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Deutsche eSportler werden immer sportlicher

Studie der Sporthochschule Köln zeigt positiven Trend

Deutsche eSportler werden immer sportlicher

Fitnesstraining wird bei immer mehr eSport-Teams fester Bestandteil des Trainingsplans.

Fitnesstraining wird bei immer mehr eSport-Teams fester Bestandteil des Trainingsplans. SK Gaming|Daimler

Die Sportuniversität in der Domstadt forscht schon seit geraumer Zeit am eSport und damit verbundenen Themen wie dem Training, Belastung oder motorische Fähigkeiten. Bei der zweiten Studie standen indes Wohlbefinden und Erholung im Fokus. Dafür hat Pro. Dr. Ingo Froböse mit seinem Team rund 1.200 eSportler aller Leistungsstufen über ihr Alltagsleben befragt. Dabei kam die Sporthochschule auf ein paar interessante Ergebnisse.

Sportliche eSportler

Erste wichtige Erkenntnis: eSportler sind aktiver als zuvor. 80 Prozent aller Befragten erfüllen oder übertreffen die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation von 2,5 Stunden pro Woche. Diese Zahl liegt fast 16 Prozent über der des Vorjahres. "Ich freue mich sehr, dass wir diese Entwicklung beobachten können. Das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität neben dem eSport steigt", kommentiert Froböse. Seine Lehren haben Anteil daran, aber auch viele andere eSportler und Teams wie SK Gaming thematisierten im vergangenen Jahr speziell die Wichtigkeit von sportlichen Aktivitäten.

Die Bewegung ist gerade deshalb so wichtig, weil sich eSportler lange Zeit vor Bildschirmen aufhalten und dementsprechend meistens auch in einer sitzenden Haltung, was dem Körper schadet. eSportler sitzen aber nicht nur viel beim Training. Das ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Digitale Medien bestimmen die Freizeit. Ob Livestreams schauen, Musik hören oder Messenger-Dienste nutzen, eSportler - Profi und Amateur - verbringen mehrere Stunden täglich mit derlei Aktivitäten.

Stress und Schlaf im Blick

Die Sporthochschule erkundigte sich bei den eSportlern auch nach Stressempfinden und Schlafverhalten. Dabei fand man heraus, dass zwar nur zwei Prozent unter hohem Stress leiden, 47 Prozent jedoch moderat gestresst sind. Zudem fiel auf, dass je mehr Zeit in Gaming investiert wird, desto schlechter ist tendenziell die individuelle Gesundheitswahrnehmung. Das könnte auch etwas mit dem Schlaf zu tun haben. Werktags ruhten die eSportler knapp 40 Minuten weniger als der Durchschnittsbürger. Das beklagten allerdings nur 14 Prozent der Befragten. Bei den Punkten gibt es auf jeden Fall noch Luft nach oben. Das stellt auch Froböse in seinem abschließenden Fazit fest: "Insgesamt gibt es erfreulicherweise weniger Probleme als erwartet. Der hohe Medienkonsum, die damit einhergehenden langen Sitzzeiten und das psychische Wohlbefinden liefern dennoch wichtige Ansatzpunkte für eine gezielte Gesundheitsförderung."

Christian Mittweg