Bundesliga

Paderborn spielt beim FC Bayern: Zingerles Traum geht in Erfüllung

Paderborn: Der gebürtige Münchner spielt laut Trainer Baumgart "ohne Wenn und Aber"

Zingerles Traum geht in Erfüllung

Paderborns Torwart Leo Zingerle

In der "Findungsphase": Paderborns Torwart Leo Zingerle. imago images

Als der SC Paderborn am 22. Juli 2017 sein erstes Saisonspiel in der 3. Liga beim Halleschen FC (4:4) bestritt, stand Leo Zingerle im Tor der Ostwestfalen. Der Keeper war in jenem Sommer vom 1. FC Magdeburg gekommen, absolvierte in seinem SCP-Premierenjahr 35 von 38 Spielen und hatte einen maßgeblichen Anteil an der Rückkehr in die 2. Liga. Und auch dort blieb der 25-Jährige ein Rückhalt beim Durchmarsch bis in die Bundesliga.

Nun stößt Zingerle wie alle anderen in den rasanten Aufstiegsjahren mitgewachsenen Spieler des aktuellen Tabellenschlusslichts mitunter an persönliche Grenzen. "Ein bisschen durchwachsen", so beschreibt Trainer Steffen Baumgart die bisherige Spielzeit des Schlussmanns. "Leo macht viele Sachen gut, gerade was das Aufbauspiel von hinten angeht. Es gibt die eine oder andere Situation, die man besser hätte lösen können."

Allein in den vergangenen drei Heimspielen gegen Leverkusen (1:4), Wolfsburg (2:4) und Hertha BSC (1:2) machte Zingerle nicht immer eine glückliche Figur (jeweils kicker-Note 4,5), für Baumgart sind derartige Schwankungen angesichts des schnellen Aufstiegs der ganzen Mannschaft mit ihren einzelnen Spielern ein normaler Entwicklungsprozess. "Jetzt geht es darum, immer weniger Fehler zu machen, solide zu bleiben, ruhiger zu werden." Dass Zingerle das Potenzial dazu hat, davon ist sein Trainer überzeugt. "Leo ist jung. Er wird jetzt seine Erfahrungen sammeln, er ist in der Findungsphase."

Leo ist jung. Er wird jetzt seine Erfahrungen sammeln, er ist in der Findungsphase.

Steffen Baumgart

An einen erneuten Torwartwechsel - die ersten sechs Saisonspiele und nach einer Schulterverletzung Zingerles spielte Jannik Huth - denkt Baumgart nicht. Zingerle, so der Coach, stehe in München "ohne Wenn und Aber im Tor. Darauf sollte er sich freuen".

Und das wird der Torwart sicher auch tun, ist das Spiel bei den Bayern gerade für Zingerle keines wie jedes andere. Von 2002 bis 2018 spielte der gebürtige Münchner selbst für den FCB, durchlief sämtliche Jugendteams. "Ich war früher oft in der Allianz-Arena", sagte Zingerle vor Saisonbeginn zum kicker, "habe viele Spiele dort gesehen." Am Freitagabend ist er nun mittendrin statt nur dabei: "Einmal da zu spielen - das war mein Traum und Wunsch." Jetzt geht er in Erfüllung.

Thomas Hiete