DFB-Pokal

FC Bayern: Thomas Müller vor Leipzig - "Dann kann so etwas passieren"

Wichtige Erkenntnisse vor dem Topspiel gegen Leipzig

Müller: "Wenn wir zu selbstsicher sind, kann so etwas passieren"

Thomas Müller

Thomas Müller will sich auf das " besinnen, was einen stark macht". imago images

Trotz banger Schlussminuten steht der FC Bayern im Viertelfinale des DFB-Pokals. Spieler und Verantwortliche hakten diese Tatsache nach dem 4:3 gegen Hoffenheim schnell ab, die Blicke richteten sich noch am Abend auf das Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig am Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker).

Aus dem wilden Pokalduell nehmen sie positive wie negative Erkenntnisse mit. "Ich fand die erste Halbzeit wirklich richtig stark. Obwohl wir in Rückstand geraten sind, haben wir trotzdem unser Spiel durchgezogen und sehr gut gegen den Ball gespielt", analysierte Joshua Kimmich. In der Tat ließen sich die Münchner vom unglücklichen Eigentor Jerome Boatengs nicht beeindrucken, zogen ihr Spiel auf und hätten beim Pausenpfiff auch höher als 3:1 führen können. "Wenn wir zu hundert Prozent gegen den Ball arbeiten und körperlich alles reinlegen, können wir den Gegner so unter Druck setzen, dass er es sehr schwer hat, von hinten rauszuspielen", sagte Thomas Müller und sprach explizit die Dominanz der ersten 45 Minuten an.

Sie zeigt, dass es schnell in die andere Richtung geht, wenn wir nicht am Limit spielen.

Joshua Kimmich zum zweiten Durchgang gegen Hoffenheim

Treten die Bayern am Sonntag so gegen RB auf, dürfte es die Nagelsmann-Truppe schwer haben, dann droht ihr die vierte Bundesliga-Niederlage in der Allianz-Arena in Serie. Die zweite Hälfte gegen Hoffenheim brachte allerdings auch eine deutliche Warnung. "Sie zeigt, dass es schnell in die andere Richtung geht, wenn wir nicht am Limit spielen. Wir müssen gegen jeden Gegner 90 Minuten konzentriert bleiben", forderte Kimmich. Der Mittelfeldspieler hofft auf den Lerneffekt zur richtigen Zeit. "Vielleicht ist ganz gut vor dem Leipzig-Spiel, wenn wir merken, dass es nicht von alleine geht." Der FCB schaltete spürbar zwei Gänge zurück, presste nicht mehr konsequent, stand bei Ballverlusten viel zu hoch und gestattete 1899 dadurch viel Raum und in der Folge Torchancen. "Wenn wir zu selbstsicher sind, wenn wir diese Meter nicht mehr machen, dann kann so was passieren. Schön zu sehen, denn dadurch ist man angehalten sich auf das zu besinnen, was einen stark macht", sagte Müller und versprach: "Das werden wir umsetzen, deshalb gehen wir positiv Richtung Sonntag."

Thiago und Goretzka für Tolisso und Coutinho

Ziemlich sicher werden dann die geschonten Thiago und Leon Goretzka für Corentin Tolisso und Philippe Coutinho in die Startelf zurückkehren. Der Brasilianer nutzte seine Startelfchance trotz einiger guter Momente im ersten Durchgang nicht. Schon das 0:1 leitete Coutinho mit einem Ballverlust ein, etliche weitere folgten nach der Pause. Er war ein Großteil des Problems, das Kimmich so beschrieb: "Die meisten Probleme hatten wir, wenn wir den Ball verloren haben. Das tut dann natürlich weh, weil wir so hoch stehen." Serge Gnabry fehlte in seinem ersten Startelfeinsatz in diesem Jahr noch ein gutes Stück zu seiner Bestform, er sollte im Gegensatz zu Coutinho jedoch eine ernsthafte Option gegen Leipzig sein.

Michael Cuisance dürfte Kredit verspielt haben

Von zwei Einwechselspielern gegen Hoffenheim kann man das nicht behaupten. Unmittelbar nach Robert Lewandowskis 4:1 zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nahm Trainer Hansi Flick den Doppeltorschützen sowie Müller vom Platz. Verständlich. Wann, wenn nicht in diesem Moment, als die Partie entschieden schien? Joshua Zirkzee hätte fast mit seinem ersten Ballkontakt das 5:1 erzielt, scheiterte aber frei vor Philipp Pentke. Der 18-Jährige bleibt trotzdem eine Joker-Alternative. Michael Cuisance dagegen dürfte Kredit verspielt haben. Der Mittelfeldspieler vertändelte Bälle und setzte anschließend nicht nach, dieser Kurzeinsatz war kein Bewerbungsschreiben für weitere. Das gilt auch für Alvaro Odriozola, der nach dem 4:2 für den angeschlagenen Jerome Boateng kam. Vor allem über seine rechte Abwehrseite startete Hoffenheim seine verzweifelte Schlussoffensive, die der FC Bayern nur mit Glück schadlos überstand. Rechts hinten dürfte in näherer Zukunft kein Weg an Platzhalter Benjamin Pavard vorbeiführen, zumal mit Lucas Hernandez eine Alternative für die Innenverteidigung zurück ist.

Frank Linkesch

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