Amateure

TeBe Berlin hofft auf ruhigeres Jahr - Wie schlägt sich Nordhausen?

Vorschau Oberligen Nordost

TeBe hofft auf ruhigeres Jahr - Wie schlägt sich das "neue" Nordhausen?

Berliner TeBe-Fans

Unterstützend dabei nicht nur im Landespokal: Die Berliner TeBe-Fans. imago

NOFV-Oberliga Nord

In der Staffel Nord geht es mit dem ersten regulären Spieltag des Jahres los: Der Blick schweift dabei natürlich gen Spitze, die sich der Greifswalder FC am vergangenen Wochenende durch einen 4:0-Sieg über Lok Stendal gekrallt hat. Der GFC (39 Punkte) will seinen Ein-Punkte-Vorsprung im zweiten Auswärtsspiel in Folge verteidigen. Dabei geht es sonntags gegen den dann frisch aus dem Trainingslager zurückgekehrten Mecklenburgischen Sportverein Pampow (Hinspiel 2:0 für Greifswald), der als Aufsteiger eine bislang erfolgreiche Saison spielt. Die "grünen Piraten" aus Westmecklenburg überwinterten auf Platz fünf. Der Klassenerhalt bleibt jedoch das Ziel - sicher will man dabei aber das ein oder andere Spitzenteam ärgern.

Wenn Pampow damit gegen Greifswald begänne, würden sich die beiden schärfsten Verfolger Tennis Borussia Berlin (38 Punkte) und Hansa Rostock II (36 Punkte) natürlich freuen. Der einstige Bundesligist TeBe, der 2019 aufgrund von Führungsquerelen turbulente Monate inklusive eines Fan-Boykotts durchlebte, erhofft sich ein - zumindest abseits des Platzes - ruhigeres Jahr 2020. Denis Barcic (Novi Pazar) und Nemanja Samardzic (Viktoria Berlin) sind neu im Team, den Auftakt macht nun das Freitagabend-Duell beim FC Strausberg. Eine machbare Aufgabe, steckt Strausberg als Tabellen-Vorletzter doch in Abstiegsnöten. Weil nicht nur die sportliche Situation unbefriedigend ist, sondern auch innerhalb der Mannschaft Unruhe herrschte, nutzte man dort die Pause, um sich von einigen Spielern zu trennen und um "die Zügel zu straffen", wie es auf der Homepage der Strausberger heißt. Im Hinspiel schoss TeBe den FCS mit 5:0 ab.

Die U 21 des FC Hansa Rostock hat am Sonntag den SV Victoria Seelow zu Gast: Nach erfolg- wie torreichen Testspielen will die Zweitvertretung der "Kogge" auch zum Ligaauftakt loslegen. Aufsteiger Seelow rangiert auf Platz elf. Mit den Leistungen in der Hinrunde habe man die Messlatte sehr hoch, sagt Axel Rietentiet, Cheftrainer der Rostocker U21, "gleichzeitig ist das aber auch ein enormer Anreiz für die Rückrunde. Wir wollen weiterhin offensiven, attraktiven Fußball spielen. Was am Ende dabei raus kommt, wird man dann sehen. Ziel ist es, besser als in der vergangenen Saison zu werden." Das Hinspiel gewann Rostock mit 2:1.

NOFV-Oberliga Süd

In der Staffel Süd gehen bis auf den spielfreien Aufsteiger 1. FC Merseburg alle Teams an den Start - Plauen und Neugersdorf bestritten bekanntlich am vergangenen Wochenende bereits ein Nachholspiel. An der Spitze ist es nach Winterpausen-Rückzug und Annullierung aller Partien mit Beteiligung des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal wieder enger geworden: Der Führende der Tabelle heißt FSV 63 Luckenwalde und hat ein klares Ziel formuliert: Rückkehr in die Regionalliga! In der Winterpause legte man dafür auf dem Transfermarkt zu: Daniel Muniz Dos Santos (Rostocker FC), Jakob Gesien (Chemnitzer FC), Dennis Nüsse (Ludwigsfelder FC) und Andre Thoms (SV Wacker Ströbitz) wurden im Trainingslager im türkischen Side ins Team integriert. Der Favorit ist also zuversichtlich, im ersten Punktspiel des Jahres auf eigenem Platz erfolgreich zu starten - auch wenn die Generalprobe gegen den TuS Sachsenhausen misslang (1:2). Gegner ist der Tabellenletzte TV Askania Bernburg. Das Hinspiel sprach eine klare Sprache: 7:0 gewann Luckenwalde da auf des Gegners Platz.

Schärfster Luckenwalde-Verfolger ist die Zweitvertretung des FC Carl Zeiss Jena, die nur einen Zähler hinter dem Primus gelistet ist. Auch Jena bekommt es mit einem Team aus dem Keller zu tun: Es geht zum FSV Martinroda (Platz 14), der das Hinspiel allerdings nur knapp verlor: 0:1 endete die Begegnung.

Thema Keller: Auch wenn für Martinroda und Bernburg die Chancen durch den Hohenstein-Rückzug wieder etwas besser stehen, bleibt der Klassenverbleib für die beiden ein äußerst anspruchsvolles Unterfangen. Die engültige Anzahl an Absteigern hängt von der Endtabelle der Regionalliga Nordost ab. Aktuell sind es auf den Tabellen-13. VfB Krieschow 14 bzw. zwölf Punkte Rückstand für die beiden Schlusslichter.

Spannend wird es auch, zu sehen, wie sich der erste Krieschow-Gegner Wacker Nordhausen II schlagen wird. Da im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Schieflage des Thüringer Traditionsvereins die bisherige zweite Mannschaft die Lücken des Regionalligateams auffüllen muss, rekrutiert sich das Oberligateam nun ausschließlich aus dem Wacker-Nachwuchs. Somit sind die Krieschower um Goalgetter Andy Hebler trotz einer 0:7-Pleite im Hinspiel für das Rückspiel plötzlich in der Favoritenrolle. Trainer Toni Lempke warnt aber: "Wir werden es mit einer zwar unerfahrenen, aber dennoch gut ausgebildeten Mannschaft zu tun haben, die auf keinen Fall unterschätzt werden darf". Wacker-Coach Thorsten Klaus glaubt zumindest an sein Team: "Dadurch, dass unsere Personaldecke im Winter dünner geworden ist, wird es ohne Zweifel für uns jetzt schwieriger werden. Wir werden Rückschläge zu verkraften haben. Aber ich bin mir vollkommen sicher, dass wir unsere Punkte holen werden, dass wir einen vernünftigen Fußball spielen und mit Unterstützung der Zuschauer trotz allem auch eine vernünftige Rückrunde abliefern werden", wird er auf der Nordhausen-Homepage zitiert.

jam