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Prozess in der WM-Affäre: DFB wird Nebenkläger

Mögliche zivilrechtliche Ansprüche als Grund genannt

Prozess in der WM-Affäre: DFB wird Nebenkläger

Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach

Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach müssen sich vor Gericht auch gegenüber dem DFB erklären. imago images

Als Begründung gab der Verband an, dass sich aus dem Strafverfahren mögliche zivilrechtliche Ansprüche des DFB gegen die Beschuldigten ergeben könnten. Um diese geltend zu machen, tritt der DFB daher vor dem Schweizer Bundesstrafgericht als Privatkläger auf.

Damit erhält der Verband im Verfahren Parteistellung und hat entsprechende Verfahrensrechte, so der DFB. Vor Ort werden unter anderem Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Chefjustiziar Jörg Englisch die Interessen des DFB vertreten.

Geplant sind in Bellinzona zunächst zwölf Verhandlungstage. Dem Quartett wird ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Konkret geht es um weiterhin nicht geklärte Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Das Verfahren gegen den damaligen WM-OK-Chef Franz Beckenbauer in der gleichen Angelegenheit wurde aufgrund dessen Gesundheitszustandes abgetrennt. Beckenbauer ist in dem Prozess Zeuge, ebenso wie Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter und Günter Netzer.

Ursprünglich hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft Ex-DFB-Präsident Zwanziger, dem früheren DFB-Generalsekretär Schmidt und Linsi Betrug in Mittäterschaft vorgeworfen, Niersbach wurde die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet. Diese Anklagepunkte wurden jedoch auf Einladung des Gerichts von der Bundesanwaltschaft abgeschwächt. Die Beschuldigten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Zeit für den Prozess ist eng bemessen: Bis zum 27. April muss ein erstinstanzliches Urteil gefällt werden, weil sonst die Verjährung eintritt.

sam