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"Held von München": Manchester United trauert um Harry Gregg

Langjähriger Torhüter im Alter von 87 Jahren verstorben

"Held von München": Manchester United trauert um Harry Gregg

Harry Gregg

Wollte für seine Karriere als Torhüter in Erinnerung bleiben: Harry Gregg. picture alliance

"Harry starb friedlich im Krankenhaus, im Beisein seiner Familie", hieß es in der Meldung der Stiftung. Gregg bestritt als Torhüter 25 Länderspiele für Nordirland und von 1957 bis 1966 insgesamt 247 Partien für Manchester United.

Gregg überlebte das "Munich Air Disaster" vom 6. Februar 1958, als das Flugzeug mit den legendären "Busby Babes" an Bord nach einem Tankstopp auf dem Flughafen München-Riem beim dritten Startversuch verunglückte. 23 von 44 Passagieren kamen bei der Tragödie ums Leben, darunter acht Spieler des jungen Teams von Coach Matt Busby, das sich auf der Rückreise von einem Europacup-Spiel bei Roter Stern Belgrad befand.

Gregg rannte zweimal zum brennenden Flugzeug-Wrack zurück

Gregg war erst zwei Monate zuvor zu United gewechselt, für die damalige Rekordsumme für einen Torhüter von 23.000 Pfund. Später wurde er oft der "Held von München" genannt, weil er - selbst verletzt - zweimal zum brennenden Flugzeugwrack zurückrannte, um Menschen zu helfen und ihnen so das Leben zu retten.

Vera Lukic, die zum damaligen Zeitpunkt schwangere Frau eines jugoslawischen Diplomaten und ihre 20 Monate alte Tochter sowie seine Teamkollegen Bobby Charlton und Dennis Viollet zog er aus den Flammen, auch Trainer Busby und seinem nordirischen Nationalmannschaftskollegen Jackie Blanchflower kam er zu Hilfe. Dafür wurde er von der Queen mit dem Orden des Britischen Empire ausgezeichnet.

Bei der WM 1958 als bester Torhüter ausgezeichnet

Zwei Wochen nach der Katastrophe stand Gregg beim emotionalen FA-Cup-Erfolg gegen Sheffield Wednesday wieder im United-Tor. Bei der WM 1958 in Schweden erreichte er mit Nordirland das Viertelfinale und wurde als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

"Er wird für immer dafür in Erinnerung bleiben, was er in München getan hat", sagte United- und England-Legende Sir Bobby Charlton später über Gregg: "Aber darüber hinaus war er auch ein wirklich starker Torhüter." Gregg selbst betonte immer, er wolle, dass sich die Leute an seine Karriere als Spieler erinnern, "nicht an das, was aus einer kurzentschlossenen Eingebung heraus geschah". Seinen Heldenmut wollte der bescheidene Nordire nicht in den Vordergrund stellen.

ski

Manchester United: Tragödie und Wiedergeburt