Bundesliga

RB Leipzig: Nagelsmann entscheidet sich für Idee und nicht gegen Forsberg

Forsbergs Frau sorgte mit Posting für Aufsehen

Nagelsmann: Entscheidung für eine Spielidee "und nicht gegen Emil"

Julian Nagelsmann

"Einfach dranbleiben": Julian Nagelsmanns Rat an Emil Forsberg. picture-alliance

Die nächste Aufgabe führt den aktuellen Tabellenzweiten der Bundesliga an diesem Samstag (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker) mit einem Kellerkind zusammen: Werder Bremen. Dass RB angesichts der Tabellenkonstellation als Favorit in die Partie geht, erscheint logisch. Dass Nagelsmanns Team im Vergleich zum Duell mit den Bayern vor einer leichten Aufgabe steht, verneint der RB-Coach vehement. Er verweist auf das Hinspiel, das RB am 21. September in Bremen zwar 3:0 gewann, das "aber kein Selbstläufer" (Nagelsmann) gewesen sei. Überhaupt sei es für ihn hinsichtlich Herangehensweise an eine Partie egal, ob RB gegen ein Topteam oder gegen einen Abstiegskandidaten spiele. "Es gibt immer nur drei Punkte, die wichtig sind für unsere Ziele", betont der 32-Jährige, und demnach wolle er gewinnen, damit RB gemäß den Zielen auf Kurs bleibe. Außerdem, so Nagelsmann, spiele Werder trotz der sportlichen Misere nicht "grottenschlecht", sondern "nach wie vor attraktiven Fußball". Und Werder habe gegen "gute Mannschaften bessere Spiele gemacht", fügt der Leipziger Coach an. Resultat: "Es gibt keine Veranlassung, weniger zu tun."

Nagelsmann leidet mit Kohfeldt

Etwas traurig betrachtet Nagelsmann die Situation seines Kollegen Florian Kohfeldt, der mit Werder gerade in arger Bedrängnis ist. Denn der RB-Trainer schätzt Kohfeldt nicht nur menschlich sehr, sondern hält ihn auch "für einen der fähigsten Trainer, die wir haben. Flo hat sehr gute Sichtweisen auf das Fußballspiel". In der aktuellen Situation der Bremer imponiert Nagelsmann an seinem Kollegen die Ruhe und Stringenz, mit der Kohfeldt an der Bewältigung der Krise arbeite.

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Eine Krise muss Nagelsmann derzeit nicht bewältigen. Im Gegenteil. Der Leipziger Trainer sieht seine Mannschaft im Hinblick auf die von ihm seit Sommer verabreichten neuen fußballerischen Inhalte - mehr und besserer Ballbesitz - auf einem guten Weg und ist "vom Grundsatz her zufrieden mit den Jungs". Sein Team habe noch Luft nach oben, mache aber stetig Fortschritte. So sei etwa die Partie in München mit der Art und Weise, wie RB gerade in der 2. Halbzeit in Drucksituationen aus der eigenen Abwehr herausgespielt habe, "ein weiterer Schritt" nach vorne gewesen, so Nagelsmann.

Frau Forsberg und der Post im Netz

Emil Forsberg konnte in München nichts zum Punktgewinn beitragen. Der schwedische Offensivkünstler musste 90 Minuten auf der Bank verweilen, nachdem er bereits das Pokal-Achtelfinale der Leipziger bei Eintracht Frankfurt (0:2) komplett auf der Bank verbracht hatte. Was seine Frau Shanga offenbar veranlasst hatte, einen Post in den Sozialen Netzwerken abzusetzen, in dem sie schrieb, dass niemand auf der Welt das Recht habe, ihren Mann "wie Scheiße zu behandeln". Nagelsmann hat mit Forsberg darüber und über dessen persönliche Situation bisher "nicht gesprochen. Ich glaube auch nicht, dass ich da jetzt in der Bringschuld bin." Er habe den Post von Frau Forsberg nicht auf sich bezogen, so Nagelsmann, "weil ich nie weder einen Spieler noch einen Menschen wie Scheiße behandele, so wie ich es dann da gelesen habe." Entscheidungen, die er treffe, basierten "auf einer Idee, Spiele zu gewinnen". Und da habe er sich zuletzt eben für andere Akteure entschieden "und nicht gegen Emil". Zudem hatte Forsberg bei seinem letzten Einsatz - am 20. Spieltag zu Hause gegen Mönchengladbach (2:2) - nicht überzeugt (kicker-Note 5) und war zur Pause ausgewechselt worden. Grundsätzlich sei es so, betont Nagelsmann, dass RB in Christopher Nkunku, Patrik Schick oder Olmo "sehr gute Fußballer dazugekriegt" habe und Forsberg nun nicht mehr der einzige sei, der mit glänzender Technik und Geistesblitzen ein Spiel beeinflussen könne, so der RB-Coach. Forsberg müsse "einfach dranbleiben" und werde auch wieder seine Spielzeiten bekommen.

Adams fällt aus

Verzichten muss der Leipziger Coach in Bremen derweil auf Tyler Adams. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler fällt mit einem Muskelfaserriss in der Wade für die Partie in Bremen, das Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch bei den Tottenham Hotspur und eventuell noch für das dann folgende Ligaspiel am 22. Februar bei Schalke 04 aus.

Andreas Hunzinger

Eine 2, eine 5 - die Einzelkritik zum Topspiel Bayern-Leipzig