3. Liga

Meppen und die Chancenverwertung: "Hätte, hätte, Fahradkette"

Neidhart-Elf mit Leistungssteigerung nach der Pause

Meppen und die Chancenverwertung: "Hätte, hätte, Fahradkette"

Kompakte Abwehr: Meppen fand keinen Weg durch die Mannheimer Defensive. imago images

"Wie wir angefangen haben, das war natürlich nicht das, was wir uns erhofft haben", analysierte Willi Evseev den Auftritt der Norddeutschen am Mikrofon von MagentaSport kritisch. Schließlich wirkte Meppen in der Anfangsphase nervös und unkonzentriert, hatte besonders in den ersten 20 Minuten kaum Ballbesitz, ließ Mannheim zu viele Räume und kassierte folgerichtig in der 18. Minute das letztlich spielentscheidende 0:1. "Das Tor war jetzt nicht rausgespielt von Mannheim, sondern eher ein Fehler von uns", ärgerte sich Meppens Trainer Christian Neidhart über die Nachlässigkeit in der Defensive, die dem Gegentreffer voranging. Und auch seinen Torwart Erik Domaschke wollte er nicht komplett aus der Schuld nehmen: "Ich glaube, der Schuss kommt, wenn ich es so sehe, doch schon sehr auf den Mann", lautete die Analyse des Sportlehrers, der allerdings ergänzte, dass der hart geschossene, flatternde Ball "auch nicht so einfach für den Torwart" gewesen sei.

Da brauchen wir ja nicht drumrum reden, den muss ich machen. Klar, der Ball kommt scharf, aber normalerweise mache ich den auch.

Willi Evseev

Letztlich sollte die Defensive nicht das einzige Problem der Emsländer bleiben, die nach dem Seitenwechsel zwar deutlich stärker auftraten, aber - trotz Überzahl - auch aus aussichtsreichster Position das Tor nicht trafen. Eine der größten Chancen vergab Evseev, der sich selbstkritisch zeigte: "Da brauchen wir ja nicht drumrum reden, den muss ich machen. Klar, der Ball kommt scharf, aber normalerweise mache ich den auch", ärgerte sich der Offensivspieler über die Situation in der 76. Minute, als zunächst Komenda die Latte traf und Evseev dann aus kurzer Distanz über das Tor schoss. "Ich glaube, keiner schießt mit Absicht da drüber und von daher war es schonmal eine gute Standard-Situation, ein guter Kopfball", nahm Neidhart seine Spieler in Schutz.

Prositive Aspekte trotz Niederlage

Einen wirklichen Grund für die erste Niederlage nach neun Spielen konnte der Meppener Trainer unterdessen nicht benennen, ließ die Spielpause allerdings nicht als Begründung gelten. "Rhythmus hin, Rhythmus her, wir haben nur drei Wochen Pause gehabt, wir haben eine gute Vorbereitung gehabt", so Neidhart. "Gerade das, was wir in der zweiten Hälfte erlebt haben, waren unsere Elemente im Trainingslager: Das Spiel im letzten Drittel, das Ding am Ende dann vielleicht noch ruhiger auszuspielen " Und auch Evseev konnte dem Spiel durchaus etwas Positives abgewinnen, schließlich habe man die Chancen bekommen und richtig gestanden. Er fasste mit einem Schmunzeln zusammen: "Hinten raus wäre schon ein Punkt verdient gewesen. Aber hätte, hätte Fahradkette."

Verträge von Guder und Harsman verlängert

Und so geht der Blick der Emsländer in Richtung der kommenden Aufgaben. Während die Sportliche Leitung mit der Verlängerung der Verträge von René Guder und Ersatzkeeper Matthis Harsman um jeweils zwei Jahre eine wichtige Weiche für die Zukunft gestellt hat, ging der Blick von Neidhart in die nahe Zukunft. Denn bereits in einer Woche ist Meppen wieder vor heimischem Publikum gefragt. Gegner dann ist der Chemnitzer FC. "Ich glaube, dass wir das Spiel mal sacken lassen, dass wir uns die Szenen angucken, gerade so die letzte halbe Stunde in Überzahl, wie wir es gemacht haben", ließ sich der Trainer in seine Pläne schauen. "Dann geht ab Montag die Vorbereitung auf Chemnitz los und dann versuchen wir, hier im Heimspiel wieder einen Dreier hinzukriegen."

aja