2. Bundesliga

Dynamo Dresden fordert nach Einspruch Funk-Aufzeichnung vom DFB an

VAR-Verkehr soll offengelegt werden - Verband lehnt ab

Nach Einspruch: Dresden fordert Funk-Aufzeichnung vom DFB an

Michael Bacher annulliert das Tor von Patrick Schmidt

Abseits: Schiedsrichter Michael Bacher annulliert das Tor von Patrick Schmidt (re.). imago images

Dynamo hatte am Montagmorgen Einspruch gegen die Wertung der 2:3-Niederlage gegen Darmstadt 98 eingelegt. Grund: Schiedsrichter Michael Bacher hatte den vermeintlichen 3:3-Ausgleichstreffer durch Patrick Schmidt in der 72. Minute nach einem Hinweis von VAR Florian Badstübner und anschließender Ansicht der Videobilder zurückgenommen, weil der im Abseits stehende Jannis Nikolaou seinen Gegenspieler Matthias Honsak behindert haben soll.

Nach Ansicht von Dynamo sei ein Eingreifen des Video-Assistenten in dieser Szene aber regelwidrig gewesen. Der VAR dürfe sich nur dann einschalten, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliege. "Das heißt, bei einer strittigen Situation ist er überhaupt nicht befugt, einzugreifen", argumentiert Dresdens Anwalt Christian Quirling im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung".

"Der Video-Assistent ist nicht irgendein Lakai"

Der Video-Assistent sei "ein Spiel-Offizieller und nicht irgendein Lakai. Wenn durch sein unberechtigtes Eingreifen eine falsche Entscheidung rauskommt, muss man die auch rückabwickeln können", so Quirling weiter. "In diesem Fall wurde aus einer objektiv richtigen Entscheidung im Nachhinein eine falsche gemacht." Somit habe VAR Badstübner durch seinen Eingriff einen Regelverstoß begangen.

"Es stößt mir schon auf, dass wir völlig außen vor gelassen werden."

Dresdens Anwalt Christian Quirling in der "Sächsischen Zeitung"

Beweisen könne Dynamo das aber nicht. Deshalb forderte Dynamo die Audio-Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Bacher und Badstübner beim DFB an - doch der Verband blockte ab. "Meinen Antrag, mir diese Audio-Aufzeichnung zuzusenden, hat der DFB abgelehnt." Die Begründung von Seiten des Verbands sei gewesen, die Aufzeichnung sei für den Einspruch irrelevant und diene nur der Ausforschung. "Es stößt mir schon auf, dass wir völlig außen vor gelassen werden", klagt Quirling.

Nicht nur deshalb schätzt der Dynamo-Anwalt die Chancen auf ein Wiederholungsspiel nicht gerade groß ein. "Wir sind nicht blauäugig", so Quirling. "Wir kennen die bisherigen Entscheidungen." Bislang ist noch keinem Einspruch gegen eine Spielwertung stattgegeben worden, der sich auf einer VAR-Entscheidung begründete. Zuletzt hatte Dynamo davon profitiert, nachdem ein Einspruch des SV Wehen Wiesbaden gegen die Wertung des 0:1 gegen die Sachsen abgelehnt worden war.

mib