Bundesliga

SC Freiburg - Christian Streich: "Wir waren nicht gut genug"

Freiburger Selbstkritik trotz überzogener Elfmeter-Entscheidung

Streich: "Wir waren nicht gut genug"

Christian Streich

War mit der Leistung seiner Mannschaft nicht einverstanden: Christian Streich. imago images

Der SC ist eine der Überraschungsmannschaften dieser Saison, hat bislang starke 29 Punkte gesammelt. Am gestrigen Samstag half dem Streich-Team aber nicht einmal eine gut halbstündige Überzahl, um gegen die vor diesem 19. Spieltag letztplatzierten Paderborner ein Tor zu schießen. "Es ist bezeichnend für diesen Tag, dass wir uns nach der guten Flanke von Chang-Hoon Kwon mit zwei Mann drei Meter allein vor dem Tor gegenseitig behindern und der Torwart den Ball einfach aufnehmen kann", sagte Streich voller Ernüchterung.

Er meinte die 28. Minute, als Robin Koch und Lucas Höler sich ins Gehege gekommen waren. Das war die erste von am Ende doch noch sieben Freiburger Torchancen - trotz einer insgesamt schwachen und weitgehend uninspirierten Leistung gegen clevere und griffige Paderborner. "Es war ein schwieriges Spiel, wir waren fußballerisch nicht gut genug, in der Präzision im Passspiel", begann Streich die treffende Kritik am Auftritt seiner Mannschaft: "Wir haben schon in der ersten Hälfte auf 4-4-2 umgestellt, hatten aber weiterhin Fehler und Missverständnisse, waren nicht klar genug. Wir waren oft an der Grundlinie und trotzdem kamen wenig Torchancen dabei raus, weil wir nach den vielen Durchbrüchen den Mitspieler nicht gefunden haben."

Streichs ehrliches und deutliches Fazit: "Wir haben verdient verloren, weil wir nicht gut genug waren, gegen gute Paderborner." An diesem Nachmittag blieben zu viele Freiburger Leistungsträger zu weit unter ihren Möglichkeiten. Dann reicht es auch nicht gegen die Mannschaft von Steffen Baumgart, die zwar bis dato nur zwölf Punkte gesammelt hatte, aber auch einige Qualitäten aufweist, wie das schnelle Umschalten vor dem Führungstreffer durch Christopher Antwi-Adjei. Streich wusste darum und hatte im Vorfeld deutlich vor Paderborn gewarnt. Allein: Es hat den SC-Profis offensichtlich nicht geholfen, eine zielstrebigere Leistung mit der bislang so oft gezeigten Effizienz abzurufen.

Für mich ist es nicht so überraschend, dass wir Phasen haben, wo wir halt nicht gut spielen, ich kann damit umgehen.

Christian Streich

Auch deshalb war die sehr diskussionswürdige Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert vor dem 2:0 hinterher kein Hauptthema. Den Zweikampf von Kai Pröger und Lucas Höler, der seinen Körper zwischen Gegner und Ball brachte und dabei den sich etwas nach vorne beugenden Pröger im Bereich Brust/Kopf mit dem Arm traf, mit Strafstoß zu bewerten, war regeltechnisch nicht falsch und daher auch kein Fall für den Video-Assistenten, aber überzogen. Allerdings hätte das Spiel aus Sicht der Gastgeber vermutlich auch ohne diese Szene mit einer Niederlage geendet.

"Für mich ist es nicht so überraschend, dass wir Phasen haben, wo wir halt nicht gut spielen, ich kann damit umgehen", sagte Streich: "Ich bin nur enttäuscht über unsere Leistung." Der Auftritt gegen Paderborn ist unterm Strich kein Beinbruch - sofern er sich nicht bald und häufig wiederholt.

Am Sonntag in Köln hat der SC die Chance, gegen ein weiteres Team aus der zweiten Tabellenhälfte wieder ein anderes Gesicht zu zeigen. Angesichts einiger zuletzt erkältet im Training fehlender Akteure meinte Streich: "Jetzt schauen wir, dass wir gesund werden und malochen können, um wieder bessere Leistungen zu bringen."

Carsten Schröter-Lorenz

Bilder zur Partie SC Freiburg - SC Paderborn 07