Torjägerkanone

Sven Bugla: No Bugie, no Party

Deutschlands beste Torjäger

Sven Bugla: No Bugie, no Party

Sven Bugla vom SV Adler Osterfeld

Sven Bugla durfte für den SV Adler Osterfeld in 16 Spielen schon 53-mal jubeln. Marcus Van der Linden

"Wir haben viele junge und talentierte Spieler, die den Blick für mich haben." Dieser 53-Tore-Mann ist die Bescheidenheit in Person. Sven Bugla, der 28-jährige Goalgetter aus dem Oberhausener Stadtteil Osterfeld, redet viel lieber über die Bedeutung der Mannschaft und die familiäre Atmosphäre im Verein, als über sich persönlich.

Dabei hat er nicht nur die Zweitvertretung seines SV Adler Osterfeld zu einer bisher ungeschlagenen Bilanz in der Kreisliga C geführt, sondern seinem Verein damit auch ein wenig überregionale Bekanntheit eingebracht. Schließlich war kein anderer Zehntliga-Spieler in der gesamten Bundesrepublik zu finden, der mit über 50 Toren auf dem Konto unter dem Christbaum saß. Mittlerweile hat Bugla allerdings einen ernstzunehmenden Kontrahenten im Kampf um die Kanone. Fabio da Costa Pereira nutzte die kurze Winterpause seiner Fortuna aus Emsdetten und zog an Bugla, der mit Osterfeld erst am 8. März wieder einsteigt, kürzlich vorbei (55).

"Sie sollen die fußballerisch sinnvollen Entscheidungen treffen"

"Klar sind die Jungs hyped und wollen mich jetzt umso mehr mit Vorlagen füttern, damit ich die Kanone auch wirklich bekomme", gibt Bugla zu. Den 'Starkult', den es laut seiner Aussage "allerhöchstens teamintern" gibt, versucht er aber zu bremsen. "Ich sage den Jungs immer, dass der Teamerfolg wichtiger ist und sie die fußballerisch sinnvollen Entscheidungen treffen sollen."

Automatisch stellt sich die Frage, warum er nicht für die Bezirksliga-Vertretung seines Teams aufläuft. Die Antwort ist denkbar einfach. "Mit jetzt 28 Jahren ist es nicht mehr meine Priorität, auf dem höchstmöglichen Level zu spielen." Auch er muss zugeben, dass er sportlich vermutlich mithalten könnte. "Aber ich helfe nur gelegentlich aus, wenn Not am Mann ist." Natürlich weckte der sagenhafte Torriecher auch Begehrlichkeiten bei anderen Klubs. "Aber ich wollte das Umfeld, das ich hier habe, nicht für etwas Geld oder eine höhere Spielklasse aufgeben." Wenn Bugla für die Erstvertretung auflief, tat Bugla auch dort das, was er am besten kann - Tore schießen. Gegen den Lokalrivalen Blau-Weiß Fuhlenbrock, dessen Spielstätte nur etwa einen Kilometer vom Vereinsheim der Adler entfernt ist, traf er im Pokalspiel doppelt und auch in der Liga sorgte er für Jubel. Im Bezirksliga-Duell mit Blau-Weiß Oberhausen wurde er eingewechselt und erzielte kurz vor Ende den 2:1-Siegtreffer.

Tore für den toten Opa

Dabei schien seine Karriere vor gut zwei Jahren bereits beendet. Nach dem Tod seines Großvaters plante er schon, seine Schuhe an den Nagel zu hängen. Schließlich war der bei jedem Spiel dabei gewesen und hatte ihn immer unterstützt. "Ich habe dann aber eingesehen, dass ein Karriereende nicht im Sinne meines Opas gewesen wäre." Bugla entschloss sich zu einer anderen Herangehensweise. "Er kann mir jetzt zwar nur noch von oben zusehen. Aber jedes Tor und jeden Erfolg erziele ich für ihn."

Mit dieser neu gewonnen Motivation verbreitete er bereits in der Vorsaison Angst und Schrecken. In nur 17 Partien erzielte er 39 Treffer und verhalf seinem damaligen Team SuS 21 Oberhausen zum Aufstieg in die Kreisliga B.Im Sommer zog es "Bugie", wie er von seinen Kumpels genannt wird, dann aber zurück zu der Mannschaft, für die er bereits vor einigen Jahren auf Torjagd gegangen war. Und dort fühlte er sich direkt wieder pudelwohl. "Ich spiele Fußball aus dem simplen Grund, dass es mir Spaß macht. Und wenn diese Voraussetzung gegeben ist, schieße ich meistens auch das eine oder andere Tor."

Wenn er wählen müsste zwischen dem Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse und dem Gewinn der Torjägerkanone, würde er "den Aufstieg nehmen, denn davon haben wir alle was." "Meine Teamkollegen", gibt er schmunzelnd zu, "sehen das aber wohl überwiegend ein wenig anders." Nicht von ungefähr entstand schließlich der Spruch "No Bugie, no party!" im Oberhausener Norden.

David Scheidler