Bundesliga

Klausel: Bremens Neuzugang Selke darf gegen Hertha BSC nicht spielen

Bei Bremer Abstieg Rückkehr nach Berlin

Schutzklausel: Selke darf gegen Hertha nicht spielen

Bremens Neuzugang Davie Selke

Darf nicht gegen Ex-Klub Hertha spielen: Bremens Neuzugang Davie Selke. imago images

Die Vereinbarung (in Form eines "Gentleman's Agreement, das den UEFA-Regularien entspricht) wurde auf Betreiben der Berliner, die Selke zunächst nicht an einen Bundesliga-Konkurrenten abgeben, sondern ins Ausland transferieren wollten, Bestandteil des Vertragswerks. Erst am Donnerstag hatte Werder Bremen konkretes Interesse an einer Rückkehr von Davie Selke bekundet. Am Ende gewannen die Grün-Weißen das Tauziehen um den Angreifer, das Tage zuvor mehrere Premier-League-Klubs eröffnet hatten.

Besonders Brighton and Hove Albion hoffte bis zuletzt auf eine Leihe des U-21-Europameisters von 2017, doch Selke - bereits von Januar 2013 bis Sommer 2015 an der Weser - wollte nach Bremen ("Werder ist ein besonderer Verein für mich."). Bei Hertha, wo ihm zuletzt Dodi Lukebakio im Angriffszentrum den Rang abgelaufen hatte, sah er nach den Blitz-Transfers von Krzysztof Piatek (24, AC Mailand, 23 Millionen Euro Sockelablöse) und Matheus Cunha (20, RB Leipzig, 18 Millionen) keine realistische Perspektive mehr für sich.

Wir haben eine Menge Qualität. Für uns wird das Thema 2. Liga nicht aufkommen.

Davie Selke

Am Freitag brachten beide Klubs die Personalie über die Bühne. Selke ("Es ging alles ganz, ganz schnell. Zum Packen hatte ich zehn Minuten.") wurde für eine Gebühr von etwa einer Million Euro für eineinhalb Jahre an Werder verliehen. Hält Werder 2020 und 2021 die Bundesliga, greift eine Kaufpflicht in Höhe von knapp 15 Millionen Euro. Sollte Bremen diese oder nächste Saison absteigen, kehrt Selke, der bei Hertha bis 2022 unter Vertrag steht, nach Berlin zurück. Am Samstag, bei der Bremer 1:2-Niederlage in Augsburg, spielte Selke 90 Minuten und sagte danach: "Wir haben eine Menge Qualität. Für uns wird das Thema 2. Liga nicht aufkommen."

Zsolt Petry: Von der U 17 zurück zu den Profis?

Abseits der auf der Zielgeraden extrem turbulenten Winter-Transferperiode gab es bei Hertha dieser Tage noch eine andere interessante Personalie. Der von Cheftrainer Jürgen Klinsmann bei seinem Amtsantritt Ende November als Torwarttrainer der Profis abgesetzte Zsolt Petry hat einen neuen Aufgabenbereich. Seit der Vorwoche arbeitet der 53-jährige Ungar für die U17 des Klubs als Torwarttrainer. Klinsmann hatte bei seiner Installierung als Nachfolger von Ante Covic zunächst Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Vater von Hertha-Profi Pascal Köpke, in seinen Staff berufen - für vier Wochen.

Nach Köpkes Weggang und mit Beginn der Rückrunden-Vorbereitung Ende Dezember rückte Max Steinborn, bis dahin Torwarttrainer von Herthas U23, zu den Profis auf. Petry, der Stammkeeper Rune Jarstein über Jahre entscheidend geformt hatte, besitzt bei Hertha einen bis 2021 gültigen Vertrag. Der norwegische Nationalmannschaftstorhüter Jarstein, der sich weiterhin regelmäßig mit Petry austauscht, hatte am vergangenen Donnerstag in einem kicker-Interview gesagt: "Ich habe Zsolt sehr viel zu verdanken. Ohne ihn wäre ich nicht in Berlin. Ohne ihn wäre ich nicht der Torhüter, der ich bin. Wir haben ein besonderes Verhältnis."

Klinsmann, der - Stand jetzt - nur bis zum Sommer als Hertha-Trainer arbeiten will und soll, schließt eine Rückkehr Petrys unter seiner Ägide kategorisch aus. Nach kicker-Informationen gilt ein Comeback Petrys als Torwarttrainer der Hertha-Profis unter einem anderen Cheftrainer klubintern indes als durchaus realistisches Szenario.

Steffen Rohr

Bilder zur Partie FC Augsburg - Werder Bremen