamburger Fußball-Verband setzt künftig auf härtere Strafen für Beteiligte und Vereine.

Rote Karte gegen Gewalt: Der Hamburger Fußball-Verband setzt künftig auf härtere Strafen für Beteiligte und Vereine. imago images

Was geschah? Im Anschluss an ein Freundschaftsspiel, das ohne größere Probleme über die Bühne ging, soll ein Akteur des ASV Hamburg weit nach Spielende den Schiedsrichter angegangen haben. Der vermeintliche Täter wurde vom Sportgericht für ein Jahr gesperrt, zudem werden dem Hansa-Landesligisten drei Punkte abgezogen. Der Verein bestreitet die Tat seines Spielers gegenüber FussiFreunde, spricht sie dem Bruder des Verurteilten zu und will gegen das Urteil vorgehen.

ASV-Manager Mansoor Ahmadi erklärt, gesehen zu haben, wie der Schiedsrichter gegangen sei. Dies sei sehr spät gewesen, beschreibt er die Szene nach dem Testspiel. Der Verurteilte, der sich zuvor nach Spielende noch beim Schiedsrichter zu entschuldigen versucht hatte, aber "aus der Kabine geschubst worden" sei, sei zu diesem Zeitpunkt laut Angaben des Managers schon längst nicht mehr da gewesen. Auf dem Weg sei der Referee dann mit dem Bruder des beschuldigten Akteurs aneinandergeraten. Der habe ihn am Kragen gepackt. "Einige andere Spieler von uns, die noch anwesend waren, sind schlichtend dazwischen gegangen", erzählt Ahmadi. Das Sportgericht jedoch glaubte nach Zeugenanhörung diese Version nicht und sah die Täterschaft des Spielers als erwiesen.

Punktabzug und Geldstrafen drohen Vereinen

Das Urteil könnte ein Fingerdeut sein, in welcher Art das Hamburger Sportgericht künftig bei vergleichbaren Vorfällen urteilt, um Gewaltaktionen, seien sie gegen Schiedsrichter, Spieler oder Zuschauer, zu sanktionieren.

Wie Joachim Dipner, Vorsitzender des HFV-Spielausschusses gegenüber FussiFreunde bestätigte, soll gegen solche Vorkommnisse in Zukunft mit aller Härte vorgegangen werden und Vereine bei etwaigen Taten mit Kollektivstrafen wie etwa Punktabzug oder Geldstrafe belegt werden. Dass nun pauschale Strafen Anwendung fänden, verneint Dipner, vielmehr sei es künftig möglich, diese Art von Vergehen drastischer zu bestrafen. "Welches Strafmaß dabei letztlich herauskommt, liegt im Ermessen des Sportgerichts", sagt Dipner.

Zudem wird es noch eine weitere Neuerung geben. Um künftige Gewaltaktionen gegen Schiedsrichter schon im Ansatz zu ersticken, müssen die Vereine einen Sicherheitsbeauftragten stellen, der kein Teamoffizieller sein darf, und sich um die Sicherheit der Schiedsrichter vor, während und nach dem Spiel kümmern soll. Sollte der Verein keinen Sicherheitsbeauftragten stellen, droht eine Ordnungsstrafe des Verbandes.

dw