2. Bundesliga

Nordduell geht an Kiel - Arminia, HSV und VfB eng beisammen

21. Spieltag: Bielefelder Kantersieg - Bochums Ausrufezeichen

Nordduell geht an Kiel - Arminia, HSV und VfB eng beisammen

Robin Himmelmann ist Torwart beim FC St. Pauli.

Nicht konsequent herausgekommen und sich verschätzt: St. Paulis Torwart Robin Himmelmann hat Kiel geholfen. imago images

Himmelmann kommt nicht raus - und Kiel feiert

Am Montagabend rundete ein insgesamt überschaubares Nordduell zwischen Holstein Kiel und dem FC St. Pauli den 21. Spieltag ab. Nach den 90 Minuten, die von Sturmtief "Sabine" nicht beeinträchtigt waren, stand beim Duell des drittschlechtesten Heimteams mit dem zweitschlechtesten Auswärtsteam (kein Sieg) ein 2:1 zu Buche. Vor dem Seitenwechsel war dabei die KSV mitsamt Özcan-Tor nach cooler Annahme besser (30.), ehe sich nach Wiederbeginn die Kiez-Kicker verbessert zeigten. Veerman belohnte die Bemühungen selbst mit einer lässigen Aktion zum 1:1 (52.). Doch ein bei einer Ecke zu passiver Torwart Himmelmann, der sich zudem noch verschätzte, führte zum entscheidenden 1:2-Gegentor durch Serra (69.) und damit für die Hamburger zur Erkenntnis, weiter im Keller zu stecken. Dabei hätte Veerman mit einem Elfmeter zumindest das 2:2 herstellen können, doch der Stürmer vergab in einer dramatischen Schlussphase kläglich (90.+5).

"Aushilfe" Soukou eröffnet den Torreigen in Bielefeld - Regensburg überfordert

Die Bielefelder haben sich durch den Sieg des Hamburger SV am Samstag gegen den KSC nicht aus der Ruhe bringen lassen und die zwischenzeitlich abhanden gekommene Tabellenführung am Sonntagnachmittag imponierend zurückerobert. Die Ostwestfalen schlugen Jahn Regensburg 6:0 und grüßen wieder von ganz oben. Der Grundstein zum Heimsieg wurde bereits in der ersten Halbzeit gelegt, als die vermeintliche zweite Garde entscheidend zur Stelle war: Soukou erzielte sehenswert die Führung, Edmundsson legte wuchtig nach. Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Ostwestfalen nicht nach und machten mit dem 3:0 durch Prietl den Sack quasi zu. In der Schlussphase schraubte die Neuhaus-Elf dann das Ergebnis noch in die Höhe: Correia mit einem kuriosen Eigentor, Yabo und Brunner erhöhten zum 6:0-Endstand.

Jubelnde Bielefelder

Die Bielefelder hatten gegen Regensburg gleich sechsmal Grund zum Jubeln. imago images

Zoller staubt entscheidend ab - Bochum klettert

Im Keller stand in Wiesbaden ein richtungsweisendes Duell an: Der SVWW empfing den VfL Bochum und hatte dabei knapp das Nachsehen. Der Revierklub siegte mit 1:0, weil Zoller bei seinem Abstaubertor den richtigen Riecher besaß. Chancen hatten beiden Mannschaften bereits im ersten Durchgang für mehrere Treffer, doch die Offensivkräfte auf beiden Seiten hatten die Visiere nicht allzu scharf gestellt. In Hälfte zwei schalteten die Wiesbadener einen Gang hoch und drückten Bochum tief in deren Hälfte rein, doch der VfL verteidigte den knappen Vorsprung mit viel Leidenschaft. Zur Belohnung befreien sich die Bochumer etwas, Wehen Wiesbaden ist Tabellensechzehnter.

Sinnbild Hrgota - Hannover feiert in Unterzahl

Die SpVgg Greuther Fürth wollte an den Spitzenteams dranbleiben, doch stattdessen kassierten die Mittelfranken gegen Hannover 96 eine bittere 1:3-Heimpleite. Die Niedersachsen überzeugten vor allem mit Effizienz, denn Haraguchi nutzte den ersten und einzigen Torschuss im ersten Abschnitt zur Führung der Gäste. Fürth war klar überlegen, doch scheiterte die Leitl-Elf mehrfach an 96-Keeper Zieler. Bei Fürth ging auch im zweiten Durchgang wenig zusammen - zwar blieb die SpVgg dominant, doch Zieler die entscheidende Hürde. So scheiterte Hrgota per Handelfmeter, die nummerische Überzahl half den Hausherren ab der 62. Minute ebenfalls nicht weiter. Vielmehr liefen sie in einen Konter, den der Ex-Nürnberger Teuchert eiskalt zum 2:0 für 96 abschloss. Hilfe bekam die Leitl-Elf von Hannovers Abwehrmann Anton, der seinen Keeper Zieler per Eigentor zum 1:2-Anschlusstor überwand. Fürth rannte an, kassierte aber mit der letzten Aktion des Spiels den Konter zum 1:3-Endstand durch Joker Stehle.

