Champions League

"Anreiz": Leonardo Bonucci von Juventus Turin sieht "die Ziellinie"

Lyon gibt sich verwundert über Turiner Fans - Sarri widerspricht

"Anreiz und Verantwortung": Bonucci sieht "die Ziellinie"

Leonardo Bonucci ist Spieler von Juventus.

Zwischenstation Lyon und darüber hinaus das große Ganze im Blick: Juve-Profi Leonardo Bonucci. imago images

Erst am Dienstagabend war der Tross von Juventus mit dem Flieger in Richtung Lyon abgehoben, ehe nicht einmal zwei Stunden später schon Trainer Maurizio Sarri sowie sein Schützling Leonardo Bonucci den Rasen im Stadion von Olympique begutachteten - um direkt im Anschluss auf der obligatorischen Pressekonferenz Rede und Antwort zu stehen.

Was an Aussagen hängenblieb? Bonucci verfolgt mit dem gesamten Team den Plan, den Titel zu holen: "Wir sind hier, um die Ziellinie zu erreichen. Das ist für uns Anreiz und Verantwortung zugleich." Das gehöre schlicht zur DNS von Juventus, immer alles gewinnen zu wollen. Deswegen soll es ganz und gar vermieden werden, beim Hinspiel in Lyon zu straucheln. Eine gute Ausgangslage sei ein Auswärtssieg, alles andere passe nicht zum Selbstverständnis der Bianconeri. "Das ist eine andere Phase der Saison, jetzt gilt es - und wir begegnen dem mit großer Vorfreude. Wir wollen in jedem Wettbewerb bis zum Ende gehen und können das auch. Wenn es darauf ankommt, sind wir immer da."

Bonucci (32) hat außerdem angegeben, zusammen mit seinem kongenialen und nach Kreuzbandriss wieder fitten Kapitän Giorgio Chiellini (35) den jungen Teamkollegen "helfen zu wollen" - und das auch zu schaffen: "Wir verbessern uns damit als Team kontinuierlich, was auch an der inzwischen verbesserten Kommunikation mit Matthijs de Ligt festzumachen ist. Das in Verbindung mit kontinuierlichem Training hilft uns dabei, uns immer weiter zu verbessern."

CR7 - "ein packender, mitreißender Spieler"

Was obendrein hilft, sind natürlich Tore vom in dieser Saison effektiven Angriff um Gonzalo Higuain, Paulo Dybala und natürlich Cristiano Ronaldo. Gerade der portugiesische Superstar überzeugt dabei derzeit am laufenden Band, steht bei 21 Serie-A-Toren in 21 Ligaspielen - und hat elf Partien in Serie jeweils mindestens einen Treffer markiert.

"Cristiano ist ein Spieler, der auf der gesamten Welt geschätzt und respektiert wird", weiß sein Trainer Sarri, der sich auch von der derzeitigen Form seines Aushängeschilds erfreut zeigt. "Seine Statistiken allein reichen schon, um ausreichend über seine Form zu sprechen. Er ist ein packender, mitreißender Spieler - und ist aktuell sowohl physisch als auch mental voll auf der Höhe."

Coronavirus: Bedenken wegen der Turiner Fans

Thema rund um das Hinspiel im Achtelfinale der Königsklasse, dem im Juve-Kader auch wieder die zuletzt längere Zeit verletzt fehlenden Akteure Sami Khedira und Douglas Costa angehören, ist natürlich dieser Tage auch der Coronavirus. Denn während am Dienstagabend in Italien Geisterspiele in der Europa League beschlossen sowie weitere in der Serie A angedacht wurden und ohnehin vielerorts quasi "Hausarrest" für die Bürger gilt, sind 3000 Turiner Fans aus der vom Virus betroffenen Gegend Piemont in Richtung Lyon als Unterstützer aufgebrochen.

Darüber wundern sich die örtlichen französischen Behörden. Vor allem die Bürgermeister aus den Ortschaften Meyzieu und Decines, die nahe am Lyoner Groupama Stadion liegen, haben ihre Bedenken geäußert und offenbar einen Reisestopp empfohlen - zumal die am Virus gestorbenen italienischen Personen am Dienstag von sieben auf zehn geklettert sind. Das ist der höchste Wert eines europäischen Landes.

Das mit dem Coronavirus ist ein europäisches und globales Problem, kein italienisches.

Juventus-Trainer Maurizio Sarri

Allerdings hat Sarri dafür eine ganz einfache Erklärung - und kritisiert damit auch die Reaktion der Franzosen: "Das mit dem Coronavirus ist ein europäisches und globales Problem, kein italienisches. In Italien haben wir schon 3500 Tests gemacht und deswegen auch mehr positive Ergebnisse bekommen. In Frankreich hat es dagegen nur um die 300 Tests gegeben - weswegen der Durchschnitt der positiv getesteten Personen offekundig unter dem von Italien liegt. Wenn man also auch hier mehr Tests vollzogen hätte, hätte man wahrscheinlich genauso viele positive Ergebnisse erzielt wie wir. Deswegen haben unsere Fans jedes Recht, mit uns nach Lyon zu kommen und dabei zu sein."

mag