Bundesliga

Borussia Mönchengladbach: Stindls Signal an Rose

Doppelpack als Empfehlung für die Startelf

Stindls Signal an Rose

Schnürte einen Doppelpack: Lars Stindl (2.v.l.). imago images

Für seinen Fahnenjubel schnappte sich Marcus Thuram dieses Mal das Trikot von Lars Stindl. Falsch lag er mit seiner Wahl nicht, auch wenn sich genauso gut das Jersey von Florian Neuhaus oder sogar sein eigenes Trikot angeboten hätte. Doch zwei Tore, das wichtige 2:1 und 3:1, waren glasklare Argumente, "unser Kapitän", lachte Thuram, "hat es absolut verdient."

Seine Spieler machen es Trainer Marco Rose zurzeit wahrlich nicht leicht. Jeder positioniert sich mit Leistung im knallharten Konkurrenzkampf, niemand enttäuscht. In Düsseldorf war es an Stindl, Eigenwerbung zu betreiben. Der Kapitän bestach vor allem mit Effizienz: Von drei Torschüssen fanden zwei das Ziel. "Ich will immer mein Bestes auf den Platz bringen und der Mannschaft helfen. Dass im Derby auch etwas Zählbares für mich persönlich dabei herausgekommen ist, umso schöner", sagte Stindl. Es war der sechste Doppelpack, den Stindl in seiner Bundesligakarriere bejubelte, und der zweite für die Borussia - beim 3:2 in Leverkusen am 18. Spieltag der Saison 2016/17 hatte er schon einmal doppelt getroffen.

Systemumstellung bringt Erfolg

In Düsseldorf wollte Rose mit Thuram Tempo in die vordere Reihe bringen. Stindl wiederum sollte als anderes Element seine Spielstärke einbringen, deshalb bekam er den Vorzug vor dem wuchtig-dynamischen Breel Embolo, der ebenfalls auf den Platz von Alassane Plea (Gelb-Rot-Sperre) spekuliert hatte. "Er sollte sich zwischen den Linien zeigen und die Bälle abholen. Das ist ihm sehr gut gelungen", erklärte Rose. So richtig zündete der Plan jedoch erst nach dem Seitenwechsel und der Systemumstellung auf ein 4-3-3 mit Stindl als zentraler, aber trotzdem flexibel agierender Spitze. "In der zweiten Hälfte haben wir es alle besser gemacht", sagte Stindl, "über die Dauer des Spiels konnten wir unsere Qualitäten immer besser auf den Platz bringen." Es wurde am Ende der erste Auswärtssieg im Jahr 2020 - und ein Signal an die Konkurrenz, dass sich die Fohlen im Spitzenkampf nicht abschütteln lassen. "Wir wollen", betonte Stindl, "weiter oben dabeibleiben."

Im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim können die Borussen wieder auf ihren Torjäger Plea bauen. Das wird wahrscheinlich zu einem erneuten Umbau der Offensive führen. Und wie sieht Stindl nach seinem Doppelpack die Chance, den Platz in der Startelf zu behalten? Borussias Leader gelassen: "Ich genieße jetzt erst mal, dass ich getroffen habe. Alles andere werden wir sehen."

Jan Lustig

Bilder zur Partie Fortuna Düsseldorf - Bor. Mönchengladbach