Bundesliga

Kohfeldt erklärt Werder-Trainingslager - Moisander fit für Leipzig

Fritz reist zur Unterstützung mit

Kohfeldt erklärt Trainingslager: "Bequemlichkeit im Keim ersticken"

"Den Zeitpunkt haben wir genau abgewogen": Florian Kohfeldt am Mittwochmittag in Bremen. imago images

Wo genau Werder Bremen ab Mittwochnachmittag das Kurztrainingslager abhält, weiß Florian Kohfeldt noch gar nicht. "Ich weiß bis jetzt nur, dass wir nach Leipzig fahren", sagte er kurz vor der fünfstündigen Busfahrt. "Für alles andere müssen Sie den Teammanager fragen."

"Wir wollen sehr klar signalisieren, dass wir auf nichts warten wollen"

Was Hotel und Umgebung zu bieten haben, ist dem Trainer auch gar nicht so wichtig - er will vor allem ein Zeichen setzen. "Den Zeitpunkt haben wir genau abgewogen. Wir wollen damit sehr klar signalisieren, dass wir auf nichts warten wollen." Deswegen greift Werder eben nicht drei, sondern 13 Spieltage vor Saisonende zu dieser Maßnahme.

"Wir haben noch 13 Spiele, das sind 13 Chancen für uns. Das muss in unseren Kopf rein", fordert Kohfeldt. Die nächsten Gegner - Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) und Dortmund exakt eine Woche später - seien zwar "Topmannschaften, aber trotzdem müssen wir jede Chance nutzen, um zu punkten".

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Das Trainingslager helfe, "alle Störfaktoren auszuschalten", biete "ganz andere Möglichkeiten für Gespräche", lege den Fokus voll aufs Leipzig-Spiel. Gleichzeitig soll es "einen weitergehenden Effekt haben, der nicht nur auf dieses Spiel abzielt", erklärt Kohfeldt und spricht von "Stabilität und Gemeinschaftsgefühl", aber auch von "Bequemlichkeiten": "Das sind Dinge, die wir unbedingt im Keim ersticken wollen, sollte es sie geben."

Kohfeldt arbeitet an klaren Handlungsmustern - wie damals mit den langen Bällen

Fußballerisch sieht er seine Elf "stabiler als vor der Winterpause". Doch was kann er gegen die größte Problemzone tun - nämlich dass sie sich auf dem Platz "viel zu oft" von "kleinen Momenten" extrem zurückwerfen lässt? Kohfeldt denkt da auch an die Hinrunde der Vorsaison.

"Wir hatten letztes Jahr eine ähnliche Situation, als wir ein großes Problem hatten, aus der Pause herauszukommen. Wir haben extrem viele Tore nach der Halbzeit gefressen." Und nachdem alles Verbale und Laute in den Pausenansprachen wirkungslos geblieben war, "haben wir es damals mit sehr klaren Handlungsmustern probiert", blickt Kohfeldt zurück. "Wir haben die ersten zwei Bälle immer lang gespielt, um ins Gegenpressing zu kommen."

Er ist sehr erfahren, was solche Situationen angeht. Er würde jetzt wahrscheinlich sagen: leider.

Florian Kohfeldt über Clemens Fritz

Und auch wenn die jetzigen Probleme "tiefergehender" seien: "Ähnliche Ansätze versuchen wir jetzt auch", um in kritischen Momenten "keine Lethargie aufkommen zu lassen". Nach dem ersten Gegentor im Pokal gegen Dortmund (3:2) habe das auch schon geklappt.

Zur mentalen Unterstützung nimmt Kohfeldt nicht nur Team-Psychologe Andreas Marlovits mit ins Trainingslager, sondern auch Clemens Fritz, den Leiter der Scouting-Abteilung. "Er ist sehr erfahren, was solche Situationen angeht. Er würde jetzt wahrscheinlich sagen: leider. Aber er hat als Kapitän genau diese Phasen häufig durchgemacht", so Kohfeldt. "Ich erhoffe mir schon, dass er noch mal eine andere Perspektive reinbringt."

Kapitän Moisander ist gegen Leipzig einsatzbereit

Was all das schon gegen RB bewirkt? Ungewiss. "Man kann jetzt nicht erwarten, dass nach zwei Tagen alles in Leipzig auf den Platz kommt", sagt der Trainer, der immerhin mit seinem Kapitän planen kann: Niklas Moisander (Schlag aufs Knie) sei "bei normalem Verlauf einsatzbereit".

jpe

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