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DFB-Präsident Fritz Keller äußert sich zu Equal Pay

DFB-Präsident gibt Ziel für die EM aus

Keller äußert sich zu Equal Pay - und fordert Änderungen für Amateurvereine

Fritz Keller

Nahm zu aktuellen Themen im deutschen Fußball Stellung: DFB-Präsident Fritz Keller. imago images

Die gleiche Bezahlung im Männer- und Frauenfußball sieht Keller kritisch. "Equal Pay gibt es nicht zwischen der Kreisliga und der Bundesliga. Und das ist auch derselbe Sport", begründete der DFB-Präsident. "In unserer Gesellschaft geht es am Ende auch um Leistung. Das was ich verdiene, kann ich auch ausgeben." Grund für die Ungleichheit in der Bezahlung sei die geringere Nachfrage nach Frauenfußball.

In die Pflicht nahm Keller die Profivereine. "Jeder Bundesligist muss sich um Frauenfußball bemühen", forderte er. Das fange auf den unteren Ebenen an. "Es kann nicht sein, dass Mädchen keinen Platz finden, auf dem sie spielen können."

Rahmenbedingungen für Amateurvereine sollen sich ändern

Änderungen regte Keller für die gesetzlichen Rahmenbedingungen im deutschen Fußball an. Besonders im Amateurbereich sei hier Raum für Verbesserungen. Vereine haben hier ein "Haftungsproblem" bei der Bekleidung von Ehrenämtern und seien mit rechtlichen Hindernissen konfrontiert. "Es kann nicht sein, dass in Städten um 21 Uhr aufgehört werden muss zu trainieren, weil irgendeiner seine Ruhe haben will", betonte der 62-Jährige. "Kein Mensch geht mehr um 21 Uhr ins Bett."

Auch die Politik sei gefragt. Unter anderem forderte Keller "ein paar Rentenpunkte" für Menschen, die sich fünf bis zehn Jahre ehrenamtlich engagiert haben. "Es geht um die Anerkennung", so Keller.

Ziel bei der EM: "Mindestens das Halbfinale"

Mit Blick auf die Europameisterschaft im Sommer machte Keller eine klare Ansage in Richtung Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw. "Ich glaube, wir müssen mindestens ins Halbfinale, vielleicht ins Finale kommen. Man muss sich hohe Ziele setzen", sagte der DFB-Präsident - obwohl er auch betonte, dass sich die Mannschaft nach wie vor im Umbruch befinde.

Der EM komme speziell nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 ein hoher Stellenwert zu - auch weil Teile des Turniers auf deutschem Boden stattfinden. "Die Spiele in München werden ein Vorbote auf 2024 sein. Wir können uns auf eine tolle EM freuen", stellte Keller in Aussicht.

Länderspiele auch in kleineren Ost-Stadien

Außerdem machte Keller Städten im Osten mit kleineren Stadien Hoffnung auf die Austragung von Länderspielen. "Ich bin mir sicher, dass wir gegen kleinere Nationen auch mal in kleinere Stadien gehen", so Keller. In den vergangenen Jahren waren aufgrund der Arena-Größen nur das Berliner Olympiastadion und die Leipziger Red Bull Arena berücksichtigt worden.

In der jüngeren Vergangenheit hatte der DFB Probleme, bei Länderspielen die Stadien zu füllen. Der Verband hat sich nun mehr Fan-Nähe verordnet und zuletzt in kleineren Stadien wie Wolfsburg oder Mainz gespielt. Außerdem bietet der DFB beim Testspiel gegen Italien Ende März in Nürnberg wieder Stehplätze an. In den neuen Bundesländern kämen Stadien in Dresden, Rostock und Magdeburg infrage. Abseits von Leipzig und Berlin hatte der DFB zuletzt 2006 in Rostock ein Länderspiel gegen Georgien ausgetragen.

mib/dpa/sid

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