Bundesliga

Rückendeckung für Nübel - auch von Gulacsi

Torwartdebatte auf Schalke dennoch wiederbelebt

Rückendeckung für Nübel - auch von Gulacsi

Alexander Nübel

Ein Tag zum Vergessen: Alexander Nübel am Samstag gegen Leipzig. imago images

"Alex weiß selbst, dass er den ersten Schuss halten muss. So eine Situation passiert jedem Torwart mal. Das bringt unsere Position mit sich", sagte Leipzigs Keeper Peter Gulacsi, der im Gegensatz zu Nübel einen äußerst ruhigen Samstagabend verbrachte. Für den Schalker Torhüter dagegen begann das Spiel denkbar schlecht: Keine 60 Sekunden waren vergangen, da ließ Nübel einen Fernschuss von Marcel Sabitzer passieren. Die Gäste, unter der Woche noch in der Champions League bei Tottenham Hotspur gefordert und erst am frühen Donnerstagabend nach Leipzig zurückgekehrt, nahmen das Geschenk dankbar an - und legten Nübel im Verlauf des Spiels vier weitere Treffer ins Netz. "An Alex", bilanzierte Gulacsi später treffend, "lag die Niederlage nicht".

Gänzlich frei von Schuld war Nübel (kicker-Note 5,5) aber eben auch nicht. Denn er verschätzte sich nicht nur bei Sabitzers Schuss, sondern wirkte auch in anderen Situationen unsicher. Gleich zweimal etwa patzte der 23-Jährigen, der im kommenden Sommer ablösefrei zum FC Bayern wechselt, bei Leipziger Ecken - und zog sich damit den Unmut der Schalker Fans insbesondere in der Nordkurve zu, die ihn Mitte der ersten Hälfte deutlich hörbar auspfiffen, nach Abpfiff aber die gesamte Mannschaft mit aufmunternden Gesängen aufbauten.

"Alex hat uns schon viele Punkte gerettet"

Anders als während der Partie vom eigenen Anhang musste sich Nübel von seinem Trainer später keine Vorwürfe anhören. "Für mich verbietet es sich, über einzelne Spieler zu reden", sagte David Wagner, "es haben diesmal sicher sieben oder acht Spieler unter Form gespielt haben. Ich werde nicht Einzelne benennen oder kritisieren." Ganz ähnlich sah es Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider, der lieber Nübels grundsätzlichen Wert für Schalke in den Vordergrund stellte: "Alex hat uns schon viele Punkte gerettet."

Dennoch ist rund um den FC Schalke 04 in den vergangenen Wochen eine Torwart-Debatte entbrannt. Auch am Samstagabend wurden die Verantwortlichen mit der Frage konfrontiert, ob Nübel noch die richtige Nummer 1 sei - oder ob diesen Posten nicht sein bisheriger Stellvertreter Markus Schubert übernehmen müsste.

Schubert wohl gegen Köln wieder eine Option

Der frühere Dresdner, der in dieser Saison während Nübels Rotsperre aus dem Frankfurt-Spiel bereits vier Ligaspiele von Anfang absolviert hat, laborierte zuletzt an Patellasehnenproblemen. Nun steht laut Wagner seine Rückkehr in den regulären Trainingsbetrieb bevor: "Markus hat bereits in der vergangenen Woche Teile des Trainings mitgemacht", sagte der Schalker Trainer. "Ich gehe davon aus, dass er in der kommenden Woche komplett trainieren wird und uns im kommenden Spiel gegen Köln wieder zur Verfügung stehen wird."

Glaubt man den Schalker Reaktion auf Nübels Leistung am Samstag, dann allerdings vorerst wieder nur als Alternative auf der Ersatzbank.

Matthias Dersch