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NFL, Super Bowl LIV: Chiefs-Trainer Andy Reid trauert dem Moment nach

Trainer der Kansas City Chiefs wird von seinen Schützlingen gefeiert

"Das ist der ätzende Teil an diesem Job": Andy Reid trauert dem Moment nach

Andy Reid ist Head Coach der Kansas City Chiefs.

Freut sich über den Super-Bowl-Sieg - und vergisst dabei auch das große Ganze nicht: Head Coach Andy Reid. imago images

Mit seinem 222. Sieg als Cheftrainer in der NFL und in seinem 29. Play-off-Spiel sollte der Fluch von Andy Reid endlich aufgehoben werden - auch dank Star-Quarterback Patrick Mahomes. Der langjährige Head Coach, der bis dato als Assistent der Green Bay Packers erst einmal die Vince Lombardi Trophy gewinnen konnte (1997, 35:21 gegen die New England Patriots), hat seine immens erfolgreiche Laufbahn mit dem ganz großen Wurf gekrönt.

Nach der furiosen 31:20-Aufholjagd nach 10:20-Rückstand gegen die San Francisco 49ers posaunten deswegen auch etliche Weggefährten ihre Glückwünsche Richtung Reid hinaus. Darunter auch die gesamte Organisation der Philadelphia Eagles, wo der seit 2013 in Kansas City tätige Head Coach zwischen 1999 und 2012 als Cheftrainer ansässig war. "Deine Zeit ist gekommen", schrieb das Franchise, das mit ihm am 6. Februar 2005 den Super Bowl noch mit einem 21:24 gegen die Patriots verloren hatte, via Twitter.

Reid: Arbeitstier zwischen 3 und 23 Uhr

Die Befürchtungen, dass die bislang mit 222 NFL-Siegen verlaufene Trainerkarriere (Rang sechs der ewigen NFL-Bestenliste) eines Tages ohne die Vince Lombardi Trophy enden würde, haben sich somit zerschlagen. "Ich bin so froh für Andy Reid, niemand verdient diese Trophäe mehr als er", sagte Chiefs-Besitzer Clark Hunt über den auch von einem Schicksalsschlag heimgesuchten Mann - um 2012 verstarb sein erst 29-jähriger Sohn Garrett an einer Überdosis Heroin.

Tight End Travis Kelce stimmte ebenso mit ein bei den nicht mehr abbrechenden Lobliedern: "Er ist so sympathisch, so angenehm, verhält sich wie eine Vaterfigur gegenüber jedem von uns - und jetzt haben wir für diesen großen Typen den Ring besorgt. Er ist ab sofort mit uns allen verheiratet und wird uns nie wieder loswerden." Genauso sieht es Quarterback Mahomes: "Das räumt jeden Zweifel aus. Er ist einer der besten Trainer der Geschichte - und ist das schon vor diesem Erfolg gewesen. Er arbeitet jeden Tag so hart daran. Er kommt um 3 Uhr ins Trainingszentrum und geht um 23 Uhr. Ich denke nicht, dass er überhaupt schläft. Ich habe es schon einige Male versucht, ihn dabei zu schlagen - doch ich habe es nie geschafft."

Sie alle tragen einen Teil dazu bei.

Andy Reid über seine Teams der letzten Jahre

Der Premierentitel soll dabei nicht der einzige bleiben, wie Reid selbst mitteilte. Er habe Blut geleckt: "Ich trete in nächster Zeit etwas kürzer, aber dann greifen wir wieder an. Wir brauchen einen weiteren..."

In den Stunden des Triumphes hat Reid außerdem nicht vergessen, wer den Weg zum Super-Bowl-Sieg alles mitgepflastert hat - schließlich hat der Macher mit seinen KC-Teams in den Jahren 2013, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019 jeweils die Endrunde erreicht: "Wir waren die letzten Jahre schon immer wieder kurz davor, es soweit schaffen zu können (AFC-Final-Aus 2018 gegen den späteren Champion New England; Anm.d.Red.). Deswegen richten sich meine Gefühle auch in Richtung derer, die damals mitbeteiligt waren. Sie alle tragen einen Teil dazu bei, dass wir jetzt hier stehen dürfen. Es macht mich stolz - und ich genieße alles." Außerdem weiß das Offense-Taktikgenie auch, dass dieses siegreiche Team so nicht mehr zusammenbleiben wird: "Es wird nie mehr so sein wie an diesem Abend. Das ist der ätzende Teil an diesem Job."

Trophäe? Trophäen-Frau! Reid spricht über die Super-Bowl-Nacht

Andy Reid ist Head Coach der Kansas City Chiefs.

Übergossen mit Gatorade: Nachdem der Super-Bowl-Sieg festgestanden war, kassierte Andy Reid die Getränkedusche. Getty Images

Über was sich der Schnauzbartträger und Cheeseburger-Fan dagegen kulinarisch in diesen Tagen freuen darf, darüber gab es wenig Zweifel. "Ich werde den größten Cheeseburger essen, den ihr jemals gesehen habt", so seine Essensbeschreibung.

Mit einer Sache überraschte Reid dagegen auf humorvolle Art. Denn auf die Frage, wie er denn die Super-Bowl-Nacht verbracht habe, teilte der 61-Jährige direkt mit: "Ich habe die Nacht nicht mit dieser Trophäe verbracht. Ich habe die Nacht mit meiner Trophäen-Frau verbracht." Die gemeinte Person war übrigens Tammy Reid, die sich im "NFL Network" noch über Folgendes am meisten freute: "Ich bin so stolz auf ihn - nach all den Nächten, in denen er nur drei Stunden geschlafen hat." Für entspannte Stunden ist in den nächsten Wochen in jedem Fall vorgesorgt - allerdings erst nach der großen Parade in Kansas City am Mittwoch.

mag

222, 29, 3, 2: Kansas City Chiefs sind auf dem NFL-Olymp