Bundesliga

Hertha BSC: Torwarttrainer Zsolt Petry wieder bei den Profis

Hertha: Torwarttrainer ab Mittwoch zurück im Staff

Nach Klinsmanns Abgang: Petry wieder bei den Profis

Torwarttrainer Zsolt Petry im Training bei Hertha BSC.

Zsolt Petry soll ab sofort wieder das Torwarttraining bei Hertha BSC leiten. imago images

Petry soll bereits bei der Trainingseinheit am Mittwochvormittag wieder auf dem Platz stehen. Klinsmann hatte nach seiner Installierung als Cheftrainer am 27. November den im Klub fachlich und menschlich hoch geschätzten Ungarn degradiert und für vier Wochen mit Zustimmung des DFB Bundestorwarttrainer Andreas Köpke engagiert. Nach Köpkes Abgang aus Berlin war Ende Dezember mit Beginn der Rückrunden-Vorbereitung Max Steinborn, zuvor Torwarttrainer von Herthas U23, zu den Profis befördert worden.

Petrys Abservierung hatte sowohl bei Stammkeeper Rune Jarstein als auch bei dessen Vertretern Thomas Kraft und Dennis Smarsch für Irritationen gesorgt. Zuletzt hatte Jarstein im kicker erklärt: "Ich habe Zsolt sehr viel zu verdanken. Ohne ihn wäre ich nicht in Berlin. Ohne ihn wäre ich nicht der Torhüter, der ich bin. Wir haben ein besonderes Verhältnis." Dass Klinsmann Petry kalt stellte, fassten viele im Klub als persönlich motivierte Retourkutsche auf.

Ohne ihn wäre ich nicht der Torhüter, der ich bin.

Herthas Nummer eins Rune Jarstein über Zsolt Petry

Petry hatte Klinsmanns Sohn Jonathan, mit dem er zwischen 2017 und 2019 arbeitete, im März 2018 hart kritisiert. Über Klinsmann junior, der im Sommer 2019 ablösefrei zum Schweizer Erstligisten FC St. Gallen gewechselt ist und dort noch auf seinen Durchbruch wartet, hatte Petry seinerzeit gesagt: "Das seriöse, ernsthafte, fokussierte, deutsche Arbeiten hat ihn noch nicht ganz erreicht, da ist noch zu viel Amerikanisch drin. Die Persönlichkeitsentwicklung ist etwas hängengeblieben."

Petry: Kritik an Klinsmann Junior - und vom Senior ausgebootet

Öffentlich pflichtete Jürgen Klinsmann Petry in einem kicker-Interview im April 2018 bei ("Natürlich hat Zsolt recht, Jonathan muss lauter werden auf dem Platz, mehr Persönlichkeit zeigen, mehr coachen."). Im März 2019 legte er nach und lobte Petry überschwänglich: "Zsolt hat einen gigantischen Job gemacht. Jonathan ist hier zum Mann geworden." Als Klinsmann Ende November in die sportliche Verantwortung rückte, ließ er den zuvor so hymnisch Gepriesenen allerdings eiskalt fallen - zur Verblüffung der Hertha-Chefetage.

Manager Michael Preetz hatte Petry Ende Januar mit der Aufgabe als Torwarttrainer der U17 des Klubs betraut - verbunden mit der Aussicht, unter einem anderen Cheftrainer als Klinsmann wieder auf seine angestammte Position im Stab des Profi-Teams zurückkehren zu können. Jetzt, nicht einmal 24 Stunden nach Klinsmanns Abgang, ist es so weit.

Steffen Rohr