Hinterseers Doppelpack erlöst den HSV

Der Hamburger SV hat gegen den Karlsruher SC den dritten Sieg in Serie gefeiert. Im Vorfeld wurden ganz legal, weil vom DFB genehmigt, ein paar Rauchtöpfe angezündet. Der HSV benötigte anschließend nicht viel Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Schaub hatte nach zehn Minuten zwei gute Chancen, einmal traf er dabei an die Latte. Trotz allem Druck der Hamburger ging es ohne Tore in die Pause, kurz vor dem Wechsel scheiterte etwa Kittel noch am Keeper. Aber auch die Badener waren mit ihren Gegenstößen gefährlich, Lorenz vergab zwei gute Chancen für die Gäste. Im zweiten Durchgang büßten die Hausherren zunächst ihre Dominanz etwas ein, doch Hinterseer erlöste den Volkspark und köpfte zum 1:0 ein. Wenig später erhöhte der Österreicher auf 2:0 und entschied die Partie. Für den KSC, betreut von Interimstrainer Christian Eichner, war es die vierte Pflichtspielpleite in Folge.

VfB bleibt dran: Didavi trifft doppelt

Der VfB Stuttgart hat seine Pflichtaufgabe gegen Aue souverän erledigt und einen 3:0-Sieg eingefahren. Doch wer dachte, dass sich die Sachsen nur hinten reinstellen würde, sah sich zunächst getäuscht. Immer wieder kamen die Gäste in der Anfangsphase dem Stuttgarter Tor gefährlich nahe. Die Schwaben hatten indes lange Probleme in den Abschluss zu kommen. Erst nach einer knappen halben Stunde als Stenzel an Keeper Männel scheiterte, war der Knoten beim VfB in der Offensive gelöst. Während Aue jetzt Fehler um Fehler machte, erzielte Didavi bis zur Pause einen Doppelpack. Nach dem Wechsel brachten die Schwaben weitestgehend ungefährdet den Erfolg über die Ziellinie. In der Nachspielzeit traf Gomez zum 3:0-Endstand.

Nürnberg beendet lange Durststrecke

Erstmals seit April 2018 hat der 1. FC Nürnberg wieder zwei Spiele in Serie gewonnen. In Osnabrück reichte dem Club eine starke zweite Hälfte. Nach einem zähen Start an der Bremer Brücke war der VfL in der ersten Hälfte das bessere Team und hätte durch Chancen von Girth (an den Pfosten) und Schmidt (aus elf Metern knapp daneben) in Führung gehen können. Nach dem Wechsel wurden die Franken stärker und Behrens traf per Kopf zur Führung. Da Hack die Entscheidung verpasste, musste Nürnberg bis zum Ende zittern, ehe der sechste Saisonsieg feststand.

VAR raubt Dresden die Freude

Dynamo Dresdens Start ins neue Jahr konnte bei einer Ausbeute von vier Punkten aus zwei Partien als gelungen bezeichnet werden - und am Freitagabend sah es im Heimspiel gegen Darmstadt zunächst nach dem nächsten Erfolgserlebnis aus, nachdem Startelfdebütant Husbauer die Sachsen sehenswert in Führung gebracht hatte (5.). Doch dazu kam es nicht - aus vielerlei Gründen: Darmstadt wendete zunächst durch Paik (8.), Kempe (12., nach grobem Schnitzer von SGD-Schlussmann Broll) und Dursun (43.) das Blatt. Nach Wiederanpfiff drehten die Dynamos wieder auf, kamen über Schmidt zum Anschluss (57.) und drängten mit Macht auf den Ausgleich. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Zuerst wurde Schmidts vermeintliches 3:3 nach Videobeweis wegen Abseits (Nikolaou) wieder aberkannt (72.), ehe der eingewechselte Makienok für ein hartes Einsteigen gegen Schlussmann Schuhen auch noch glatt Rot sah (77.). In Unterzahl konnten die Sachsen die 2:3-Niederlage trotz großer Moral und viel Willen nicht mehr abwenden.

Clevere Heidenheimer siegen in Sandhausen

In der zweiten Partie des Abends hatte Sandhausen den FC Heidenheim zu Gast und zeigte sich durchaus bemüht. Gegen clevere Gäste entwickelte der SVS jedoch zu wenig Gefahr - und wurde auch noch eiskalt ausgekontert: Kleindienst schloss einen blitzsauberen Angriff zum 1:0 ab (16.). Diesen Vorsprung gab der FCH im weiteren Verlauf nicht mehr her und bleibt damit in Sichtweite zu den Aufstiegsrängen.

kon