Bundesliga

Union vor dem Leverkusen-Match: Respekt ja, aber keine Angst

Trainer Fischer will im Heimspiel gegen Bayer nicht nur verteidigen

Union vor dem Leverkusen-Match: Respekt ja, aber keine Angst

Urs Fischer

Legte den Fokus auf die Bundesligapartie gegen Bayer Leverkusen: Urs Fischer, Trainer von Union Berlin. imago images

Am Donnerstag gab es in Berlin fast zeitgleich zwei Pressekonferenzen. Die beim großen Krisen-Klub Hertha BSC mit den Vereinsbossen Werner Gegenbauer und Michael Preetz sowie Investor Lars Windhorst verfolgten in Charlottenburg rund 50 Medienvertreter. Eine Stunde später versammelten sich beim in sich selbst ruhenden 1. FC Union in Köpenick keine zehn Journalisten. Die allemal lobenswerte Kontinuität ist halt nicht ganz so brisant.

Die Lage beim Ligakonkurrenten Hertha verfolgt Union-Trainer Urs Fischer durchaus. "Die Berichterstattung in den letzten zwei, drei Tagen war riesig. Man bekommt das eine oder andere mit. Für uns zählt aber vor allem die Aufgabe am Sonnabend und nicht, was bei Hertha abgeht", sagte Fischer.

Der Fokus der Eisernen liegt klar auf dem nächsten Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Bayer Leverkusen. Da strebt Union weitere Zähler im Kampf um den Klassenerhalt an, auch wenn Leverkusen im Hinspiel (0:2) mindestens eine Nummer zu groß war und zuletzt in einer tollen Begegnung Borussia Dortmund mit 4:3 bezwingen konnte.

"Nur zu verteidigen, wird am Sonnabend nicht reichen"

Von Panik kann bei Fischer nie die Rede sein. Der Schweizer nimmt Leverkusen ernst, ohne dabei zu überziehen. "Einen gewissen Respekt muss man vor jeder Mannschaft haben. Wir wollen es aber nicht übertreiben, dann wird es ängstlich. Leverkusen hat viele Lösungen und findet diese über Geschwindigkeit, in 1:1-Situationen und mit Ball", erklärte Fischer. "Wir werden gefordert sein. Wir werden versuchen, das eine oder andere zu unterbinden. Wir schauen aber auch auf unser Spiel. Nur zu verteidigen, wird am Sonnabend nicht reichen."

Fischer will seiner Elf, die nach abgelaufener Gelb-Sperre wieder mit Vizekapitän Marvin Friedrich anstelle von Florian Hübner in der Abwehr auflaufen dürfte, aber auch den nötigen Mut einimpfen. Dieser soll zu spielerischen Lösungen führen. Sonst werde es schwer, ein Spiel zu gewinnen, meinte Fischer. Wenn Union punktet, kann dies vielleicht auch Selbstvertrauen für das DFB-Pokalspiel am 4. März in Leverkusen bringen.

Fischer kann aus den Vollen schöpfen

Von Unions aktuellen Stammplatzkandidaten sind alle fit. Bei den Reservisten müssen Allrounder Michael Parensen und Offensivmann Sheraldo Becker um ihre Kadernominierung bangen. Parensen hat Fischer zufolge muskuläre Probleme. Bei Becker nannte der Verein keine Diagnose. Sowohl bei Parensen als auch bei Becker wird noch das Abschlusstraining am Freitag abgewartet.

Weiterhin auf der Verletztenliste stehen die Außenbahnspieler Joshua Mees (Oberschenkelverletzung) und Akaki Gogia (Aufbautraining nach Kreuzbandriss). Für Manuel Schmiedebach, der gerade erst eine Bauchmuskelverletzung überwunden hat, kommt ein Einsatz gegen Leverkusen sicher viel zu früh.

Die Partie ist mit 22.012 Besuchern ausverkauft. Auch für den Gästeblock stehen keine Tickets mehr zur Verfügung.

Matthias Koch