2. Bundesliga

Duell mit dem VfB Stuttgart: 1. FC Heidenheim "hat etwas zu verlieren"

FCH-Coach Schmidt: "Die 2. Bundesliga ist nicht immer normal"

Doppeltes Nachbarschaftsduell: Auch Heidenheim "hat etwas zu verlieren"

Frank Schmidt

Da geht's lang: Heidenheims Coach Frank Schmidt. imago images

"Dass in Stuttgart für den VfB Druck herrscht, ist ganz normal. Ich habe nur ein Problem, wenn man sagt, dass wir in Stuttgart nichts zu verlieren hätten", betonte Schmidt auf der Pressekonferenz am Dienstag. "In jedem Spiel gibt es für uns etwas zu verlieren, auch in Stuttgart. Wir wollen da nicht hinfahren und einfach drauf losspielen."

Dennoch sei das Spiel "natürlich ein besonderes", sagte der FCH-Coach. "Es hätte wohl keiner damit gerechnet, dass die Konstellation so ist, wie sie ist. Auch wir waren vor der Saison weit davon entfernt zu glauben, dass wir zur Hälfte der Runde bis auf einen Punkt am VfB Stuttgart dran sind." Aber nicht nur wegen der tabellarischen Situation bezeichnet Schmidt die Partie als reizvoll: "Aufgrund der regionalen Nähe gibt es natürlich auch eine gewisse Emotionalität."

Matarazzo ist "kein Unbekannter"

Für die Stuttgarter dürfte die Partie sogar noch ein wenig spezieller werden, schließlich handelt es sich um das erste Spiel des neuen Coaches Pellegrino Matarazzo. Es kommt damit also auch zum Aufeinandertreffen des dienstältesten Zweitliga-Coaches mit seinem neuesten Trainerkollegen. "Auch wenn er bisher noch nicht Cheftrainer eines Profiteams war, ist Pellegrino Matarazzo im Trainernetzwerk kein Unbekannter", sagt Schmidt über den neuen VfB-Coach. Auch über dessen erste Startaufstellung und Grundordnung meint er informiert zu sein - zumindest teilweise. "Ich denke, wir wissen zu 70 bis 80 Prozent etwas über das Personal des VfB", hofft Schmidt.

Und das eigene Team? Soll möglichst so weitermachen wie in den ersten 18 Saisonspielen. "In der Vorbereitung haben wir nicht alles um 180 Grad gedreht. Bis auf zwei, drei Spiele war es bisher in dieser Saison sehr schwer, gegen uns zu Toren und Torchancen zu kommen", resümierte Schmidt, dessen Team bislang mit 18 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga stellt. "Wir können nicht davon ausgehen, dass wir weiterhin automatisch defensiv so stark sind, sondern haben auch in dieser Woche hier nochmal den Hebel angesetzt. Wir haben unsere Automatismen verstärkt und wollen jedem unserer Spieler das Gefühl geben, dass es verdammt schwer ist, gegen uns Tore zu erzielen."

Kein Catenaccio: Schmidt erklärt den Defensiv-Plan

Den Fokus gegen den stark besetzten Stuttgarter Angriff will Schmidt aber dennoch nicht auf die eigene Defensive legen. "Ich glaube nicht, dass wir Catenaccio spielen können und wollen. Wir können gut verteidigen, aber unsere Verteidigungslinie liegt nicht am eigenen Sechzehner, sondern oft weit davor." Viel eher gehe es darum, "die eigene Pressinglinie zu definieren und diese zu halten", analysierte der 46-Jährige. "Aber natürlich gibt es immer auch eine Art Falllinie, hinter die man sich im Zweifel zurückziehen muss."

Die 2. Bundesliga ist nicht immer normal.

Frank Schmidt

Personell kann Schmidt bis auf Maximilian Thiel, der weiterhin von einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt wird, aus dem Vollen schöpfen. Mit Blick auf die Vorbereitung alles andere als selbstverständlich. "Mit Beginn und während der Vorbereitung hatten wir einige Baustellen. Zwischenzeitlich sind Niklas Dorsch, Tim Kleindienst, Marnon Busch und Norman Theuerkauf ausgefallen sowie zudem die Verletzten Sebastian Griesbeck und Denis Thomalla." Am Montag konnten aber alle Genannten mittrainieren und sollten für das VfB-Spiel bereit sein.

"Wenn alles normal läuft, steigt der VfB Stuttgart am Ende der Saison auf und gewinnt seine Heimspiele - egal, gegen wen", resümiert Schmidt - nicht ohne die Einschränkung: "Aber die 2. Bundesliga ist nicht immer normal."

mib

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