3. Liga

Würzburgs Kaufmann: "Bei uns gibt es keine Einzelspieler"

Kickers mit Zusammenhalt und Einsatz gegen Ingolstadt

Würzburgs Kaufmann: "Bei uns gibt es keine Einzelspieler"

Würzburgs Fabio Kaufmann bejubelt seinen Treffer kreativ mit der "absolut flachlegenden Kobra". imago images

"Ich habe gerade gehört '3:1 gewonnen'… Das war mir schon klar, aber drei Tore gegen Ingolstadt zu schießen, nachdem du hier nach fünf Minuten hinten liegst…", wirkte Würzburgs Trainer Michael Schiele auch am Mikrofon von MagentaSport noch nahezu verwundert über den Sieg der Würzburger. Denn die Kickers brauchten zwanzig Minuten, in denen laut Schiele "die letzten zwei, drei Prozent im Zweikampf und Umschalten" gefehlt hatten. Dann dominierten sie über die verbleibende Spielzeit den Tabellenzweiten und gewannen verdient. "Das war schön, gegen eine Top-Defensive so viele Chancen rauszuspielen über 90 Minuten", rückte Schiele die offensive Spielfreude seines Teams in dieser "Top-Partie" in den Fokus.

Kaufmann und die "flachlegende Kobra"

Entsprechend ausgelassen zeigten sich seine Spieler nach dem Abpfiff. Während Kaufmann sein Tor als "gute Kombination" beschrieb, bei der die Würzburger ihre "Schnelligkeitsvorteile" ausgespielt hätten, wurde er bei seinem Torjubel und der dazugehörigen Namensfindung richtig kreativ. "Ich glaube es ist ja nicht neu, dass ich mir da immer was überlege. Sieht ganz gut aus, da kann ich mir schonmal die Note 1 geben", führte Kaufmann angesichts des Jubels aus, bei dem er mit der Hand einen Schlangenkopf andeutete, der Kickers-Kapitän Schuppan biss. "Das war die absolut flachlegende Kobra, würde ich es jetzt mal nennen."

Weniger lustig fand Kaufmann die Ansage von Mit-Torschütze und Geburtstagskind Luke Hemmerich, der die Frage, ob er in der Kabine etwas ausgeben würde, mit Hinweis auf das kommende Spiel bereits am Freitag verneinte. "Was? Da bin ich nicht mit einverstanden", erhob Kaufmann Einspruch. "Bei Geburtstag, Tor und Vorlage, also wenn da nicht ein Extra-Kuchen springt, dann gehe ich aus dem Mannschaftsrat freiwillig raus", lautete die Ansage des Älteren, die sich auch mit den Erwartungen seines Trainers ("Der kann was springen lassen") deckte. Ob der von Hemmerich angesichts der Kaufmann-Einwände versprochene "Kasten Bier" im Sinne des Trainers ist, sei dahingestellt.

Zusammenhalt macht den Unterschied

Das Geplänkel zeigt allerdings gut, was bei den Würzburgern derzeit funktioniert: Das Team ist eine Einheit und ließ sich in den vergangenen Wochen auch nicht durch die Berichterstattung über das Engagement von Felix Magath aus der Ruhe bringen. "Wir Spieler sind natürlich nicht dafür zuständig, zu schauen, was abseits des Platzes läuft. […] In der Mannschaft wird das natürlich nur positiv aufgenommen, wir versuchen uns aber auf den täglichen Job zu konzentrieren", führte Kaufmann aus, der betonte, dass der Team-Zusammenhalt auch bei den Treffern gegen Ingolstadt zu erkennen gewesen sei. "Da sind viele Spieler dran beteiligt und das ist auch unser Konzept, wie wir erfolgreich sein wollen", so der Matchwinner, der an allen drei Treffern beteiligt war. " Bei uns gibt es keine Einzelspieler, wir sind alle gemeinsam nur stark und ich glaube das hat man heute gesehen."

aja