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HSV: Traum-Debüt für Trochowski - "Dasse" patzt, Teutonia zur Stelle

Oberligen Nord

Traum-Debüt für Trochowski - "Dasse" patzt, Teutonia zur Stelle

Nach dem Sieg gegen den TuS Osdorf feierte die Hamburger Dritten ausgiebig. Pizza und Kaltgetränke stellte anschließend Debütant Piotr Trochowski zur Verfügung. Elbkick.tv

Oberliga Hamburg

Der FC Teutonia 05 kommt dem Spitzenreiter näher. Auf dem Kunstrasen an der Ellernreihe schlug der Tabellenzweite Schlusslicht Bramberger SV mit 3:1. Dabei brachte BSV-Neuzugang Selim Dogic den gastgebenden Underdog in der neunten Minute zunächst wunderbar in Führung. Und auch sonst hielt Bramfeld gut dagegen und gestaltete die Partie im ersten Durchgang offen. Teutonia ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und glich durch Kevin Krottke in der 27. Minute aus. In der zweiten Halbzeit erspielte sich Teutonia dann aber ein Übergewicht und ließ defensiv nur noch wenig zu. Zudem bewies FC-05-Trainer Sören Titze bei seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen und wechselte mit Felix Vobejda und Vincent Boock die Siegtorschützen ein.

Nichts zu feiern gab es hingegen für die Aufstiegskonkurrenten der Teutonen. Der SC Victoria Hamburg verlor sein Heimspiel gegen ersatzgeschwächte Rugenberger mit 0:1. Hasan Zarei gelang nach Vorarbeit von Kilian Utcke der einzige Treffer des Spiels (34.). Durch die Niederlage muss Victoria den dritten Platz räumen. Den schnappte sich der HSV Barmbek-Uhlenhorst, der dank einer starken zweiten Hälfte beim FC Süderelbe 3:0 gewann.

Trotz Unterstützung der befreundeten Dresdner Dynamo-Fans musste Spitzenreiter TuS Dassendorf im Heimspiel überraschend Punkte abgeben. Die Gäste vom SV Curslack-Neuengamme standen defensiv gut und tauchten vorne immer mal wieder gefährlich vor dem Dassendorfer Tor auf. Dennoch ging der Klassenprimus, der bis dato kaum zu überzeugen wusste, nach einer Stunde in Führung. Dazu benötigte die Heimelf aber die Mithilfe der Gäste. Nach einer ersten guten Kombination der Gastgeber lenkte Moritz Kühn das runde Leder unbedrängt ins eigene Netz. Anschließend kam von "Dasse" weiterhin wenig. Dennoch war der Dreier für den Tabellenführer zum Greifen nah, wäre da nicht Sebastian Spiewak gewesen, der in der Nachspielzeit noch ein richtiges Pfund auspackte und den Ball aus knapp 20 Metern in den Knick zum 1:1-Endstand schweißte.

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Weniger spannend, dafür mit Spannung erwartet, war das Duell zwischen dem TuS Osdorf und der Oberliga-Auswahl des Hamburger SV, bei dem Piotr Trochowski sein Punktspiel-Comeback geben sollte. Ohne Top-Torschütze Jeremy Mikel Wachter, der die Torjägerkanone der fünften Ligen anführt, starteten die Gastgeber ins Match und gingen nach einer halben Stunde in Führung. Der HSV baute schlampig auf. Nico Kukuk schnappte sich das Spielgerät, bediente Daniel Törges sehenswert und der ließ sich nicht zweimal bitten. Die Freude währte allerdings nur kurz. Drei Minuten nach der Führung bugsierte Robin Schmidt eine Jordan-Flanke ins eigene Tor. Nach Wiederanpfiff bediente Dominik Jordan Sepehr Nikroo mustergültig, der die Partie drehte. Dann war es soweit. In der 72. Minute durfte Piotr Trochowski sein Pflichtspiel-Debüt in der Oberliga für die "Rothosen" feiern. Der ehemalige Nationalspieler stand auch gleich im Mittelpunkt. Ein schönes Zuspiel brachte zunächst aber noch nichts Zählbares ein. In der Nachspielzeit versuchte zunächst Klub-Präsident Marcell Jansen sein Glück, blieb aber an der Abwehr hängen. Der Abpraller jedoch landete bei "Troche", der seinen Debüt-Auftritt wunderbar mit dem 3:1 veredelte. Ein Einstand nach Maß. "Meine Karriere ist ja schon zu Ende. Ich genieße jetzt einfach jede Minute, die ich noch spielen kann", sagte Piotr Trochowski nach dem Spiel. Jetzt spendiere er seinen Jungs erst einmal eine Pizza und das ein oder andere Kaltgetränke, so "Troche" und scherzt: "Jetzt darf man das ja."

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Völlig in die Hose ging dagegen der Auftritt des Meiendorfer SV, der sich beim TSV Sasel mit 1:7 abschlachten ließ. Jean-Lucas Gerken traf im ersten Durchgang bereits doppelt für die favorisierten Gastgeber, die durch den Kantersieg auf Platz vier klettern. Während der MSV im ersten Durchgang noch einigermaßen Paroli bot, brachen beim Tabellen-17. in Hälfte zwei alle Dämme. Binnen acht Minuten schraubte Sasel das Ergebnis nach dem Seitenwechsel auf 5:0 in die Höhe. Tufan Asan sorgte mit dem 1:5 für etwas Ergebniskosmetik. In der Schlussphase trafen aber Stefan Winkel und Jonathan Zinn noch zweimal für die Gastgeber zum 7:1-Endstand.

