2. Bundesliga

1. FC Nürnberg: Trainer Jens Keller zwischen Aufbruch und Realismus

Heise fliegt wohl nicht mit dem 1. FC Nürnberg nach Hamburg

Club-Trainer Keller zwischen Aufbruch und Realismus

Jens Keller

Club-Trainer Jens Keller blickt vorsichtig optimistisch auf den Start nach der Winterpause. imago images

Rückblicke bringen in der Fußball-Gegenwart nur selten etwas, beim 1. FC Nürnberg lohnt er sich vor dem Start in die Restrückrunde beim Hamburger SV am Donnerstag allemal. Groß war beim Club Anfang August die Euphorie nach dem 1:0-Auftaktsieg bei Dynamo Dresden. Umso heftiger die Ernüchterung nach dem folgenden 0:4 daheim gegen eben jenen HSV. Jener Montagabend läutete die Talfahrt ein, die den FCN zur Winterpause auf den Abstiegsrelegationsplatz bugsierte.

Mit Euphorie reist der Club nun nicht in die Hansestadt, wohl aber mit Zuversicht. Ein guter Start in den ersten drei, vier Partien wird elementar sein, um nicht bis ins Frühjahr hinein den Absturz in die Drittklassigkeit fürchten zu müssen. "Eine gewisse Aufbruchstimmung muss vorhanden sein, wir dürfen die Augen vor dem Tabellenplatz aber nicht verschließen", sucht Trainer Jens Keller nach einem gesunden Mittelweg, mitnehmen wolle er die positiven Erkenntnisse aus der Vorbereitung.

Ich glaube nicht, dass uns ein Negativerlebnis runterziehen würde.

Jens Keller

Den HSV sieht der Trainer mit dem VfB als stärkste Mannschaft der 2. Liga, "sie haben sehr viel Qualität im Ballbesitz". Angst sei dennoch der falsche Ratgeber, "bei Angst ist man gelähmt und kann nichts leisten". Keller stellt sein Team darauf ein, viel gegen den Ball arbeiten zu müssen, "dennoch wollen wir unsere Chance dort nutzen". Die Favoritenrolle schiebt er den Gastgebern zu, trotz des Vorsatzes, punkten zu wollen, sei er aber Realist. Und, ganz wichtig: "Wir dürfen uns von einem Spiel nicht vom Weg abbringen lassen. Ich glaube nicht, dass uns ein Negativerlebnis runterziehen würde."

Neuzugang Heise fehlt wohl in Hamburg

Auch wenn sich Keller öffentlich nicht festlegen will, dürften einige Personalien feststehen. So wird Christian Mathenia im Tor sein Comeback nach überstandenem Kniescheibenbruch feiern. Vor ihm gilt Arsenal-Leihgabe Konstantinos Mavropanos als gesetzt. Der andere Winterneuzugang, Philipp Heise, muss sich dagegen links in der Viererkette hinter U-21-Nationalspieler Tim Handwerker anstellen, der zuletzt merklich aufblühte. Der zuletzt angeschlagene Heise wird die Reise nach Hamburg laut Keller eher nicht antreten, sondern in Nürnberg daran arbeiten, seinen Fitnessrückstand aufzuholen.

Nürnberger rückt vor und bekommt viel Lob

Fabian Nürnberger ist links hinten nicht mehr eingeplant, hat dafür dank einer guten Vorbereitung Chancen auf einen Startelfplatz im defensiven Mittelfeld. "Er hatte eine tolle Vorbereitung und ist eine Option. Abwarten, ob schon am Donnerstag", sagte Keller. Während Robin Hack, Georg Margreitter und wohl auch Felix Lohkemper wieder einsatzfähig sind, fehlen die Langzeitverletzten Felix Dornebusch, Enrico Valentini, Iuri Medeiros und Virgil Misidjan.

Frank Linkesch

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