Bundesliga

Funkel: "Da lasse ich mir von niemandem reinreden"

Düsseldorf kündigt Neuzugang an - Trainer unter Strom

Funkel: "Da lasse ich mir von niemandem reinreden"

Trainer Friedhelm Funkel

Es wird ungemütlich in Düsseldorf: Trainer Friedhelm Funkel. picture alliance

Eigentlich dürfte die Situation nichts Neues sein, schließlich führt er seit Jahrzehnten Fußballteams durch die Profiligen der Republik. Trotzdem scheint die schwierige Situation bei Bundesliga-Kellerkind Fortuna Düsseldorf Friedhelm Funkel nahezugehen. Schon drei Punkte trennen F95 von einem Nichtabstiegsplatz und der lange Zeit unantastbare Funkel sieht sich in der Landeshauptstadt plötzlich Kritik ausgesetzt. "Was von außen kommt, interessiert mich nicht", sagte Funkel am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Leverkusen-Spiel (Anpfiff 18.00 Uhr) und legte nach: "Die Verantwortlichen im Verein wissen, was möglich ist - und was nicht."

Dass der Verein im Abstiegskampf feststeckt ist tatsächlich keine Überraschung, drei Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz dagegen schon. "Wir konnten nicht ausschließen, dass so etwas passiert", gibt Funkel zu. Allerdings habe man zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison auch nur zwei Siege mehr gehabt. Doch die bedeuteten sechs Punkte mehr und Fortuna hatte zuvor vier Siege hintereinander eingefahren. Davon scheint Düsseldorf nun meilenweit entfernt. Logisch, dass Kritik laut wird.

Denn veranlagte Offensivakteure wie Nana Ampomah oder Kelvin Ofori schmoren meist auf der Bank, andere wie Dawid Kownacki sind schwer außer Form. Warum also nicht wechseln um den schlechtesten Angriff der Liga (18 Tore) zu beleben? Der Trainer-Routinier entgegnete: "Das Kriterium bei der Aufstellung sind Trainingsleistungen, unsere Formation und der Gegner. Beurteilen kann das niemand außer dem Trainerteam."

Funkel: "Wir haben einen Spieler im Visier"

Besonders der Umgang mit den erfahrenen Oliver Fink und Adam Bodzek sorgte beim 66-Jährigen für Empörung. "Wenn Kritik kommt, muss sie glaubhaft sein. Natürlich haben wir Alternativen im Mittelfeld, ich stelle aber nicht nach Alter auf", betonte Funkel, der einen Startelfeinsatz des genesenen Spielmachers Kevin Stöger nicht ausschloss. Die Oldies will er trotzdem nicht angezählt wissen: "Als ich kam, haben diese beiden Spieler keine Rolle mehr gespielt. Dann waren sie plötzlich dafür mitverantwortlich, dass wir aufgestiegen sind. Da lasse ich mir von niemandem reinreden." An einem Neuzugang arbeitet der Klub trotzdem: "Wir haben einen Spieler im Visier", bestätigte Funkel.

Kastenmeier genießt weiter das Vertrauen

Klare Worte des sichtbar unter Strom stehenden Trainers. Die Aufgabe bei Champions-League-Aspirant Leverkusen dürfte es ihm nicht einfacher machen, zumal Stammtorhüter Zack Steffen weiterhin mit Knieproblemen fehlt. Er soll laut Steffen erst in der kommenden Woche wieder ins Teamtraining einsteigen. Ihn wird erneut Florian Kastenmeier ersetzten. Trotz seines Patzers bei der Heimniederlage gegen Werder Bremen (0:1) sprach Funkel ihm das Vertrauen aus: "Da habe ich keine Sekunde drüber nachgedacht. Ich habe ihm schon ein paar Tage nach dem Spiel gesagt, dass er spielt."

Jim Decker

kicker.tv Hintergrund

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