Bundesliga

Frankfurt: Als die Trainer noch Magath und Dohmen hießen

Auswärts so schlecht wie seit 19 Jahren nicht mehr

Frankfurt: Als die Trainer noch Magath und Dohmen hießen

Adi Hütter

Auswärts ratlos: Adi Hütter und seine Frankfurter sind in der Fremde so schlecht wie seit 19 Jahren nicht mehr. imago images

Letztmals in der Saison 2000/01 war die Bilanz nach den ersten elf Auswärtsspielen so düster: Damals wie heute verlor die Eintracht acht Partien, gewann zwei und spielte einmal Unentschieden, holte in der Summe also sieben Punkte. In zehn dieser Spiele saß Magath auf der Bank, im elften führte Rolf Dohmen Regie und gewann in Rostock. Ein paar Monate später war der Abstieg besiegelt und Schalke "Meister der Herzen".

Niederlagen in Augsburg, Freiburg, Mainz und Paderborn

Noch schlechter schnitt die Eintracht zuletzt in der Saison 1998/99 ab, seinerzeit waren es nur sechs Zähler in den ersten elf Auswärtsspielen. Rational lässt sich die gewaltige Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtsspielen nicht erklären, auch der Spielplan liefert keine Entschuldigung. Frankfurt verlor diese Saison schon in Augsburg, Freiburg, Mainz und Paderborn - Teams mit einem zum Teil erheblich kleineren Budget.

Sollen wir als schlechteste Auswärtsmannschaft von der Champions League sprechen?

Adi Hütter im kicker-Interview im Januar

Im März kommt es nach dem Duell in Bremen knüppeldick, wenn Frankfurt in Leverkusen und München zu Gast ist, wo es vergangene Rückrunde in der Summe elf Gegentore setzte. Hütter ist die Auswärtsmisere schon lange ein Dorn im Auge. Während des Florida-Trainingslagers im Januar sagte er im kicker-Interview: "Nach dem 5:1 gegen die Bayern sagten 95 Prozent der Menschen: Frankfurt muss in die Champions League. Aber als Trainer habe ich versucht, auch dieses Spiel richtig einzuordnen. Sollen wir als schlechteste Auswärtsmannschaft von der Champions League sprechen?"

Durch das 2:1 bei der TSG Hoffenheim am 18. Spieltag und das glückliche 1:1 in Düsseldorf vor zwei Wochen steht Frankfurt in der Auswärtstabelle derzeit knapp vor Köln und Düsseldorf auf Rang 16 - viel zu wenig für die Ansprüche am Main.

Die jüngste Niederlage in Dortmund kam nicht überraschend. Bei einem solchen Spitzenteam zu verlieren, ist sicher auch kein Beinbruch. Nichtsdestotrotz war die Leistung indiskutabel. BVB-Keeper Roman Bürki hätte die Partie genauso gut auf der Südtribüne verfolgen können, ohne um sein verwaistes Tor ernsthaft besorgt sein zu müssen. Bis auf einen Distanzschuss von Timothy Chandler in die zweite Etage fand Frankfurt offensiv nicht statt.

Im Europa-League-Heimspiel gegen Salzburg sollte die Eintracht am Donnerstag also lieber ein paar Tore vorlegen - was freilich leichter gesagt ist als getan.

Julian Franzke