3. Liga

Torsten Ziegner, Trainer Hallescher FC, nach 1:6 bei Bayern München II

HFC-Trainer äußert sich nach dem Debakel in München

Ziegner: "Keiner hat mehr dran geglaubt"

Torsten Ziegner ist Trainer des Halleschen FC.

Konnte nur mit der ersten Hälfte bei Bayern II zufrieden sein: HFC-Trainer Torsten Ziegner. imago images

Der pünktlich ertönende Schlusspfiff von Schiedsrichter Mitja Stegemann hatte einen starken Hauch von Erlösung. Er setzte einen Strich unter die Machtdemonstration der spielfreudigen Bayern-Amateure, die den Halleschen FC im zweiten Spielabschnitt regelrecht vorführten und mit einem halben Dutzend noch tiefer in die Krise ballerten.

Seit nunmehr sieben Spielen wartet Halle auf einen Sieg (ein Remis, sechs Niederlagen). Erschwerend zu der Liga-Misere hinzu kommt das Aus im Viertelfinale des Landespokals. Kurzum: Der einstige Tabellenführer rutscht immer weiter ab - und plötzlich ist das Thema Abstieg omnipräsent. Zwar sind es noch sechs Punkte, die der Vorsprung auf Viktoria Köln beträgt, für Entlastung müsste man aber erst einmal der Negativspirale entkommen.

Dabei waren die Gäste aus Sachsen-Anhalt gar nicht mal so schlecht gestartet, lagen nach einer soliden ersten Hälfte mit nur einem Treffer in Rückstand. "Die erste Halbzeit hat uns Hoffnung gegeben, dass wir hier noch etwas mitnehmen können", blickte Ziegner gegenüber "MagentaSport" zurück. Doch der indirekt formulierte Anspruch rückte nach und nach weiter in die Ferne und wurde schließlich zur Illusion. "Das 1:3 hat uns das Genick gebrochen", zog der HFC-Trainer Fazit. Es war seiner Meinung nach das einschneidende Ereignis, der Bruch im Spiel, wenn man so will.

Hallescher FC

Demütigender Gang: Die Spieler des Halleschen FC stellen sich den mitgereisten Anhängern. imago images

Ziegner über "haarsträubende individuelle Fehler"

Der Treffer gab den sowieso schon dominierenden Hausherren ordentlich Aufschwung, die Zweitvertretung der Bayern zerlegte die Mannschaft aus Halle daraufhin in seine Einzelteile. "Keiner hat mehr dran geglaubt, noch was zu holen", so Ziegner nach der Partie. Der 42-Jährige sah aber nicht ein kollektives Totalversagen der Grundordnung als Ursache für die Gegentreffer: "Die meisten Gegentore sind haarsträubende individuelle Fehler. Das Schlimme daran ist, dass es immer jemand anderes ist."

Mit Blick auf das anstehende Spiel gegen Aufstiegsaspirant Unterhaching (Sonntag, 14 Uhr) wolle Ziegner den Fokus vor allem darauf richten, "Konzentrationsmängel und individuelle Fehler abzustellen", um möglichst schnell wieder Punkte einzufahren. Im gesamten Jahr 2020 hat es davon noch nicht einen einzigen gegeben (vier Ligapleiten).

phb

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