Bundesliga

Bayer Leverkusen - Sinkgraven gibt sich selbstkritisch

Niederländer hat einen Stammplatz und möchte noch mehr

Sinkgraven selbstkritisch: "Offensiv kann ich mehr leisten"

Daley Sinkgraven

Daley Sinkgraven

"2020 fühle ich mich wirklich fit. Es ist schön, mal ein paar Spiele nacheinander zu spielen. Ich bin wirklich glücklich darüber", erklärt der Linksverteidiger, der seit dem Rückrundenstart die Nummer eins auf der linken Defensivseite bei Bayer ist, "in den Rhythmus zu kommen ist sehr wichtig. Dadurch bin ich stärker."

Den Brasilianer Wendell, über Jahre hinweg als linker Verteidiger gesetzt und oft ohne echte Konkurrenz, hat der 24-Jährige erstmal auf die Ersatzbank verdrängt. Nach einer Muskel-Sehnenverletzung, die ihn Mitte der Hinrunde erneut weit zurückwarf, nimmt Sinkgraven, den von April 2017 bis November 2018 eine Knieverletzung nicht mehr richtig auf die Beine kommen ließ, jetzt Fahrt auf. Der Techniker sagt: "Ich glaube, ich bin nah an der Verfassung, die ich bei Ajax vor meiner Verletzung hatte."

Bosz: "Ich hatte ein bisschen Angst"

Noch bleibt abzuwarten, wie er die nun beginnenden englischen Wochen wegsteckt. Die Entwicklung des Linkfußes sieht sein Trainer grundsätzlich positiv. "In der Winterpause hat er wieder gut trainiert, aber er ist immer noch nicht ganz da", urteilt Peter Bosz, der sich zuletzt etwas um seinen Landsmann sorgte: "Ich hatte ein bisschen Angst, weil er zuvor zwei Spiele nicht so gut gespielt hat. Ich weiß, dass er es besser kann. Aber gegen Dortmund hat er es richtig gut gemacht. Das heißt, dass er auf einem richtig guten Weg ist."

Gegen den BVB bereitete Sinkgraven per Flanke den Siegtreffer zum 4:3 vor. Seine erste Torbeteiligung für Bayer. Kein Wunder, dass der gelernte offensive Mittelfeldspieler in dieser Hinsicht mehr von sich verlangt. "Mein Defensivspiel ist jetzt ziemlich gut. Ich glaube aber, dass ich offensiv mehr leisten kann. Vielleicht halte ich mich noch ein bisschen zurück. Ich weiß nicht, warum. Wir spielen sehr attraktiven Fußball mit vielen Offensivspieler, vielleicht bleibe ich deshalb etwas mehr hinten. Doch der Trainer hat mir auch gesagt, dass es Zeit ist, mich offensiv zu zeigen. Das versuche ich."

Sinkgravens Zurückhaltung in der Offensive war Teil des Plans

Sinkgravens offensive Zurückhaltung war anfangs Teil des Plans, um den Sommer-Einkauf wiederaufzubauen. "Als er hier angefangen hat, habe ich ihm gesagt: Spiel einfach", erzählt Bosz, "ich weiß, dass seine Qualitäten vor allem im Ballbesitz liegen. Aber wenn man bei einem neuen Verein anfängt, ist es wichtig, dass man gut reinkommt. Nicht mit vielen Ballverlusten." Der Akteur mit dem feinen Fuß und einem guten Auge hielt sich an den Ratschlag, gewöhnte sich an das höhere Tempo in der Liga und überzeugt nun als spielerisch starke und meiste verlässliche Größe. Sollte Sinkgraven die jüngsten Eindrücke bestätigen, wären die im Sommer gezahlten fünf Millionen Euro Ablöse sicherlich nicht Bayers schlechteste Investition.

Stephan von Nocks