Eine ähnlich bittere Niederlage musste auch der TSV Buchholz 08 im Kellerduell beim USC Paloma einstecken. "Diese Punkte wollte wir eigentlich nicht hier lassen", sagte TSV-Coach Rüdiger Meyer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Das Ergebnis macht es für uns nicht einfacher." Denn während die Heimelf aufgrund einer guten zweiten Hälfte ein letztlich verdientes 3:0 feierte und die Abstiegsränge verließ, rutschte Buchholz wieder auf einen Schleudersitz ab. Uhlenhorsts Altona-Neuzugang Furkan Aydin brachte die Gastgeber nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit in der 54. Minuten in Führung. Ein Doppelschlag sorgte schließlich für die Entscheidung. 20 Minuten nach dem Führungstreffer war Aydin diesmal Vorbereiter für Pascal Haase, der zum 2:0 traf. Den Endstand besorgte Denny Schiemann nur wenige Sekunden später (76). Beim einzigen Remis des Spieltags teilten sich Concordia Hamburg und der Niendorfer SV die Punkte.

Oberliga Niedersachsen

Nur vier Partien konnten am Wochenende in der Oberliga Niedersachsen ausgetragen werden. Die restlichen Begegnungen fielen erneut den widrigen äußeren Bedingungen zum Opfer. Am Samstag wurde nur beim SC Spelle-Venhaus gespielt, wo der Heeslinger SC drei Punkte entführte. Zwar gingen die favorisierten Gastgeber durch Timo Nichau in Führung (24.), Heeslingen konnte im zweiten Durchgang allerdings das Spiel drehen und durch Dragan Muharemi (50.) und Darvin Stüve die Punkte einfahren. Umso ärgerlicher dürfte für den SC Spelle-Venhaus die Niederlage sein, weil tags darauf Aufstiegskonkurrent Delmenhorst ebenfalls Punkte bei Lupo-Martini Wolfsburg liegen ließ und dadurch der Sprung auf Platz zwei möglich gewesen wäre.

Der SV Atlas hatte letztlich sogar Glück, überhaupt einen Zähler aus Wolfsburg mitzunehmen. Die Gastgeber legten nämlich einen Blitzstart hin und gingen nach nicht einmal 60 Sekunden durch Andrea Rizzos sehenswerten Chip in Führung. Delmenhorst antwortete wütend. Die Gastgeber überstanden die Druckphase des SV Atlas aber und setzten selbst durch Konter immer wieder kleinere Nadelstiche. Im zweiten Durchgang wurde es dann hitzig. David Chamarro erwies seiner Mannschaft nach gut einer Stunde einen Bärendienst. Bei einer Rudelbildung stieß er seinen Gegenspieler zu Boden und sah dafür die Rote Karte. In Überzahl übernahm Delmenhorst mehr und mehr die Kontrolle, spielerische Ideen fehlten den Gästen aber. In der 79. Minute stand der zur Halbzeit eingewechselte Florian Stütz jedoch goldrichtig und nickte ungehindert zum 1:1 ein. Anschließend passierte nichts mehr Spielentscheidendes. Es blieb beim Remis.

Im Tabellenkeller feierte derweil der FC Eintracht Northeim immens wichtige drei Punkte gegen Abstiegskonkurrent FT Braunschweig. Die Gäste aus Braunschweig kamen gut ins Spiel und gingen im ersten Durchgang nach einem schnellen Angriff über rechts durch Rick Kaupert in Führung (38.). Northeim kämpfte sich aber zurück ins Spiel und belohnte sich mit einem Doppelschlag. Zunächst besorgte Julian Kratzert den Ausgleich (56.). Zwei Minuten später drehte dann Melvin Zimmermann nach allgemeiner Verwirrung nach einem Standard die Partie. In der Schlussphase drückte Braunschweig nochmals, die Eintracht rettete ihren knappen Vorsprung aber ins Ziel und verkürzte durch den Sieg den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf drei Zähler.

Auch der 1. FC Germania Egestorf/Langreder machte Punkte in der Tabelle gut. Mit einem 3:0-Erfolg gegen den TuS Bersenbrück näherte sich die Mannschaft von Jens Janssen dem Aufstiegsrelegationsplatz bis auf sechs Zähler an. Bei noch zwei ausstehenden Nachholspielen könnten die Germanen nun sogar mit dem SV Atlas gleichziehen. Für Egestorf war es der achte Sieg aus den letzten zehn Spielen. Die Gastgeber kamen gut ins Spiel und hatten schon früh erste Möglichkeiten zur Führung. Diese gelang in der 17. Minute Zeki Dösemeci per Kopf nach einer Flanke. Nur drei Minuten später erhöhte Marco Ilic, der zuvor noch für Dösemeci vorlegte, auf 2:0. Die Gäste waren aber keinesfalls chancenlos. Santiago Aloi hatte kurz vor der Pause die dicke Möglichkeit zum Anschlusstreffer, nachdem Mark Flottemesch im Strafraum zu Fall kam. Ole Schöttelndreier entschärfte den Strafstoß jedoch stark. Nach dem Seitenwechsel drückte Bersenbrück auf das 1:2. Der Anschlusstreffer wollte aber nicht fallen, auch weil Germania-Keeper Schöttelndreier etwas dagegen hatte. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff sorgte Neuzugang Utku Kani mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung.

dw