Bundesliga

Kwon: "Dankbar, dass mir Zeit gegeben wurde"

Südkoreanischer Nationalspieler hat gute Erinnerungen an Paderborn

Kwon: "Dankbar, dass mir Zeit gegeben wurde"

Chang-Hoon Kwon

"Er bringt eine ganz neue Komponente ein": Chang-Hoon Kwon wird von seinem Coach gelobt. picture alliance

Schnell, sprungkräftig und technisch versiert - so präsentierte sich Chang-Hoon Kwon am vergangenen Samstag in Mainz, wo er mit einem gewonnenen Kopfballduell gegen den 20 Zentimeter größeren Alexander Hack sein Tor zur Führung für den SC selbst mit einleitete. Danach jubelte er aber nicht etwa ausgelassen wie nach seinem Premierentor für den Sport-Club in Paderborn, sondern stellte sich mit verschränkten Armen und regungslos vor den Freiburger Fanblock. "Ich habe mir die Zuschauer angeschaut, wie sie reagieren, das war ein schönes Gefühl", erklärt der 25-Jährige. Er habe sich noch nie Gedanken über spezielle Formen des Jubelns gemacht. Sollte er an diesem Samstag wieder gegen Paderborn treffen, dürfen die Fans also auf seine Reaktion gespannt sein. "Dazu muss ich erst mal wieder ein Tor schießen, und das wird gar nicht so einfach", sagt der Südkoreaner, "im Hinspiel kannten sich beide Mannschaften noch nicht, jetzt sind sie besser aufeinander eingestellt."

"Er ist sauwendig, sauschnell, hat einen super linken Fuß"

Auch sein eigenes Team kennt Kwon inzwischen deutlich besser als zum Beginn der Saison, und die Kollegen sind begeistert von seinen Qualitäten. "Er ist sauwendig, sauschnell, hat einen super linken Fuß und bringt eine ganz neue Komponente ein", findet Christian Günter, das habe er auch schon im Training gezeigt. Weil er nach längeren Verletzungspause in der Vorsaison noch nicht richtig fit war und mehrfach mit seiner Nationalmannschaft auf langen Reisen, musste er sich in der Hinrunde mit Kurzeinsätzen begnügen, zeigt dafür aber Verständnis. "Ich habe die Zeit gebraucht, um körperlich und geistig anzukommen, und ich bin dankbar, dass sie mir gegeben wurde", sagt Kwon. Dankbarkeit empfindet er auch gegenüber der Mannschaft, die sehr viel Rücksicht auf ihn nehme und immer wenn es schnell gehen muss auf dem Platz Englisch mit ihm rede. Ansonsten greift er auf Gestik, Mimik und eine Übersetzungs-App auf dem Handy zurück, und ein paar Wörter kann er inzwischen auch auf Deutsch. Ein bis zwei Mal in der Woche lernt er zusammen mit SC-Sprachlehrerin Stefanie Nerling, "und alleine übe ich auch".

Koreanisch kann er derzeit nur zuhause mit seiner Mutter sprechen, denn sein Mitspieler Woo-Yeong Jeong, der wie er im Sommer neu zum Sport-Club kam, ist schon seit Dezember wegen der U-23-Asienmeisterschaft nicht in Freiburg. "Das macht mir nichts aus, ich will sowieso mein Deutsch verbessern", sagt Kwon und lächelt. Sein sportliches Ziel ist es, sich noch besser in die Mannschaft einzufügen - "im Moment habe ich keine Beschwerden mehr und ich bin sehr zufrieden in Freiburg".

Daniela Frahm

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