Bundesliga

Eintracht Frankfurt selbstbewusst zum BVB - trotz verheerender Bilanz

Frankfurt: Skibbe holte 2010 den letzten Sieg

Eintracht selbstbewusst nach Dortmund - trotz verheerender Bilanz

Mijat Gacinovic will mit Eintracht Frankfurt die BVB-Defensivprobleme offenbaren.

Mijat Gacinovic will mit Eintracht Frankfurt die BVB-Defensivprobleme offenbaren. imago images

Ausgerechnet unter Michael Skibbe, den in Frankfurt viele vor allem mit der "Rückrunde der Schande" 2011 assoziieren, feierte die Eintracht ihren letzten Sieg in Dortmund. Am 21. Spieltag der Saison 2009/10 trug es sich zu, dass die Hessen bei Jürgen Klopps Borussia munter nach vorne spielten und verdient mit 3:2 gewannen. Rechtsaußen Patrick Ochs war der beste Mann auf dem Feld, Alex Meier und sein Kumpel Benjamin Köhler trafen wie auch Sebastian Jung. Das Siegtor bereitete ein gewisser Selim Teber vor, der seit bald zehn Jahren nicht mehr in Deutschland spielt ...

Frankfurts desaströse Statistik

Die Bilanz seither könnte man getrost in einem Gruselkabinett aushängen. Sie lautet: acht Spiele, acht Niederlagen, 25 Gegentore, sechs erzielte Treffer. Es gibt zahlreiche weitere Fakten, die nicht gerade dafür sprechen, dass Frankfurt am Freitagabend hoch gewinnen wird. Dortmund feierte nur gegen die Eintracht schon 44 Siege in der Bundesliga, die ihrerseits wiederum lediglich gegen Bayern München mehr Niederlagen (53) einstecken musste. Der Auswärtssieg 2010 war der einzige Dreier in den vergangenen 22 Gastspielen in Dortmund. In all diesen Partien erzielte der BVB stets mindestens ein Tor, in den vergangenen zehn Heimspielen gegen Frankfurt traf die Borussia sogar immer Minimum zweimal.

Ob sich das diesmal ändert? Aktuell stellt Dortmund mit 36 Toren die beste Heimoffensive, Frankfurt mit nur elf Treffern zusammen mit vier weiteren Teams die schwächste Auswärtsoffensive. Eine "weiße Weste" gab es schon lange nicht mehr: In den jüngsten 14 Auswärtsspielen kassierte die SGE immer mindestens ein Gegentor. Gibt es noch weitere "Mutmacher"? Na klar! Seit Lucien Favres Dienstantritt in Dortmund verlor der BVB nur eines von 27 Heimspielen (21 Siege, 5 Remis), mit 2:4 gegen Schalke. Keine andere Mannschaft performte zu Hause in diesem Zeitraum so gut.

Gacinovic: "Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Spiel"

"Wir wissen, wie schwer es in Dortmund ist. Seit ich in Frankfurt spiele, haben wir dort noch nie gewonnen. Wenn du diese Top-Mannschaft siehst, müssen sie ein Titel-Kandidat sein. Aber ich glaube an uns, wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Spiel", sagt Mijat Gacinovic.

Eine breite Brust sollten er und seine Mannschaftskameraden in der Tat haben, immerhin legten sie mit zehn Punkten und 10:2 Toren den besten Rückrundenstart in der Frankfurter Bundesligageschichte hin. Aus dem Spiel heraus kassierten sie 2020 in der Liga noch keinen Treffer. Hinzu kommt: Zumindest in den Heimspielen präsentierte sich die Eintracht in dieser Saison als Favoritenschreck, schlug Bayer Leverkusen, den FC Bayern und zweimal Leipzig; gegen den BVB gab es in der Hinrunde ein respektables 2:2.

Gacinovic: "Hinten haben sie ein bisschen Probleme"

Grundsätzlich ist es der Mannschaft also schon zuzutrauen, beim BVB zu punkten. Zumal die Borussia zuletzt im DFB-Pokal in Bremen und am vergangenen Wochenende in Leverkusen zwei Niederlagen einstecken musste und dabei sieben Gegentore kassierte. "Ich habe viele Spiele von Dortmund geschaut, hinten haben sie ein bisschen Probleme", weiß Gacinovic. Es liegt nicht zuletzt an ihm, dem Zehner und Umschaltspieler, diese Schwäche auszunutzen.

Julian Franzke

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