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BIG CGO Lenz über Gespensterkulissen und fehlende Fankultur in FIFA

"Mit traditionellem Sport hat das nix zu tun"

BIG CGO Lenz über Gespensterkulissen und fehlende Fankultur in FIFA

"Mit traditionellem Sport hat das nix zu tun" - BIG CGO Christian Lenz über FIFA eSport. Twitter/Hörluchs

In den Debatten, ob eSport zum traditionellen Sport zählen soll, scheiden sich immer noch die Geister. Der DOSB und andere Sportverbände tun sich schwer mit dem Gedanken, dass Spiele wie Counter-Strike Sport sein sollen. Generell müssen eSportler die Team Shooter oder MOBAS spielen, in diesen Diskussionen häufig gegen Stigmatisierung argumentieren. Dabei würden gerade diese Spiele den sportlichen Gedanken kommunizieren, sagt Christian Lenz, CGO des deutschen Clans BIG.

FIFA Veranstaltungen vor Gespensterkulissen

"Man sollte FIFA von EA wirklich von allen anderen Titeln im esport abtrennen. Pay2win kann man zwar mit der Strategie des DFB wunderbar verbinden, aber mit traditionellem Sport hat das definitiv nix zu tun", so Lenz über Twitter. "Wenn ich sehe welche Summen für FIFA Packs gezahlt werden, gerade von vielen jungen Menschen, wird mir schlecht. In anderen Spielen wie z.B. CSGO, LoL oder Dota 2, kann man sich keinen Vorteil erkaufen. Während die genannten Spiele Stadien füllen und Fankultur haben, werden FIFA Veranstaltungen vor Gespensterkulissen (auch online) ausgetragen." Hier setzt Lenz an einem wunden Punkt an. Die FIFA-Events kämpfen seit Beginn mit schwachen Zuschauerzahlen, was auch Wettbewerbe im deutschsprachigen Raum betrifft.

Für Spieler von anderen eSport-Titeln ist es daher schwer nachzuvollziehen, weshalb sie öffentlich weniger gefördert werden und trotz starker Fans und ohne Pay2Win-Modell ins Hintertreffen geraten. Hier kritisiert Lenz vor allem den DOSB: "In meinen Augen ist die Haltung vom DOSB hier sehr schwammig, man bevorzugt das vermutlich krasseste Modell der Monetarisierung, anstatt den Wettkampf bei gleichen Bedingungen zu fördern."

Nicole Lange