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UEFA sperrt ManCity aus: Machtprobe mit einem großen Tier - Ein Kommentar von kicker-Chefredakteur Jörg Jakob

Ein Kommentar von Chefredakteur Jörg Jakob

UEFA sperrt ManCity aus: Machtprobe mit einem großen Tier

Manchester City

Die UEFA sperrt Manchester City aus. picture alliance

Es ist somit auch eine Machtprobe, bei der UEFA-Chef Aleksander Ceferin Ernst macht und seine Ankündigung wahrmacht, in Sachen Financial Fairplay konsequenter vorzugehen, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Bleibt es bei einer empfindlichen Bestrafung für den amtierenden englischen Meister, wäre die UEFA den Ruf, mit dem Financial Fairplay nur einen Papiertiger erschaffen zu haben, erst einmal los. Gleichzeitig würde ein Exempel an einem jener Klubs statuiert, die aus nahezu unerschöpflichen Quellen eines Staates als Besitzer gespeist werden, in diesem Fall den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Empfindlich bedeutet, da Geld hier keine Rolle spielt, eine sportlich spürbare Strafe wie diese Sperre für den bedeutendsten Wettbewerb des Klubfußballs weltweit.

Schwere Geschütze sprechen für Gewissheit

Und genau an diesem Punkt taucht ein Indiz auf, das für eine sichere Beweislage aus Sicht der UEFA spricht: Seit Jahren war aus deren Zentrale in Nyon am Genfer See immer wieder zu hören, Unternehmungen wie der City Football Group sei kaum beizukommen, schwerer jedenfalls als einem Klub mittlerer Preisklasse, weil diese sich die besten und teuersten Juristen sowie lange Verfahren leisten könnten. Dass Prüfer und Anwälte des Verbandes nun derart schwere Geschütze auffahren, spricht für Gewissheiten.

Aber: In ähnlichen Fällen von Finanzdoping oder beim Vorwurf von anderen Unregelmäßigkeiten haben Verbände in der Vergangenheit häufig auch wieder zurückrudern müssen. Ein reduziertes Strafmaß nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen stellt bei der UEFA eher die Regel als die Ausnahme dar.

Manchester City verliert an Attraktivität

Unterdessen schwindet das Ansehen des Klubs mit seinem Starensemble und Trainer Pep Guardiola. Solange die Abstinenz aus der Königsklasse droht oder gar besteht, verlieren die Skyblues Argumente und die Attraktivität für Top-Top-Personal, das nicht nur überragend verdienen, sondern auch auf höchster Ebene spielen will.

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