Eishockey

Ponomarev zieht sich zurück: DEL-Standort Krefeld gerettet?

Pinguine-Investor äußert sich in persönlichem Statement

Ponomarev zieht sich zurück: DEL-Standort Krefeld gerettet?

Mikhail Ponomarev

Brach das Schweigen: Investor Mikhail Ponomarev. imago images

Ponomarev kritisierte in seinem Statement das Verhalten der Verantwortlichen des DEL-Klubs und kündigte den Verkauf seiner Anteile an den Krefeld Pinguinen - verbunden mit dem vollständigen Rückzug aus dem Verein - an.

"Die Energy Consulting Europe (ECE) hat den Anwalt Wolfgang Peters beauftragt, eine endgültige Übertragung ihrer Anteile an den Krefeld Pinguinen in die Wege zu leiten. Dieser Schritt ist aufgrund des vergifteten Klimas zwischen den Beteiligten für mich unausweichlich geworden", schrieb Ponomarev.

Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos hatte tags zuvor öffentlich Ponomarevs Rückzug gefordert und diesen als einzigen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise des Ex-Meisters tituliert. Ponomarev erwiderte nun, er wolle nicht "als alleiniger Buhmann für ein System der jahrelangen Misswirtschaft herhalten." Deshalb sei das Kapitel Krefeld Pinguine für ihn beendet.

Durch den Rückzug wächst nun die Hoffnung auf eine Rettung des Meisters von 1952 und 2003. Laut Roos fehlen Krefeld aktuell 400.000 Euro, um eine Insolvenz abzuwenden. Insgesamt beläuft sich das Minus auf 1,1 Millionen Euro. Geplant ist eine Stammkapitalerhöhung um 750.000 Euro.

Laut Roos sei die Finanzkrise der Krefelder erst dadurch entstanden, dass Ponomarev Zahlungszusagen nicht eingehalten habe. Dies bestreitet der Russe. Bei seinem Einstieg 2018 sei ihm das Ausmaß der finanziellen Probleme verheimlicht worden. "Was mir erzählt und vorgerechnet wurde, stellte sich als falsch heraus. Der Finanzbedarf war exorbitant hoch, die jahrelange Misswirtschaft seitens der Verantwortlichen sorgte für immer wieder neue, vorher nicht bekannte Lücken in der Finanzierung", erklärte er.

kon/sid