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Wie ein Turnier das Problem der FIFA-Szene widerspiegelt

Disconnects beim FeCWC

Wie ein Turnier das Problem der FIFA-Szene widerspiegelt

Die Probleme mit den Servern werden allmählich zum großen Problem für EA.

Die Probleme mit den Servern werden allmählich zum großen Problem für EA. kicker eSport

Die Übertragung vom FIFA eClub World Cup (FeCWC) fand vom 7. bis 9. Februar in Mailand statt. Als Zuschauer bekam man ein eher unscheinbares Turnier präsentiert, das sich nur auf das Wesentliche konzentrierte und das waren die Partien. Hier und da ein kleiner Talk zwischen den Moderatoren und mit den Spielern, aber sonst gab es eher wenige Highlights abseits des virtuellen Rasens.

Dass der Fokus auf dem Wettbewerb liegt, ist sinnvoll, vor allem, wenn der Umfang größer angelegt ist und man nicht viel Zeit verlieren darf. Generell sind Turniere der FIFA im eFootball eher nüchterner und spielorientierter angelegt, das ist nicht neu. Im Vergleich zu den Events die EA mit anderen Partnern ausführt, war Mailand aber fast schon etwas farblos in der Ausrichtung. Vielleicht lag auch deshalb der Fokus so stark auf dem, was sich an allen Tagen zeigte: Spielabbrüche.

Mailand - negativer Höhepunkt

Die sind bei FIFA-Events des Öfteren schon passiert, allerdings erlebte die Häufigkeit der Abbrüche on Screen, also vor den Augen aller, an diesem Wochenende ein bisher nie dagewesenes Hoch. Da fühlt sich der allgemeine Weekend League-Spieler streckenweise schmerzhaft an sein eigenes Spielerlebnis erinnert. Dabei haben diese Abbrüche mit denen bei großen FIFA-Events eher weniger zu tun. EA nutzt für ihre eSport-Wettbewerbe eine separate Version des Spiels. Sie hat andere Funktionen und ermöglicht es beispielsweise die Pausenzeit länger anzusetzen oder bei Disconnects das Spiel auf den Stand vor dem Abbruch zu bringen. Tore, Erschöpfung der Spieler, das lässt sich alles einstellen. Um einen reibungslosen Ablauf vor Ort zu garantieren, wird außerdem ein lokaler Server errichtet auf dem die Teams der Spieler gezogen werden.

In Mailand beim FeCWC sah man dieses Bild erstaunlich oft. Für die Spieler war das oftmals sehr ärgerlich.

In Mailand beim FeCWC sah man dieses Bild erstaunlich oft. Für die Spieler war das oftmals sehr ärgerlich. FIFA

Heißt also der Server, auf dem der FeCWC gespielt wurde, war nicht der, auf dem Millionen von Spielern ihre Weekend League absolviert haben. Aber dennoch gab es Probleme - wieso? Erklären lässt sich das durch technische Fehler, die vor Ort gemacht wurden. Allerdings war das Turnier und die Abbrüche auch ein Paradebeispiel für die generellen Problem der FIFA-Szene. Wodurch Abbrüche letzten Endes hervorgerufen werden, ist dabei für die Spieler egal. Sie fühlen sich bestätigt, dass wenn es selbst bei großen Turnieren an drei Tagen über sechs Spielabbrüche gibt, es daheim nicht wirklich besser funktionieren kann. Diesen Vorwurf wird sich EA nach dem FeCWC noch stärker gefallen lassen müssen.

Was EA fehlt und andere können

EA versteht FIFA als kompetitiven Titel der sich auf Wettbewerbsebene behaupten muss. An sich eine gute Idee, da das Spiel Zugänglichkeit auf vielen Ebenen bietet und gut vermarktet werden kann. Allerdings scheint man technisch anderen eSport-Spielen weit unterlegen. Vergleicht man den Spielablauf in der League of Legends LEC oder bei Dota Majors, findet man selten solche Probleme und schon gar nicht bei großen Turnieren. Reibungslos läuft auch nicht immer alles, aber Spielabbrüche mitten im Match sind mittlerweile ein Phänomen, dass sich FIFA zu eigen gemacht hat.

Zudem scheint das Problem schwerwiegender zu sein, als erwartet. Denn und diese Frage muss man stellen, wenn es nur an besseren Servern oder mehr Sorgfalt bei der Einrichtung lokaler Server auf Turnieren liegt, warum wird es nicht "einfach" gelöst? Am Geld kann es nicht liegen und der drohende Image-Verlust sollte das Investment auf jeden Fall begründen. Es scheint dementsprechend mehr zu sein als nur das. Solle man bei EA diese Probleme allerdings nicht beheben, wird der FeCWC 2020 nicht zum Mahnmal, sondern zur Regel und das werden die Spieler vermutlich nicht mehr lange hinnehmen.

Nicole Lange