100 Jahre kicker

1961 - Mauerbau und Abbruch der Sportbeziehungen zur DDR

100 Jahre kicker

1961 - Mauerbau und Abbruch der Sportbeziehungen zur DDR

Brandenburger Tor 1961

Das Brandenburger Tor im Jahr des Beginns des Mauerbaus 1961. picture alliance

Nach dem zweiten Weltkrieg traten die Bundesrepublik und die DDR zunächst bei den Olympischen Spielen 1956 (Cortina d'Ampezzo und Melbourne), 1960 (Squaw Valley und Rom) und 1964 (Innsbruck und Tokio) noch gemeinsam an. Die Qualifikationen für das gemeinschaftliche, unter dem Kürzel "GER" antretende Team erfolgten in hart umkämpften Wettbewerben. Schon im Verlauf des Jahres 1961 hatte sich die Situation zwischen den beiden neu gegründeten Teilen Deutschlands auch im Sport jedoch verschärft.

NEU in der kicker-Datenbank:
Alle Spielzeiten der DDR-Oberliga von 1949/50 bis 1989/90 zum Durchklicken

Spielersteckbrief Morlock
Morlock

Morlock Max

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten
1. FC Nürnberg

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

So war zum Beispiel die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im März 1961 nicht zum Gruppenspiel gegen die DDR angetreten, um im Falle einer Niederlage nicht der Hymne der DDR indirekt eine Art Anerkennung erweisen zu müssen.

Die "Düsseldorfer Beschlüsse" (auch "Düsseldorfer Sportverbot" genannt), die die damals noch getrennten DSB (Deutscher Sportbund) und NOK (Nationales olympisches Komitee) der Bundesrepublik schon drei Tage nach Beginn des Mauerbaus am 16. August fassten, schrieben die klare Trennung im Sport zwischen beiden Staaten schließlich fest. So wurden im Westen Wettkämpfe mit Sportlern aus DDR nicht mehr genehmigt. Ebenso war es Sportlern der BRD nun verboten, in der DDR an Wettkämpfen teilzunehmen. Dies hatte zunächst auch Auswirkungen auf internationale Wettbewerbe in anderen Ländern, die aufgrund der Haltung der Bundesrepublik nicht mit Mannschaften aus beiden deutschen Teilen stattfinden konnten.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1964 wurde - auf Initiative des damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage - für die Verbote aus den "Düsseldorfer Beschlüssen" jedoch eine Ausnahme gemacht. Noch vor den Spielen von Tokio im Oktober hob DSB-Präsident Willi Daume die "Düsseldorfer Beschlüsse" dann formell wieder auf. Der Sportverkehr auf Vereinsebene zwischen den geteilten Ländern wurde ab dem 30. September 1965 wieder freigegeben, sodass auch grenzübergreifende Fußballspiele in internationalen Wettbewerben möglich wurden. Darüber hinaus aber blieb die Trennung zwischen BRD und DDR auch im Sport bis zum Mauerfall am 9. November 1989 bestehen.

Joachim Meyer

1961: Was sonst noch geschah ...

Max Morlock

Taktgeber: Max Morlock mit der Meisterschale am Nürnberger Bahnhof. picture alliance

Meister: 1. FC Nürnberg (nach 3:0 gegen Borussia Dortmund)

Pokal: Werder Bremen (nach 2:0 gegen 1. FC Kaiserslautern)

Fußballer des Jahres: Max Morlock (1. FC Nürnberg)

DDR: Meisterschaft und Pokal nicht ausgespielt, erneute Umstellung der Saison auf Herbst-Frühjahr-Modus

Europapokal der Landesmeister: Benfica Lissabon (nach 3:2 gegen FC Barcelona)

Messe-Pokal (Vorläufer UEFA-Cup): AS Rom (gegen Birmingham City)

Europapokal der Pokalsieger: AC Florenz (gegen Glasgow Rangers)

Unsere Gratulanten