Bundesliga

VfL Wolfsburg - Weghorst soll's machen wie Salah

Wolfsburg: Der Topstürmer und die Torflaute

Weghorst soll's machen wie Salah

Wout Weghorst

Wartet seit 429 Minuten auf ein Tor: Wout Weghorst. picture alliance

Die Woche bot Oliver Glasner und seinem Trainerteam in Wolfsburg ausreichend Gelegenheit, Dinge aufzuarbeiten, sich auf den nächsten Gegner Hertha BSC einzustellen - und ausgiebig miteinander zu kommunizieren. "Natürlich habe ich auch mit Wout gesprochen", sagt der Coach auf die Frage zu seinem zentralen, wichtigsten Stürmer, der nun schon geraume Zeit unter Ladehemmung leidet.

Seit genau 429 Minuten hat der Niederländer seinen bisher sieben Saisontoren keines mehr hinzugefügt. Der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleichstreffer beim 2:3 gegen Bremen am 1. Dezember 2019 war der vorerst letzte Treffer des 27-Jährigen. Noch zwei Minuten fehlen, dann hätte Weghorst seinen Torflauten-Negativrekord aus der vergangenen Saison überboten.

"Diese Phasen macht jeder Stürmer einmal mit", zeigt Glasner Verständnis und greift zu einem Vergleich ganz hoch ins Regal: "Fast die gesamte Mannschaft hat am Sonntag Liverpool gegen ManUnited gesehen. Mo Salah hat ein Riesending vergeben kurz nach der Halbzeit. Und dann hat er trotzdem in der Nachspielzeit das entscheidende 2:0 gemacht." Tatsächlich hatte der Ägypter in der 47. Minute das sichere 2:0 für das Überflieger-Team der Premier League liegen lassen, um dann nach 90+3 Minuten schließlich doch den Deckel draufzumachen.

Jetzt soll es Weghorst einfach so machen wie Salah. Die Möglichkeiten erarbeitet er sich ja schließlich, nimmermüde ist er wie gewohnt ständig auf dem Platz unterwegs. "Diese Situationen hast du als Stürmer, dass du auch einmal eine Hundertprozentige vergibst", wiederholt Glasner zu seinem eigenen Spieler, der seinerseits zuletzt beim 1:3 in Köln nach drei Minuten gleich zweimal in aussichtsreicher Position gescheitert war. "Auch Lewandowski hat in Berlin eine Topchance vergeben und am Ende des Tages sein Tor gemacht", fügt Glasner seiner Argumentation über das ganz normale Auf und Ab der Offensivspieler hinzu. "Das weiß Wout auch und deshalb mache ich mir überhaupt keine Sorgen darüber, dass er nicht noch viele Tore für uns schießen wird."

Michael Richter