Regionalliga

Regionalliga Nordost: Wie geht's weiter bei Wacker Nordhausen?

Kleofas droht weiter Ungemach - Scholl und Haritonov verlassen den Verein

14 Spieler weg: Wie geht's weiter in Nordhausen?

Wacker Nordhausen

Soll im Sommer umgebaut werden: Der Albert-Kuntz-Sportpark in Nordhausen. imago images

Neun Punkte weg, 14 Spieler weg, Tabellenrang 12 statt Platzierung im Vorderfeld der Nordost-Staffel - die Zeiten sind hart in Nordhausen. Zumal der Sieg gegen den vom Spielbetrieb abgemeldeten FC Rot-Weiß Erfurt wohl annulliert werden wird.

Das Trainergespann Tino Berbig und Matthias Peßolat muss aus den verbliebenen Spielern sowie Leistungsträgern der U 23 eine Mannschaft zusammenbasteln, die den sportlichen Abstieg aus der Regionalliga verhindern soll. Dieses knifflige Unterfangen startet am Freitagabend (19 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den Sechsten Union Fürstenwalde. Die in der NOFV-Oberliga Süd spielende 2. Mannschaft soll unterdessen mit A-Junioren aufgefüllt und weiter betrieben werden.

Spätestens nach Saisonende, wenn die meisten Spieler keine Bezüge mehr vom Arbeitsamt erhalten werden, wird sich herausstellen, ob es weiter eine Zukunft für die Thüringer in der Regionalliga gibt.

Insolvenzverwalter verschiebt Eröffnung auf Sommer

Es gibt noch viele weitere Baustellen in Nordhausen. Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel hat die Eröffnung des Verfahrens gegen die zahlungsunfähige Spielbetriebs GmbH auf den Sommer verschoben und schließt derzeit aus, dass der eingetragene Verein dabei in Mitleidenschaft gezogen wird.

Gegen dessen Präsidenten und Geschäftsführer der GmbH, Nico Kleofas, hat inzwischen ein Leverkusener Unternehmen Anzeige erstattet, wie die "Thüringer Allgemeine" berichtete. Ein kurzfristiger Überbrückungskredit wurde nicht beglichen, und es besteht der Verdacht auf Urkundenfälschung einer Bürgschaft des einstigen Mäzens Carlo Knauf. Auch dessen Anwälte wollen nun gegen Kleofas aktiv werden.

Stadion und Sozialgebäude werden umgebaut

Ungeachtet all dieser Querelen will der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke im Sommer den Umbau des Albert-Kuntz-Sportparks mit dem Abriss der Tribüne und der Sanierung des Sozialgebäudes beginnen. "Wir werden den Verein weiterhin unterstützen, denn wir wollen natürlich im neuen Stadion auch Fußballspiele sehen. In welcher Liga das sein wird, ändert nichts an der planmäßigen Ausführung der Baumaßnahmen", sagte er.

Scholl schließt sich Bayern-Regionalligist an

Der vielleicht prominenteste Spieler im Kader von Nordhausen, Lucas Scholl, wechselt zurück in die Nähe von München und soll dem bayerischen Viertliga-Schlusslicht VfR Garching im Abstiegskampf helfen. Der Sohn von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl hatte unter Pep Guardiola häufiger mittrainiert, konnte sich im Münchner Starensemble schlussendlich aber nicht durchsetzen.

Ebenfalls einen neuen Verein fand Daniel Haritonov. Der 19-jährige Verteidiger wechselt zu Bayern Alzenau in die Regionalliga Südwest. Noch ohne neuen Verein sind die Routiniers Sebastian Heidinger und Mounir Chaftar.

aho/OS