2. Bundesliga

Der HSV "begreift Pyrotechnik als Teil der Fankultur"

Zweitligist will neue Wege gehen

Der HSV "begreift Pyrotechnik als Teil der Fankultur"

HSV-Fans

Ausgewählte Fans des Hamburger SV dürfen vor der Partie gegen den Karlsruher SC kontrolliert Pyrotechnik zünden. imago images

Es war eine Entscheidung, die durchaus überraschend kam: Am Dienstag gab der DFB dem Hamburger SV grünes Licht für das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen den Karlsruher SC am Samstag (13 Uhr, LIVE! auf kicker).

Überraschend deshalb, weil der DFB in den vergangenen Jahren eine komplett andere Linie verfolgt hat. Ziel war es, Pyrotechnik aus dem Stadion zu verdrängen. Allerdings ohne Erfolg, wie Cornelius Göbel, der Leiter des Bereichs Fankultur beim HSV, konstatiert: "Die in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen und härteren Sanktionen wie Geldstrafen, Kollektivstrafen, Verbot von Fanutensilien oder überzogene Einlasskontrollen haben nachweislich nicht dazu geführt, dass Pyrotechnik in Stadien weniger zum Einsatz gekommen ist", führt Göbel in einem Interview auf der HSV-Website aus. Der HSV habe sich deshalb bereits vor einiger Zeit entschlossen, "neue Wege zu gehen". Diese könnten allerdings nur im Dialog beschritten werden.

"Der HSV begreift Pyrotechnik als Teil der Fankultur", stellte Göbel klar. " Unser Antrieb ist es, Gefahren zu minimieren, den Austausch weiter voranzutreiben und für den geordneten Einsatz von Pyrotechnik zu sensibilisieren", beschreibt Göbel die Ziele des HSV. Göbel erinnerte daran, dass bei anderen Veranstaltungen im Volksparkstadion mit großen Zuschaueraufkommen wie zum Beispiel Popkonzerten bereits des Öfteren Pyrotechnik kontrolliert zum Einsatz gekommen war. "Warum dies nicht bei Fußballspielen erfolgen soll, ist nicht selbsterklärend", erklärt Göbel.

Die Verantwortlichen beim HSV sind sich aber bewusst, dass der Dialog erst ganz am Anfang stehe, und kalkulieren auch Rückschläge und Widersprüche mit ein. Denn die breite Masse der aktiven Fans wäre laut Göbel zwar bereit, den vom HSV eingeschlagenen Weg mitzugehen. Allerdings gebe es auch "Strömungen, die diesem Kontext nicht positiv gegenüberstehen". So wäre es laut Göbel naiv, "zu glauben, dass Ultras aufgrund dieser Aktion das Abbrennen von bislang verwendeten pyrotechnischen Mitteln sofort unterlassen" werden. "Wir sind aber dennoch von diesem Weg überzeugt", sagte Göbel.

jer