100 Jahre kicker

2003 - Künzers Auftragsarbeit sorgt für ersten WM-Titel der Frauen

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2003 - Künzers Auftragsarbeit sorgt für ersten WM-Titel der Frauen

Birgit Prinz und Nia Künzer (re.), die Schützin des Siegtreffers im WM-Finale 2003 gegen Schweden.

Birgit Prinz und Nia Künzer (re.), die Schützin des Siegtreffers im WM-Finale 2003 gegen Schweden. picture-alliance

Es war am 12. Oktober 2003, ein Sonntag, als Nia Künzer deutsche Fußball-Geschichte schrieb. Im Weltmeisterschafts-Finale im StubHub Center, dem Stadion der kalifornischen Stadt Carson nahe Los Angeles, erzielte die damals 23-jährige Defensivspielerin vom 1. FFC Frankfurt das erste Golden Goal in der WM-Geschichte.

Es war in der 8. Minute der Nachspielzeit, als Künzer, die erst zehn Minuten vorher eingewechselt wurde, einen Freistoß von Renate Lingor ins schwedische Tor köpfte. "Renate hat noch meinen Namen gerufen. Danach ging alles ganz schnell. Es war ja auch nur eine Sequenz von zwei bis drei Sekunden. Deshalb habe ich auch keine richtige Erinnerung mehr daran", verrät Künzer und erzählt noch, dass diese Freistoßvariante im Training vorher schon oft geübt wurde. Denn: "Wenn ich etwas konnte, dann war es das Kopfballspiel."

Dabei ist sie "nur" 1,68 Meter groß. "Das Golden Goal war also Fleißarbeit und Belohnung fürs harte Training, das wir vorher geleistet hatten." Und eine Auftragsarbeit, denn Bundestrainerin Tina Theune-Meyer und ihre Assistentin Silvia Neid hatten die Defensivspezialistin mit der Maßgabe "Sieh zu, dass wir hinten kein Tor fangen und mach vorne eins" auf den Platz geschickt.

Schon "ein oder zwei Chancen" hatte sie, bevor sie den Auftrag des Trainerteams erfüllte, alle Dämme brachen und das deutsche Team, zu dem so prominente Spielerinnen wie Birgit Prinz, Silke Rottenberg, Maren Meinert oder Kerstin Garefrekes gehörten, die Nacht zum Tage machte.

Das Golden Goal machte Nia Künzer nicht nur in, sondern auch über die Grenzen von (Fußball-)Deutschland hinaus bekannt. Sie ist das Gesicht des ersten deutschen WM-Titels. Dem Fußball ist sie immer verbunden geblieben. Seit ihrem Karriere-Ende, also schon seit 14 Jahren, steht sie bei der ARD als TV-Expertin für die Frauen-Länderspiele unter Vertrag.

Gunnar Meggers

2003: Was sonst noch geschah ...

Meister: Bayern München

Pokal: Bayern München (nach 3:1 gegen 1. FC Kaiserslautern)

Fußballer des Jahres: Michael Ballack (Bayern München)

Torschützenkönige: Thomas Christiansen (VfL Bochum) und Giovane Elber (Bayern München) - je 21 Tore

Champions League: AC Mailand (nach 3:2 i.E. gegen Juventus Turin)

UEFA-Cup: FC Porto (nach 3:2 n.V. gegen Celtic Glasgow)

Frauen-Fußball:
1. FFC Frankfurt (Meister), 1. FFC Frankfurt (Pokalsieger), Torschützenkönigin: Inka Grings (FCR 2001 Duisburg, 20 Tore), Fußballerin des Jahres: Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)
Frauen-WM in den USA: Sieger Deutschland (nach 2:1 n.V. gegen Schweden)

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